Christiane Hörbiger

Schauspielerin

Christiane Hörbiger
Christiane Hörbiger im Gespräch mit Hanno Gerwin
Christiane Hörbiger im Gespräch mit Hanno Gerwin

Christiane Hörbiger ist eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum. Als Tochter von Paula Wessely und Attila Hörbiger in Wien geboren, kam sie schon sehr früh mit Theater, Film und Fernsehen in Kontakt. Zu Ihrem 70. Geburtstag hat sie ein Buch mit dem Titel „Ich bin der weiße Clown“ herausgebracht, worin sie ihre Lebenserinnerungen niedergeschrieben hat.

 

Wie feiert eine Grande Dame Ihren 70. Geburtstag?
Ich hätte ihn am liebsten gar nicht gefeiert und unter den Teppich gekehrt. Ich habe ihn dann ganz fantastisch mit dem Team verbracht, mit den Menschen, die mit mir um fünf Uhr früh aufgestanden sind, um den Film „Besuch der alten Dame“ zu drehen. Ich habe sie in ein Restaurantfestsaal eingeladen und dann haben wir uns gemeinsam den Film angeguckt, der an meinem Geburtstag lief. Mein Lebensmensch und mein Sohn waren bei mir, aber ein richtiges Fest für Freunde machen wir erst Ende November.

Wann haben Sie gefühlt, dass es Sie zum Schauspiel und Film zieht?
Das kann ich Ihnen genau sagen. Ich war 12 Jahre alt und habe mich mit alten Vorhängen verkleidet. Die alten Vorhänge wurden abmontiert und lagen rum. Ich habe mich mit dem weißen Stoff eingehüllt und fand es wunderbar. Ich hatte eine Schleppe, ich konnte mich als Hexe verkleiden, spielte die Königin oder die Prinzessin und war glücklich. Nach dem Krieg hatte man nicht sehr viel Geld. Ich dachte, ich möchte gerne viele Leben leben. und nicht nur mein Leben leben.

In Ihrem Buch beschließen Sie die Kapitel mit kleinen Fazits. Um was ging es Ihnen dabei?
Ich habe in Gedanken die Menschen angesprochen, die mir nahe sind. In der Hauptsache Frauen, natürlich lesen auch Männer das Buch. Ich bin keine Intellektuelle. Ich schreibe für Frauen, die so denken wie ich und wo ich weiß, denen bin ich nahe. Ich weiß, dass ich in diesen Filmen den Frauen nahe bin. Die Rollen, die man mir anbietet passen zu mir. Darum auch diese Fazits und diese Lebenserfahrungen, die einem manchmal über den Tag oder über schlimme Stunden hinweg tragen helfen.

Wenn Sie einen letzten Koffer packen müssten, was würden Sie hineinpacken?
Vielleicht übersiedele ich noch drei Mal in meinem Leben. Ich würde es so ausdrücken, einen Koffer auf eine Insel mitnehmen. Ich würde ihn vollstopfen mit den wunderbaren Geschenken, die mir die deutsche Presse zu meinem 70. Geburtstag gemacht hat. Da waren wunderbare Dinge über mich gestanden. Die würde ich sammeln und in diese Kiste mit hineinpacken.

Wer ist für Sie ein wirklicher Freund?
Ein Freund muss Verständnis haben, dass man nicht immer an seinen Namenstag oder an seinen Geburtstag denken kann. Ich habe ein Briefchen geschrieben und einen Kuchen gebacken, das geht in unserem Beruf nicht immer. Freunde sind die, die meinen Beruf verstehen, die mich verstehen und trotzdem mit mir befreundet bleiben.

Lilli Palmer verstarb 1986. Auch Sie war eine gute Freundin von Ihnen.
Ja. Sie wäre die letzte gewesen, die gesagt hätte, Christianchen du hast meinen Namenstag vergessen oder meinen Geburtstag. Die wusste wirklich, wie es in der Welt zuging. Das war eine Freundschaft, auf die ich sehr stolz war. Leider zu kurz.

In Ihrem Buch schreiben Sie: Du bist nicht gläubig, ich bin es schon und das ist ein Unterschied. Was bedeutet dieser Satz?
Das bedeutet praktisch gesehen, dass ich mich manchmal dabei ertappe wie ich sage: Siehst du Lilli, du hast dich geirrt, du bist noch immer da oben. Es gibt dich sehr wohl. Deine Gedanken, die nicht nur in den Büchern stehen, die sind auch in meinem Hirn und du sprichst mit mir. Ich bin ganz sicher, dass sie irgendwo auf einer Wolke ist und jetzt ein bisschen lächelt. Vielleicht über mich. Nicht mehr mit ihrem Körper, aber ich bin sicher, dass ihre Seele vorhanden ist.

Glauben Sie, dass die Seele weiterlebt?
Selbstverständlich und sie ist sicher beim lieben Gott. Nicht da oben auf der Wolke, aber sie ist bei Gott.

Wie stellen Sie sich das vor?
Nein, darüber soll man nicht sprechen. Es ist das größte Geheimnis, das uns alle erwartet.

Ist das ein Glaube, den Sie aus der Kindheit – aus Ihrem Elternhaus - mitgenommen haben?
Ja, natürlich. Ich bin römisch-katholisch erzogen und war in einer römisch-katholischen Klosterschule. Selbstverständlich habe ich dagegen protestiert, innerlich und sicher auch mit Trotz und auch nicht immer zu meinem Besten. Äußerlich hat man sich nicht so sehr getraut, aber ich bin sehr früh aus meinem Elternhaus raus, das war schon eine Art von Protest und gegen das etwas bigotte dieser Zeit habe ich natürlich auch protestiert. Ich habe mir immer gedacht, dass kann nicht sein, dass nur der römisch-katholische liebe Gott „Der liebe Gott“ ist, der uns zu sich nimmt, wenn wir mal tot sind. Und die armen Negerlein, wir sagten damals noch nicht afrikanische Kinder, kommen die in den Himmel? Auch wenn sie nicht durch Missionsgelder getauft sind? Ja, doch, die kommen trotzdem in den Himmel.
Das war ein sehr revolutionärer Gedanke innerhalb einer Klosterschule und bei diesem Glauben bin ich geblieben. Das Hinführen zu einer Gottesgläubigkeit geschieht über eine Religion.

Gab es diesen Punkt, wo Ihnen diese Religion wieder wichtiger geworden ist?
In aussichtslosen Momenten hilft mir nur das Gebet.

Beten Sie täglich?
Das ist ein intimer Gedanke. Ich glaube ja, aber nicht bewusst, aber nicht mit niederknien und Kerzerl anzünden.

Welche Texte sind Ihnen besonders wichtig in der Bibel?
Das tägliche Evangelium. Das lese ich nicht täglich, aber am Sonntag hin und wieder. Wir haben einen ganz wunderbaren Kardinal Erzbischof, der in einer sehr gelesenen Zeitung bei uns über das Evangelium schreiben darf. Die Redaktion ist verständnisvoll und dafür bin ich sehr dankbar. Ich muss nicht die Bibel herausholen, sondern lese es in dieser Zeitung. Er hat seine Kolumne, worin er das sonntägliche Evangelium erklärt. Ich gehe vor oder nach schwierigen Dingen in die Kirche. Ich bin kein Kerzerlweib geworden, aber ich zünde meine Kerzen an, weil man damit auch was für die Kirche spendet und bis ich meine ganze Familie durchhabe, sind es 15 manchmal 16 Kerzen.

Wie lautet der letzte Satz in Ihrem Buch?
Die Harmonie mit meinen Schwestern.

Ihr Enkel hat Sie zu diesem Satz motiviert. Was ist Ihnen für die Erziehung wichtig gewesen, weiterzugeben?
Es ist das ‚woher man kommt‘ und ‚Wohin sind die Vorfahren gegangen‘. Es ist ein Halt im Leben. Ich habe zwei wunderbare Schwestern, die ich anrufen kann. Tag und Nacht, und die auch mich Tag und Nacht anrufen können. Wir nehmen sehr viel Rücksicht aufeinander, weil wir alle drei denselben Beruf haben. Wir wissen, wann wir uns nicht stören dürfen. Aus. Schluss. Fertig. Dann beherrscht man sich, dann wird man sie nicht als Klagemauer verwenden. Was man hin und wieder darf und auch soll, das dürften sie auch bei mir, sie müssen nur Rücksicht auf den Beruf nehmen.

Wenn Sie mal einen Wunsch frei hätten. Sie dürfen sich auch eine Rolle wünschen. Was wäre das?
Das was für mich geschrieben wird. Es gibt ein sehr gutes Drehbuch, das mein Sohn geschrieben hat. Es liegt bereits bei einem Sender und ich hoffe, dass der Sender diese Verfilmung bewilligt.

 

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