Jonathan Böttcher

christlicher Liedermacher

Jonathan Böttcher
Jonathan Böttcher im Gespräch mit Hanno Gerwin

Jonathan Böttcher zählt man zu den Liedermachern – und zwar den zu den christlichen Liedermachern. Er ist seit über 30 Jahren Berufsmusiker, Sänger und Texter, hat klassische Gitarre gelernt und Akkordeon und verarbeitet in seiner Musik alles von der Bergpredigt bis zu Märchen und biblischen Geschichten.

 

Wie würden Sie Ihre Musik mit wenigen Worten beschreiben?
Liedermacher und Songpoet im klassischen Sinne, allerdings ohne dabei dilettantisch zu wirken.

Welchen Stellenwert hat das Christliche in Ihrer Musik?
Das Christliche hat in meiner Musik einen sehr hintergründigen, fundamentalen Stellenwert. Ist dabei aber nicht vordergründig plakativ, sondern sehr fein und diffizil. Und vor diesem Hintergrund des christlichen Glaubens entstehen meine Lieder.

Welche christlichen Botschaften sollen Ihre Lieder vermitteln?
Meine Botschaft ist die, dass sich der Mensch aufmacht und sich auf die Suche macht nach Gott. Ich versuche mit meinen Liedern Sehnsucht zu wecken, Menschen für andere Themen zu sensibilisieren.

Wie sind Sie dazu gekommen christliche Musik zu machen?
Ich bin aufgewachsen in Norddeutschland. Meine Mutter hat mich bis zu Beginn meiner Pubertät mehr oder weniger christlich erzogen, hat abends immer ein Gebet gesprochen. Mit der Konfirmation war für mich Kirche und Glauben eigentlich gestorben. Ich komme also nicht aus einem urfrömmigen Elternhaus. Das ist auch ganz gut so. In meiner Sturm- und Drangzeit war ich viel unterwegs. Ich bin mit 18 aus meinem Job als Physiklaborant ausgestiegen und habe dann Straßenmusik gemacht. Eigentlich wollte ich Astrophysiker werden.

Ist Liedermacher nicht viel spannender?
Also ich bin nach wie vor Hobbyastronom und interessiere mich seit Jahrzehnten für dieses Thema. Ich bin dann quasi ausgestiegen und nach Indien gegangen und wollte dort eigentlich bleiben. Ich wollte dort Musik studieren, hatte auch ein bisschen Tabla Unterricht. Ich war dem Buddhismus, dem Hinduismus angetan, aber als ich dann dort war ist mir klar geworden, dass ich besser dahin zurück gehen sollte, wo ich her komme. Denn da verstehe ich die Gesellschaft und vor allen Dingen verstehe ich auch meine Religion. Da habe ich zum erstem Mal erkannt, wie wichtig es ist die religiösen Wurzeln zu entdecken. Dann passierte über viele Umwege das, was eben oft bei Menschen passiert, ich habe mich klassisch bekehrt. Und mit dieser Bekehrung begann für mich quasi so etwas Ähnliches wie ein missionarischer Ruf.

Was verstehen Sie unter Bekehrung und wie würden Sie das jemandem erklären?
Das ist wieder so dieses typische christliche Vokabular, das ist keine schlechte Frage. Ich war durch sehr unterschiedliche Situationen in meinem Leben an einen Punkt gekommen, an dem ich nicht mehr wollte und wenn ich den Mut gehabt hätte, dann wäre ich irgendeine Brücke runter gesprungen oder hätte mich vor den Zug geworfen. Ich war sehr verzweifelt und dann traf ich einen Menschen, der sich um mich bemühte, der sich um mich kümmerte, der Zeit für mich hatte und mich dann einlud in seinen Hauskreis. Da bin ich dann eben mal hingegangen, sehr unvoreingenommen und da saßen dann etwa fünfundzwanzig Menschen. Sie sangen zusammen, spielten zusammen, sangen christliche Lieder mit Jesus und Gott und erzählten ein bisschen von der Bibel, das fand ich ganz interessant. Und dann gab es da so eine Zeit des Gebetes, das war mir alles sehr fremd, aber trotzdem ließ ich mich darauf ein und schloss die Augen. Und plötzlich hörte für mich die Zeit auf. Und ich wusste nicht mehr, bin ich jetzt noch eigentlich hier in diesem Zimmer oder bin ich ganz woanders. In dieser Zeit, die ich nicht terminieren kann, passierte diese Bekehrung. Ich hatte eine Vision, sagen wir es mal so, ich hatte tatsächlich ein inneres Bild vor mir. Dieses Bild, was ich sah, das war die Erde, diese wunderschöne blaue Perle. Und dann sagte ich mit lauter Stimme, das habe ich noch nie gemacht, ich sagte „Hey Leute, ich bin nicht mehr von dieser Welt“ ohne zu wissen, dass das ein Zitat aus dem Johannesbrief war. Und dann stellte sich auf einmal Jesus vor als eine Erscheinung im Licht, ohne Gesicht, ohne Klamotten, ohne alles, einfach nur eine Person mit Licht und sagte „Hallo, ich bin es, du hast mich gesucht. Ich stelle mich vor, mein Name ist Jesus, für Dich bin ich jetzt Dein Meister“. Seitdem sind jetzt fast 30 Jahre vergangen und seit damals habe ich überlegt, wie kann ich das was ich erlebt habe transportieren? Nun bin ich kein guter Redner gewesen, kein Prediger oder so etwas. Ich war eben Musikant auf der Straße, ganz schlicht und einfach. Als Autodidakt stand ich da und habe mein Zeug gesungen und dann fing ich einfach an zu schreiben von dieser Erfahrung. Die ersten 5 Jahre danach war ich mit meinen Texten sehr naiv und auch plakativ.

Wie reagierten die Menschen auf Sie und Ihre Musik?
Einige haben gedacht, ich hätte eine Klatsche. Und dann gab es aber auch Seelenverwandte, die mich ansprachen und mich lobten. Und so ergaben sich Kontakte zu anderen Christen, aber auch zu Leuten die sehr kritisch und nachdenklich waren. Und im Laufe der Jahre habe ich einfach immer mehr geschrieben. Ich rutschte dann so ein bisschen in die missionarische Musikszene rein und habe dort sehr viele Jahre rumgeschnuppert. Gemeinsam mit meinem Musikerkollegen Laurent haben wir dann viele Konzerte gegeben bei Veranstaltungen mit Ulrich Pazani und anderen Predigern.

Was würden Sie heute gern mit Ihrer Musik erreichen, wenn Sie nicht missionarisch sein wollen?
Ich möchte meine Botschaft subtiler rüberbringen und den Menschen ein Stück weit Appetit darauf machen, dass es da noch etwas anderes gibt, gerade in unserer säkularisierten Welt. Dass es da etwas gibt, das die Seele füllen kann, was der Mensch braucht. Ich habe da so ein Textzitat aus einem meiner Lieder „Ich brauch ein Licht, wenn ich ins Dunkel tauch“. Und der Glauben ist für mich dieses Licht, ich brauche eine Orientierung, einen Maßstab und ich brauche ein Wertesystem, das verlässlich ist und das finde ich für mich in meinem christlichem Glauben. Das versuche ich in meinen Konzerten für Familien mit meiner Sängerin Bärbel Kunz oedr meinem Partner Laurent zu transportieren.

Und haben Sie das Gefühl, dass die Menschen Sie verstehen?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei so einem christlich sozialisierten Publikum, das auf bestimmte Vokabeln reagiert wie „Jesus liebt dich, du brauchst Jesus, du kommst ohne Jesus in die Hölle“, meine Botschaft gar nicht rüber kommt, weil ich einfach nicht deren Vokabular benutze. Bei Menschen wie Du und ich, habe ich das Gefühl tatsächlich mehr die menschlichen Herzen zu treffen und zu berühren.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Wenn ich einen Wunsch frei hätte? Ich wünschte mir, dass wenn ich ein alter Mann bin, dass unser Sohn, der Sohn von meiner Frau und mir, ein genauso erfülltes Leben leben darf, wie ich es bis jetzt gelebt habe und vielleicht auch noch zukünftig leben werde.

 

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