Godfried Aduobe

KSC-Fußballspieler

Godfried Aduobe
Godfried Aduobe im Gespräch mit Hanno Gerwin
Godfried Aduobe im Gespräch mit Hanno Gerwin

Schon von klein auf spielte er Fußball und kam dadurch aus Ghana nach Deutschland. Godfried Aduobe ist seit 2005 Stammspieler des KSC. 2007 stieg er mit dem KSC in die erste Bundesliga auf. Der defensive Mittelfeldspieler mit der Nummer 4 ist verheiratet und hat drei Kinder.

 

Herr Aduobe, wie wurde Ihr Talent in Ghana entdeckt?
Wir spielten Straßenfußball. Ab und zu trainierten wir auch mit einer Mannschaft. Wenn die Trainer sahen, dass wir gut sind, nahmen sie uns ins Training mit auf. Man bekam einen Platz im Verein und durfte für den Verein spielen.

Wie alt waren Sie, als Sie entdeckt wurden?
Ich war sieben oder acht Jahre alt. Das war ein tolles Gefühl! Man fühlte sich gut.

Freute sich auch die Familie darüber?
Nicht die ganze Familie. Meine Mutter war dagegen, aber mein Vater freute sich. Er war kein großer Fußballspieler, aber ein guter. Er ging oft mit mir zum Fußball und schaute mir beim Spielen zu. Er war sehr stolz auf mich.

Ihre Spielerkarriere verlief über Turin Calcio in Italien über die Schweiz nach Deutschland. War dieser Schritt, weg aus Ghana, schwer für Sie?
Ja, mit 16 Jahren war ich oft weg und selten zuhause, bei meiner Familie.

Hatten Sie Heimweh?
Anfangs ja, aber nach etwa einem Jahr nicht mehr. Ich lernte andere Leute kennen und gewöhnte mir einen anderen Lebensstil an. Ich musste innerlich Ruhe bewahren, bis ich die Möglichkeit hatte, im Urlaub wieder nach Hause zu fliegen.

Worin unterscheidet sich Ghana von Deutschland?
In Ghana sind die Menschen viel lockerer als hier, obwohl es nicht so viele Reiche gibt. In Deutschland gehen die Menschen anders mit der Zeit um. Es gibt auch sehr viele Christen in Ghana. Man könnte sagen, die Menschen in Ghana offenherziger.

Woran könnte es liegen, dass die afrikanische Seele so viel fröhlicher ist, obwohl die Menschen dort viel ärmerer sind?
Es liegt wohl daran, wie wir aufwachsen. Wir gehen von Anfang an in die Kirche. Meine Kumpels und ich mussten sonntags immer zur Kirche, ansonsten hätten wir Ärger mit unseren Eltern bekommen. Wir hörten viel über Gott und davon wurden unsere Herzen immer weicher. Man hatte diese Gnade und dachte auch anders über Menschen mit anderen Mentalitäten.

Also macht der Glaube fröhlicher?
Ja.

Wenn Sie den gelebten Glauben in Ghana nun mit dem hiesigen vergleichen, was ist in Ghana anders?
Wir haben die Freiheit, uns im Gottesdienst zu bewegen, zu schreien, zu singen und zu tanzen. Hier in Deutschland muss man aber stillsitzen und zuhören. Manchmal ist das nicht sehr angenehm für mich. Ich bin einer, der auch singen und tanzen muss.

Der Glaube hierzulande ist kopflastiger, in Ihrer Heimat hingegen mehr fürs Herz und für den Körper. Wie wichtig ist die Bibel?
Die Bibel ist in allen Sprachen gleich. Es ist egal, ob man aus Afrika, Amerika, Asien oder Europa kommt. Wenn man die Bibel versteht, muss es einen auch bewegen.

Sie haben drei Kinder, das älteste ist neun Jahre alt, das zweite kommt jetzt in die Schule, das jüngste geht noch in den Kindergarten. Wie leben sie ihren Glauben zu Hause?
Bevor die Kinder ins Bett gehen, lesen wir in der Bibel, singen und beten. Wenn sie morgens aufstehen, beten wir mit den Kindern, dann bete ich und gehe zum Training. Wenn ich in der Pause nach Hause komme, bete ich.

Die Kinder lernen so ganz allmählich in den Glauben hineinzukommen, und man muss nicht viel erklären.
Ja, die Kinder kommen oft zu mir und stellen Fragen. Der Große kann schon lesen, und er liest oft in der Bibel. Die Mittlere hört zu und manchmal hört auch die Kleinste mit. Sie wollen, dass ich ihnen alles erkläre. Es kommt vor, dass ich einen Bibeltext noch nicht gelesen habe und in Erklärungsnot komme. Dann hoffe ich, dass mir der Heilige Geist Kraft gibt, die richtige Antwort für meine Kinder zu finden.

Man muss mit der Bibel ein bisschen Geduld haben. Hilft Ihnen der Glaube auch beim Fußballspielen?
Er gibt mir Kraft. Wenn ich nicht bete, habe ich Angst und werde unsicher. Das Beten gibt mir viel Kraft und das Gefühl, dass Gott, Jesus und der Heilige Geist bei mir sind und ich Dinge bewegen kann. Es heißt, mit Gott ist alles möglich.

Wissen das auch die anderen KSC-Spieler?
Ich habe ihnen oft erzählt, dass Gott meine Kraft sei.

Beten die anderen Spieler auch?
Ja, ich denke schon. Wenn sie sagen würden, wir machen vor dem Spiel einen Kreis und beten zusammen, würde ich gerne mitmachen.

 

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