Kathy Kelly

Sängerin und Musikerin

Immer wieder brint man sie mit „Familie“ in Verbindung: Kathy Kelly gehörte bis 1999 zur Kelly Family und ist seit 2001 als Solomusikerin erfolgreich. Mit neun Jahren lernte sie Geige und Klavier und bekam Ballettunterricht. Sie wurde Primaballerina und klassisch ausgebildete Opernsängerin. Als ihre Mutter 1981 starb, musste Kathy mit knapp 18 Jahren die Mutterrolle für die jüngeren Geschwister übernehmen. Inzwischen hat sie selbst einen Sohn und macht weiter Musik, oft auch mit christlichem Inhalt.

 

Diese Hinwendung zum christlichen Thema in der Musik war doch nicht immer. Das ist doch etwas, was irgendwann kam.
Ich muss ehrlich sagen, die war schon immer da. Ich habe das nicht stets gezeigt, aber ich kann mich erinnern, dass mein erster Auftritt mit sechs Jahren in einer Kirche war. Ich bin in Spanien großgeworden, in einem Dorf, wo Kirche und Festlichkeiten auf eine ganz fröhliche Art miteinander verbunden waren.

Dann ist es gerade diese fröhliche Art des Christlichen, die Ihnen gefällt und die Sie weitergeben möchten?
Ja, absolut.

Sie haben ja eine umfangreiche Vergangenheit: Sie kamen in Amerika zur Welt, wuchsen in Spanien auf und kamen dann nach Deutschland.
Wir haben auch vier Jahre in Frankreich gelebt. Jetzt pendle ich im Zwei-Wochen-Rhythmus zwischen Irland und Deutschland hin und her.

Wie geht’s Ihnen damit?
Gut. Wenn es in Irland zu ruhig ist, komme ich nach Deutschland und habe eine bisschen Action. Dann gehe ich wieder zurück und gönne mir Ruhe.

Sie brauchen diese Abwechslung.
Ja, zum einen brauche ich Action, dann aber auch wieder absolute Ruhe. Ich habe ein Haus in der Nähe des Meeres und erhole mich viel an der frischen Luft.

Segeln Sie?
Ja.

Auch bei schlechtem Wetter?
Ja, ich fahre gerne raus auf die wilde See.

Was singen Sie selbst am liebsten, und welche Lieblingslieder haben Sie?
Meine persönlichen Lieblingslieder sind eher spiritueller Art und Ihren Ursprung in uralter Gregorianik. Ich mache auch gerne spanische Musik.
Mit dem Flamenco kann ich mein Temperament wecken.

Wie feiern Sie Weihnachten? Weihnachten ist ein Fest, bei dem viele Leute singen, die sonst nie singen. Wie machen Sie das?
Ich muss ehrlich sagen, dass wir an Weihnachten nicht so singen, weil wir das ganze Jahr über so viel singen. Früher jedoch in Spanien, an den Tagen, an denen wir nicht auftraten – zwischen dem 15. Dezember und dem 06. Januar - haben wir jeden Abend gesungen. Heute machen wir ein schönes Essen und entspannen.

Treffen Sie sich mit der ganzen Kelly-Familie, also auch mit Ihren Geschwistern?
Weihnachten feiert jeder mit seiner eigenen Familie. Am Ende des Jahres sehen wir uns dann vielleicht alle.

Wie viele sind sie dann alle zusammen?
Mittlerweile sind wir sehr viele, mit Enkeln und Partnern fast 50.

Auf Ihrer CD haben Sie auch weihnachtliche Lieder.
Wir haben zwei Weihnachtsplatten aufgenommen. Eine in Holland 1981 mit internationalen Liedern in deutscher, englischer und lateinischer Sprache. Eine zweite folgte 1995. Wir nahmen auch eine Platte auf mit traditionellen, deutschen Weihnachtsliedern, die allerdings nie erschien.

Warum nicht?
Damals starb unsere Mutter, und wir hielten über alles still. Es gab dann nie die Möglichkeit, die Platte herauszubringen. Es waren sehr gute deutsche Weihnachtslieder wie „Stille Nacht“ oder „Es ist ein Ros‘ entsprungen“.

Das ist schade.
Ja, aber irgendwann kommt das.

Wie ist Ihre eigene Einstellung zum Christentum? Was ist Ihnen daran besonders wichtig?
Ich bin von klein auf in einer katholischen Familie aufgewachsen, meine Mutter war evangelisch. Das Christentum ist für mich die Basis für Glauben, Hoffnung, Ethik und Moral. Ich kann mir nur ganz schwer vorstellen ohne Christentum zu leben. Es gibt Leute, die von sich sagen, sie glauben nicht, aber ich meine, ohne Glauben kann man gar nicht leben. Irgendeine Art von Glauben muss da sein. Er ist ein Teil von etwas sehr großem, etwas von spiritueller Kraft.

So ist Gott ist ein fester Bestandteil in Ihrem Leben.
Ja. Ich denke, das Bewusstsein ist ein Teil von etwas viel größerem, von dem man geführt wird. Gott – so glaube ich - hat für jeden Menschen eine Bestimmung. Man ist ruhiger, wenn man das weiß.

Das gibt Gelassenheit und auch Grundvertrauen in das Leben, das man führt. Spielt das Gebet für Sie eine besondere Rolle?
Ja, aber ich bete dann, wenn ich das brauche. Man sagt ja auch, Musikmachen ist zweimal beten. Ich kann sehr viele Bedürfnisse mit meiner Musik ausdrücken.

Sie beten also singend. Das ist interessant.
Das ist ja eine alte europäische Tradition. Schon die die Benediktiner pflegten das und machen es noch heute so. Sie beten singend sechs Stunden am Tag.

Ist die Weihnachtsgeschichte, diese alte, sehr anheimelnde Geschichte mit dem Jesuskind im Stall, den Engeln und den Hirten auf dem Felde. Ist die für Sie von Bedeutung?
Sehr! Mit fünf oder sechs Jahren brachte mich mein Vater nach Spanien, in eine Gegend, wo die Leute wie in Betlehem lebten. Das war in Südspanien. Wir kochten auf einem Feuerherd und gingen mit dem Esel Wasser holen. Diese Armut oder Bescheidenheit barg auch eine ganz große Freude in sich. Diese Betlehem-Geschichte mit der Geburt Jesu kann ich daher gut nachvollziehen.

Beschäftigen Sie sich näher mit der Bibel?
Ja, ich habe immer eine Bibel dabei und lese jeden Tag darin. Ein Freund lehrte mich in der letzten Zeit das Alte Testament zu lesen und zu verstehen. Die Lebensweisheiten der Propheten entsprechen oft unseren eigenen menschlichen Erfahrungen.

Wenn Sie einmal einen einzigen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Ich würde mir wünschen, dass die ganze Welt etwas mehr ökumenischer denken und agieren würde, Dass die Religionsgemeinschaften respektvoller miteinander umgingen und ohne kriegsbringenden Fanatismus auskämen. ich wünschte mir auch, die Menschheit käme ohne Profitgier aus. Es gibt genug, was wir als Menschen auf dieser Erde zum Leben brauchen.

 

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