Roland Mack

Gründer und Chef des Europa-Parks in Rust

Roland Mack
Roland Mack im Gespräch mit Hanno Gerwin
Roland Mack im Gespräch mit Hanno Gerwin

Vor bald 30 Jahren gründete er in Rust den „Europa-Park“. Bis heute führt Roland Mack zusammen mit seinem Bruder als geschäftsführender Gesellschafter den größten saisonalen Freizeitpark der Welt. Geboren in Freiburg, studierte er in Karlsruhe und fand im südbadischen Rust die Aufgabe seines Lebens. Wie kaum ein anderer vereint er wirtschaftliches Geschick, Ideenreichtum und professionellen Erfolg. Der „Europa-Park“ machte mit seinen jährlich 3,55 Millionen Besuchern die kleine Gemeinde Rust europaweit bekannt. Roland Mack hat dafür viele Auszeichnungen und Preise erhalten: „Entrepreneure 2003“, die „Wirtschaftsmedaille“ und die „Tourismusmedaille“ sowie das Bundesverdienstkreuz. Für sein deutsch-französisches Engagement wurde er von Frankreichs Staatspräsident Chirac zum Ritter ernannt.

 

Roland Mack, man hat hier vor Augen, was Sie bisher geschaffen haben. Wie schafft man es, aus dem Nichts einen Freizeitpark wie diesen aufzubauen?
Man braucht eine Vision und eine Emotion. Natürlich braucht man auch ein Unternehmen, das diese Vision und diese Emotion leben lässt, denn ohne wirtschaftlichen Background geht es natürlich auch nicht.

Aber auch Ihr Tag hat nur 24 Stunden.
Was hier geschaffen wurde, ist die Leistung von 700 Mitarbeitern, Baufirmen, Künstlern, Architekten - alles, was man für ein Unternehmen dieser Art braucht. Natürlich ist für die Konzeption auch gastronomisches Personal notwendig. Aber es muss zunächst einer da sein, der die Idee entwickelt und dann auch umsetzt.

D.h., Sie kümmern sich auch um Details, gehen durch den Park und sehen nach Kleinigkeiten?
Die Stärke unseres Familienunternehmens, des gesamten Produktionsbetriebes besteht darin, dass man im Detail Bescheid weiß. Dadurch ist man sehr kompetent. Ich habe zwei Dinge zu beachten: Zum Einen den Blick des Kunden, zum Andern aber auch das, was meine Mitarbeiter tun. Insofern ist ein hohes Maß an Kompetenz in meiner Person vereint und die setze ich zum Wohl der Sache ein.

Womit kann man Sie auf die Palme bringen?
Wenn Aufgaben, die einem übertragen wurden, nicht gelebt werden. Ich erwarte ein Stück weit, dass meine Mitarbeiter ihre Arbeit, ihre Aufgaben - wie ich auch - mit Freude tun. Wenn die Arbeit oberflächlich bleibt und man mir keine sachkundigen Argumente dafür liefert, dann bringt mich das schon auf die Palme.

Was machen Sie dann? Hauen Sie mit der Faust auf den Tisch?
Nein, ich bin kein Choleriker. Ich verschärfe meinen Blick und vielleicht ändert sich auch der Ton meiner Stimme. Aber es fliegen keine Tassen und Vasen durch das Büro. Das ist nicht mein Stil zu führen und zu kritisieren.

Welche Rolle spielt Glück oder Schicksal?
Das ist schwierig zu sagen. Ein Zitat meines Vaters lautet: „Glück gibt es nicht, man muss sich alles im Leben erarbeiten.“
Es könnte vielleicht ein ganzes Leben vorübergehen, wenn man auf sein Glück oder das entscheidende Schicksal wartet. Insofern hat mein Vater Recht. Man muss zupacken und Chancen ergreifen. Es heißt auch: „Der Tüchtige hat das Glück“. Es kommt vielleicht auch ein Quäntchen Glück dazu, um den ganz großen Erfolg zu haben. Wenn man von Schicksalsschlägen verschont bleibt, hat man sicher auch eine größere Chance. Es gibt schließlich auch tragische Entwicklungen. Auch wir haben solches schon erlebt: Einer unserer Partner ist kurz vor der Eröffnung des Unternehmens verstorben und wir mussten uns sehr schnell auf eine neue Situation einstellen. Man muss auch damit fertig werden, Schicksalsschläge zu überwinden, wenngleich das nicht immer leicht ist.

War Ihr Vater streng?
Absolut. Es hat mir aber nicht geschadet.

Eine Strenge, die Sie Ihren Kindern gegenüber auch kennen?
Ich bin viel zu weich. Es ist das Übel der Eltern, dass sie ihren Kindern gegenüber zu weich sind. Aber das ist der Lauf der Zeit, und die Großeltern werden den Enkelkindern gegenüber wieder milde.

Sie sind auch im sozialen Bereich sehr engagiert, was nicht allzu bekannt ist. Hunderttausende von sozialschwachen Kindern und behinderten Menschen besuchen kostenlos den Europapark. Warum machen Sie das?
Wenn man die Chance bekommt, im Leben erfolgreich zu sein, Menschen Freude zu bereiten und dabei auch noch Geld zu verdienen, dann ist es gerade in einem Unternehmen wie dem unsrigen ganz wichtig, dass wir uns auch sozial engagieren und Menschen helfen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Durch die persönlichen Kontakte erlebe ich dies täglich. Ich selbst habe eine Familie, die drei gesunde Kinder hat. Wir haben in der Familie nie größere Schicksalsschläge erleiden müssen. Darum ist es mir ein Herzensbedürfnis, Menschen zu helfen.

Empfinden Sie ein Gefühl der Dankbarkeit?
Selbstverständlich. Die Chance bekommen zu haben, im richtigen Moment geboren zu sein, eine große Aufgabe bekommen zu haben und diese meistern zu können, das macht mich dankbar. Was wäre gewesen, wenn meinem Vater im Krieg etwas zugestoßen wäre?

Wie ist Ihre religiöse Einstellung?
Ich bin katholisch erzogen worden und lebe den christlichen Glauben. Das „Helfen“ ist eine wichtige Zielsetzung im christlichen Glauben - das Miteinander, das Füreinander und der Umgang mit Menschen. Meine Großeltern, haben mich - zum Leidwesen meiner Jugend - schon morgens um halb fünf mit in die Kapelle genommen. Um fünf Uhr war der Frühgottesdienst. Der Opa konnte nicht mehr schlafen und so sind wir halt losgewackelt. Da wurde mir auch schon die erste Erziehung erteilt, wo die Oma und wo der Enkel zu laufen haben:. Die Dame lässt man rechts laufen und fasst sie am Arm. Es war wunderbar, und so hat man mich relativ früh herangeführt. Ich war auch Messdiener mit allem, was dazugehört. Da habe ich auch Schabernack getrieben. Es gibt auch viele familiäre kirchliche Verbindungen. Ein Cousin meines Vaters z.B. ist Seelsorger geworden. Uns verbinden gerade heute große Freundschaften mit Zirkusseelsorgern, und anderen Menschen, die in unserer Branche tätig sind.

Was halten Sie von den Zehn Geboten? Kann man ein Unternehmen damit führen?
Es ist absolut wichtig, die Bedeutung der Zehn Gebote in das persönliche Leben zu übertragen. Du sollst nicht lügen, Du sollst anderen nicht Unrecht tun: Das sind wunderbare Lebensweisheiten, die sicherlich auch ein erfolgreicher Unternehmer braucht.

Was bedeutet Ihnen Jesus?
Wir versuchen ihn uns zwar immer wieder bildlich darzustellen, aber letztlich ist er ein Bindeglied, um die nicht erklärbaren Dinge des Lebens zu verstehen. Insofern ist es schön, dass es für die Menschen so etwas gibt, was ihnen dann in schweren Stunden auch Halt geben kann.

Beten Sie?
Ja.

Beten Sie, wenn es Ihnen gut geht oder eher wenn es Ihnen schlecht geht?
Ich bete in beiden Fällen. Vielleicht bete ich zu wenig. Man lässt sich auch oftmals abhalten. Ich habe ein Problem mit dem geforderten Beten und den Regularien, die die Kirche vorlebt. In meinem Bauernhaus habe ich eine Kapelle bauen lassen, wohin ich mich in einer stillen Stunde gerne zurückziehe, wo keiner zusieht und wo man nicht gesagt bekommt, was man gerade zu tun hat. Dann fällt mir meistens etwas anderes ein, als das, was man gerade von mir möchte. Vielleicht ist es auch ein Stückweit der Individualismus, den ein Unternehmer braucht. Insofern schätze ich Ruhe und Selbstfindung.

Sie haben in Ihrem Freizeitpark eine Welt geschaffen, die sich an Europa orientiert. Wenn Sie eine Kirche bauen würden, ebenso phantasievoll und mit diesem Charme und Witz, der in all den Attraktionen hier zu finden ist, wie sollte sie aussehen?
Auf alle Fälle müssen die Glocken läuten. Das erweckt in mir das Heimatgefühl.
Es gibt mehrere Kirchen im Park und überall habe ich eine Glocke nachrüsten lassen. Wenn ich die Augen schließe, kann ich die Schwarzwaldberge, meine Heimat vor mir sehen. Wichtig ist auch, dass die Kirchen wunderschön gestaltet sind und dass die Bilder, die dort hängen, Geschichten erzählen. Auch da pflegen wir die Qualität. Alle meine Kinder sind in einer der vier Kirchen im Park getauft worden. Jetzt fehlt nur noch ein Bischof.

Sie sind ein sehr kreativer und phantasievoller Mensch. Hatten Sie plötzlich eine Eingebung oder erarbeiten Sie Ihre Projekte systematisch?
Es ist eine Mischung aus beidem. Zum Einen sind es fundierte Branchenkenntnisse. Ich lese sehr viel Fachliteratur. Ich nutze jede Möglichkeit eines Gesprächs mit Kollegen, auch auf internationaler Ebene. Ich beobachte und bin neugierig. Wenn Sie dieses Basiswissen haben und mittlerweile auch schon einige Jahre in der Branche unterwegs sind, dann kommt durch einen Geistesblitz ein Schuss Emotion dazu, was letztlich das Ganze garen lässt. Das ist wie beim Kochen. Am Ende fehlt noch etwas Salz oder ein schönes Gewürz, um das Gericht perfekt zu machen.

Viele Menschen sind auf der Suche nach Erfolg und träumen vielleicht davon. Können Sie einen kleinen aber konkreten Tipp geben, wie Menschen leichter zum Erfolg finden?
Erfolg zu haben ist nicht leicht. Wenn man Erfolg haben möchte, muss man sich sehr schnell im Klaren darüber sein, dass das nichts mit Einfachheit, Leichtigkeit und Nichtstun zu tun hat. Erfolg zeichnet sich aus durch harte Arbeit, durch dranbleiben, durch Verzicht, durch immer wieder aufstehen, wenn man mal hinfällt. Wenn man dann noch ein Quäntchen Glück hat, dann steht dahinter der Erfolg. Dieser fällt aber niemandem in den Schoß.

Wenn Sie einmal einen einzigen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Zeit für mich persönlich.

 

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