Kai Diekmann

den BILD-Chefredakteur

Er zählt zu Deutschlands Meinungsmachern. Kai Diekmann ist Chefredakteur und Mitherausgeber der Bildzeitung. Tagtäglich werden fast fünf Millionen Zeitungen mit der berühmt berüchtigten BILD-Schlagzeile aufgemacht und verkauft. Diese rotgefassten Schlagzeilen zu übersehen ist unmöglich. BILD weiß genau, wie die Menschen auf der Straße anzusprechen sind und welche Stimmung im Volk herrscht. Politiker fürchten und bewundern das Blatt gleichermaßen und Kai Diekmann hat schon manchen Prozess gegen führende Politiker gewonnen. Der Chefredakteur ist ein Meister der einfachen Sprache und der aussagestarken Bilder, nicht selten am Rande moralischer Grenzen.

 

Kai Diekmann, die BILD-Titelzeile auf Seite eins beschäftigt täglich zwölf Millionen Menschen, ist also eine wichtige Zeile. Ich vermute, dass nicht stundenlang darüber nachgedacht wird, sondern dass Sie vielleicht spontan aus dem Bauch heraus sagen: Diese nehmen wir und keine andere.
Wie funktioniert das genau? Was geht in Ihnen vor, wenn Sie mit Alternativen konfrontiert werden?

Richtig ist, dass am Ende einer entscheiden muss, der letztendlich dafür verantwortlich ist und im Zweifelsfall den Kopf für eine Schlagzeile hinhalten muss. Eine Schlagzeile mit der Wucht der Bildzeitung, muss ganz genau überlegt werden, weil sie gezielt auf einen Punkt setzt. Sie macht Meinung und bestimmt das Thema, über das die Menschen am nächsten Tag reden werden.
Es ist zum Glück so, dass die Entscheidung über die Schlagzeile nicht von einem allein an der Spitze getroffen wird, sondern im Team diskutiert wird. Zu der Chefredaktion von BILD gehören ganz viele Männer und Frauen, die den Tag durch darüber nachdenken, wie das Blatt aussehen könnte, welche Themen ins Blatt gehören und die sich dann irgendwann am Nachmittag versammeln und überlegen, was der spannendste Stoff für Morgen sein wird, der die Menschen am meisten berührt oder am meisten unterhält. Oder aber was ist ein zwingend wichtiger Stoff, der so wichtig ist, dass es unsere Schlagzeile sein muss.
Wir haben viele Außenredaktionen, überall in Deutschland. Und der Tag beginnt mit einer gemeinsamen Telefonkonferenz um 11.00 h, wenn wir uns bereits alle eingelesen haben. Dann bitte ich die Kollegen in dieser großen Telefonkonferenz, ihren Schlagzeilenvorschlag für den nächsten Tag zu formulieren. So entsteht dann was. Da wird gespielt, und es gibt Alternativen. Man schaut, ob das gut ist oder nicht. Manchmal ist das quälend.

Gibt es auch manchmal Streit?
Ja, natürlich. Das ist auch richtig. Es muss Leute geben, die sagen: "Ich trau mich dort ganz weit zu gehen." Und es gibt Leute, die sagen: "Aber ist das denn so, entspricht das der inneren Wahrheit? Die innere Wahrheit ist doch eine ganz andere!"
Ich finde es richtig, dass diese Schlagzeilen so ausdiskutiert werden. Ganz am Ende, wenn wir uns sicher sind, bitten wir natürlich auch Juristen im Haus, sich eine Schlagzeile genau anzuschauen und zu prüfen, ob wir dort möglicherweise irgendwelche Regeln verletzen, das Presserecht verletzen, bevor wir uns dann für eine Schlagzeile entscheiden.

Können Sie sich an eine Schlagzeile erinnern, die Sie nicht genommen haben und es später vielleicht sogar bereut haben?
Ja, es passiert natürlich immer, dass man glaubt, man kann einen Stoff halten. Nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September, hatten wir über sehr gute Quellen sehr frühzeitig Informationen über das berühmte Testament erhalten, das die Terroristen in einem Leihwagen hinterlassen hatten. Wir glaubten, die Angelegenheit einen Tag liegen lassen zu können, weil sich die Schlagzeilen in jenen Tagen von selbst fast formuliert haben. Dann kam nachts die Washington Post mit der Geschichte. Da ist uns ein echter großer Stoff durch die Lappen gegangen. Das tut richtig, richtig weh. Es gibt aber auch Schlagzeilen, die einem Leid tun und dann trotzdem dort stehen.

Die Bildzeitung ist ein riesiger Komplex. Wie führen Sie diesen großen Komplex?
Ich bin jemand, der ausgesprochen gern im Team arbeitet. Ich bin kein Einzelkämpfer. Ich brauche Menschen, mit denen ich zusammen arbeiten kann. Und das geht bei BILD ganz hervorragend. Der ganze Tag ist ein Ablauf von Konferenzen: Inhaltskonferenzen, Schlagzeilenkonferenzen, Fotokonferenzen, Seitenkonferenzen. Wir überlegen, was wir für das Blatt heute, morgen, nächste Woche tun können. Das findet immer im Gespräch statt. Journalismus findet auf dem Gang statt, wenn Menschen miteinander reden. Und deshalb macht diese Arbeit für eine solche Zeitung ungeheuer Spaß.
Es stimmt übrigens nicht, dass es keine dicke Zeitung ist. Es gibt ganz viele Bildzeitungen. Unsere Bundesausgabe hat immer zwischen zwölf und 16 Seiten. Aber unsere Stadtausgaben, beispielsweise hier in Hamburg, hat bis zu 48 Seiten. Das ist mehr, als das Hamburger Abendblatt hat. Ähnlich ist das mitunter in Berlin, in Frankfurt, in München.

Ist das auch Lokaljournalismus?
Ja, das ist ganz normaler Lokaljournalismus. Die Bildzeitung ist hier in Hamburg außerdem die größte Lokalzeitung.

Wenn Sie eine neue Serie machen würden, mit dem Titel: "Meine persönliche Moral", wie würde Ihre Moral aussehen?
Ich glaube, für eine Serie würde sich das nicht so eignen. Wenn wir Serien überlegen, denken wir immer darüber nach, was sich für einen Serienstoff eignet. Ich habe gerade ganz aktuell die Fahnen für das neue Buch des Dalai Lama gelesen, "Botschaften an das Herz". Das eignet sich für eine Serie.
Eine BILD-Serie hieß: "Ich erkläre die Zehn Gebote". Hier in Hamburg machte es der Weihbischof Jaschke. Das war ganz toll und hat hervorragend funktioniert! Aber Serienstoffe zu finden, das ist gar nicht so einfach, denn sie müssen von Tag zu Tag tragen, müssen neugieriger machen.
In der Tat ist allerdings richtig - was in Ihrer Frage mitschwingt-, dass Stoffe, die sich mit Orientierung, mit Sinngebung beschäftigen, unsere Leser auch ganz besonders interessieren. Darum habe ich mich jetzt für den Dalai Lama interessiert, da im vergangenen Jahr das Buch des Dalai Lama bei Herder erschienen ist. Denn in der Informationsgesellschaft, in der wir heute leben, suchen die Menschen tatsächlich so etwas wie Sinnorientierung.

Die Bildzeitung ist ein sehr emotionales Blatt, was sicherlich auch ihre Stärke ist. Da stellt sich doch auch die Frage nach der Moral. Können Sie mit dem Begriff Moral nichts anfangen?
Zunächst muss man sagen, dass es einen Pressekodex gibt, den sich die deutschen Zeitungen und Zeitschriften selber gegeben haben. Daran halten wir uns. Und wenn wir uns nicht daran halten, dann werden wir dafür gerügt.
Es gibt die eine oder andere Bestimmung, über die man sich streiten kann. Aber letztendlich ist es eine Entscheidung, die man täglich fällen muss, was man druckt und was nicht.

Letztlich greift man auf eine innere Stimme zurück. Wann meldet die sich bei Ihnen?
Die meldet sich sehr, sehr, sehr häufig. Das ist das ganz normale moralische Gerüst, mit dem jeder normale Mitmensch ausgerüstet ist, das man hier braucht, um anständig Zeitung machen zu können. Natürlich ist Bild immer eine Gratwanderung, die natürlich schnell Gefahr läuft, in der Verkürzung oder in dem Vorgang etwas auf den Punkt zu bringen und dann auch mal daneben zu liegen. Ich habe vorhin darüber gesprochen, dass es auch Schlagzeilen gibt, die einem Leid tun. Wir haben nach dem 11. September, nachdem wir ein Foto von Ata, dem Todespiloten hatten, eine Schlagzeile formuliert: "Ata, fahr ewig zur Hölle". Das ist eine Zeile, die würde ich heute nicht mehr machen.

Warum nicht?
Als bekennende Christen haben wir nicht das Recht, wem auch immer die ewige Hölle zu wünschen. Aus meinem christlichen Verständnis heraus, bin ich ein entschiedener Gegner der Todesstrafe, und wann immer sich Gelegenheit bietet, in BILD zu erklären, warum Menschen nicht das Recht haben über das Leben anderer Menschen zu entscheiden, dann tun wir das mit einer hohen Emotionalität. Sie erinnern sich vielleicht an die Hinrichtung des Oklahoma-Attentäters. Wir haben das wochenlang mit einer Serie begleitet und zum Tag der Hinrichtung dazu auch den Hauptkommentar geschrieben. Das war ein leidenschaftlicher Appell gegen die Todesstrafe.

In diesem Jahr 2003 ist "Das Jahr der Bibel". Sie haben sich entschieden, jeden Tag in der gebotenen Bildzeitungskürze einen Bibelspruch und auch eine Auslegung von einem Prominenten dazu zu bringen. Was ist Ihr Lieblingsspruch? Welcher ist für Sie wichtig?
"Am Anfang was das Wort." Johannes. Nicht so überraschend für einen Journalisten. Ich bin ausgesprochen überrascht, mit welcher Kreativität, welcher Fülle uns die Prominenten begegnen. Ich finde es übrigens ganz toll, wie es all diesen Prominenten gelingt, die Bedeutung der Bibelsprüche tatsächlich auch in zwei Sätzen zu erklären.
Wir haben schon zahlreiche Anfragen bekommen, ob wir daraus nicht ein Buch machen wollen. Das ist wirklich eine tolle Sache. Ich beobachte mich selbst dabei, wie ich jeden Tag danach suche. Mittlerweile weiß ich, es ist auf Seite drei und hat dort seinen festen Platz. Darüber freue ich mich. Die Bibel ist eben das Buch der Bücher! Mit seinen Geschichten ist es ein ungeheuer aktuelles Buch, mit dem was es uns für heute zu sagen hat. Ich finde den Versuch absolut unterstützenswert, den Menschen einen neuen Zugang zu diesem Buch zu verschaffen. Vielen ist die Hemmschwelle, sich an die Bibel heranzuwagen, zu hoch. sehr hoch. Wenn man dazu beitragen kann, Mut zu machen, sich an die Bibel zu wagen, dann ist das eine gute Sache.

Und Jesus selbst hielt sich sehr kurz und sehr prägnant in seinen Worten. Da könnte mancher Journalist durchaus daraus lernen. Ist das so?
Richtig. Ich saß schon mit dem bekannten Bruder Paulus irgendwo auf einem Podium, der mir immer erzählt, wie viel „Bildzeitung“ auch in der Bibel steckt, dass es auch immer die gleichen Geschichten sind, Geschichten über Menschen. Gerade im neuen Testament geht es um die Beziehung zwischen Menschen, wie Menschen miteinander umgehen. Und das sind die ewig, gleichen Themen, die für uns relevant sind. Das sind auch die Themen, die natürlich uns bei BILD beschäftigen.

Wann haben Sie entdeckt, dass die Bibel diese Funktion erfüllt?
Ich war Ursulinenschüler und habe im vierten Abiturfach Religion belegt gehabt. Insofern sind mir die kirchlichen Themen nicht ganz fremd. Natürlich habe ich mich damit auch beschäftigt, als ich zu BILD gegangen bin.
Damit komme ich wieder auf Ihre Frage von vorhin zurück. Es ist eine Sache, die hier einem jeden Tag abverlangt wird. Was zeigt man, was zeigt man nicht. Was ist ethischer Journalismus und was nicht.

Reden Sie über Glaubensthemen in der Redaktion?
Ja, natürlich. Wir haben jetzt angefangen, auf unseren Ratgeberseiten Glaubensfragen zu behandeln. Wir haben festgestellt, dass es hierzu ein hohes Interesse gibt. Es ist immer ein Glücksfall, wenn wir einen Kirchenvertreter finden, der in der Lage ist, Glaubensfragen in der gebotenen Kürze interessant zu beantworten. Es sind die einfachen Fragen, die die Menschen stellen. Es sind Fragen wie: „Was sage ich meinem Kind, wenn das Hauskaninchen tot ist? Darf ich dann sagen, das Hauskaninchen ist im Himmel?“ Ich bin immer wieder hingerissen, welche Worte z.B. Bruder Paulus findet, entsprechende Botschaften zu versenden.

Zur Erläuterung sei kurz erwähnt, dass Bruder Paulus die Bildzeitungsschlagzeilen aufgreift, um diese in eine christliche Botschaft umzuwandeln. Das ist sicher eine hohe Kunst.
Die Bildzeitung hat früher oftmals Tabus gebrochen. Private Sender machen das heute mit größerer Selbstverständlichkeit als die Bildzeitung. Gibt es 2003 noch Tabus?

Die klassische Rolle des Boulevard bestand vor 25 Jahren darin, mit Themen wie Sex and Crime groß zu werden. Das waren Themen, die in den Medien derart nicht vertreten waren.
Sie haben Recht, heute gibt es einen Selbstüberbietungswettbewerb, Tabus zu brechen, sie zu verletzen. Es gibt kaum noch ein menschliches Geheimnis, was nicht ins Scheinwerferlicht gezerrt und übertragen wird, letztlich auch im Internet. Ich bin froh, dass wir diesen Wettbewerb nicht führen müssen, dass wir daran nicht teilhaben, dass wir das wirklich getrost den anderen überlassen können. Ich kann es auch zynisch sagen: So schön rot, wie das Blut im Fernsehen läuft, das kann BILD nicht, aber das will BILD auch nicht. Und deshalb haben wir uns aus diesem Wettbewerb verabschiedet.

Was würden Sie denn als nach wie vor geltendes Tabu bezeichnen? Besteht der gesellschaftliche Konsens, der beinhaltet, dass die überwiegende Mehrheit der Meinung ist, dieses oder jenes ginge nicht.
Es wird immer mehr. Bei bestimmten Formaten wie Big Brother oder letztlich natürlich auch wie Superstars, geht's um eine moderne Form des Gladiatorentums. Das sind echte Tränen, die da fließen. Das sind echte seelische Belastungen, die da zum Ausdruck kommen. Eindeutig überschritten wird meiner Meinung nach in diesen unerträglichen Nachmittags-Talksendungen. Wenn ich manchmal Gelegenheit habe, reinzuschauen, muss ich sagen, es widert mich an.

Was widert Sie an?
Auf welche Art und Weise Menschen vorgeführt werden, Menschen, die nicht beurteilen können, welche Folgen ein solcher Auftritt für sie hat, wenn sie mit gewissen Aussagen vor die Kamera gezerrt werden, wenn sie ihre Schwester, ihre Mutter, ihren Partner beschimpfen. Ich finde es ungeheuer heuchlerisch, wenn dann Moderatoren eingreifen und fragen: „Was weinst du denn“, und die Betroffenen in den Arm nehmen. Das ist für mich eine Sache, die ich einfach widerlich finde.

Womit kann man Sie so richtig ärgern?
Erstens bin ich ein Choleriker, insofern fällt es mir gar nicht so schwer, mich zu ärgern. Zweitens kann ich aber auch sehr schnell wieder lachen. Als ich zu BILD kam, hat mich mein publizistischer und journalistischer Ziehvater gelehrt: „Stelle immer die Frage nach der inneren Wahrheit!“ Das ist ein ganz wichtiges Kriterium für uns. Es ist für mich ganz wichtig, dass wir uns Geschichten anschauen und fragen: Was ist denn nun die innere Wahrheit?
Ein Beispiel aus der Politik: Es ist sehr, sehr, sehr einfach, publizistische Stimmung zu machen, gegen die Erhöhung von Diäten von Abgeordneten, seien es Landtagsabgeordnete, seien es Bundestagsabgeordnete. Zwar bin ich der Meinung, dass die Versorgung von Politikern heute zu üppig geregelt ist, dennoch muss ich sagen, bezüglich der Diäten werden sie nicht gut bezahlt. Ich finde es nicht in Ordnung, wenn man regelmäßig zu jeder Erhöhungsrunde mit entsprechenden Totschlagargumenten agiert. Da stimmt die innere Wahrheit nicht.

Wovor haben Sie Angst? Kennen Sie das Gefühl, Angst zu haben?
Ja, natürlich. Das hat etwas auch mit Respekt vor der Zeitung und vor der Macht der Zeitung mit ihren 12 Mio. Lesern zu tun. Natürlich habe ich Angst, dass infolge einer Berichterstattung, die bei uns im Blatt steht, es zu irgendwelchen Dramen kommen könnte. Ich habe relativ wenig Mitleid mit Politikern, die sich ins Lampenlicht drängen und dann in der Zeitung stehen. Auch nicht mit Showstars, denn die suchen das Licht, die brauchen das Licht für ihren beruflichen Erfolg. Sie müssen auch akzeptieren, dass sie das Licht vor der Öffentlichkeit nicht einfach ausknipsen können, wenn es mal nicht nach oben, sondern nach unten geht. Man muss akzeptieren, dass Zeitungen auch dann berichten.
Ein gutes Beispiel dafür ist unser Bundeskanzler, der auf dem Weg nach oben sehr wohl gewusst hat, die Medien zu nutzen. In Krisenzeiten fängt er an, den Medien die Berichterstattung juristisch zu verbieten. Ich glaube, das funktioniert nicht.
Ich habe häufig Mitleid mit Menschen, die von jetzt auf sofort im Rampenlicht stehen - beispielsweise infolge von Unglücksfällen - und damit nicht umgehen können. Menschen, die nicht wissen, was es bedeutet, auf einmal im Rampenlicht zu stehen.
Bedenken Sie den furchtbaren Amoklauf von Erfurt. Ich denke oft daran, wie es wohl jetzt den Eltern gehen, deren Leben noch vor dem Amoklauf intakt gewesen ist und die auf einmal mit einer Wirklichkeit konfrontiert sind, in der nichts von dem Leben übrig bleibt, was sie bisher geführt haben. Das sind Menschen, die mir Leid tun.

Haben Sie Angst vor dem Tod?
Ja, natürlich. Man verdrängt es natürlich auch. Als Christ habe ich die Hoffnung, dass mein Leben nicht nur diesseitig ist oder darauf beschränkt ist. Das fände ich auch sehr arm. So müsste ich ja jeder Minute hinterher trauern, die wir jetzt hier sitzen. Und so müsste ich mich fragen: Warum genießt du dein Leben nicht, warum begibst du dich wieder freiwillig zur Arbeit? Gerade das ist es nicht, sondern ich habe die Hoffnung, dass wir irgendwo anders auch aufgehoben sind.

Also glauben Sie auch an ein Leben nach dem Tod?
Ja, ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Ob der Begriff Leben richtig ist, das weiß ich nicht. Aber ich glaube, dass sich unsere Existenz nicht nur auf die 80 Jahre begrenzt, die uns hoffentlich hier gegönnt sind. Das wäre mir zu einfach und zu einseitig. Dann hätte ich wirklich Angst. Ich hätte immer das Gefühl, einer Sache hinterherzulaufen. Ich glaube, dass das etwas anderes ist.

Wenn Sie einmal einen einzigen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Ich wüsste gerne, was danach wäre.

 

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