Joy Fleming

Soulstimme mit Mannheimer Mundwerk

Ihre Stimme ist genauso beachtlich, wie sie selbst eine stattliche Frau abgibt: Joy Fleming, die weiße Soulstimme mit Mannheimer Mundwerk. In der Quadratestadt in einfachen Verhältnissen groß geworden, hat Joy Fleming nie die Nähe zu den Menschen verloren. Mit ihrer fantastischen Stimme hat sie zu allen Zeiten ihre Fans begeistert. Auch wenn es eine kurze Zeit ruhiger um sie war, so ist die Rockröhre mit ihrem unglaublichem Stimmvolumen inzwischen wieder hervorragend im Geschäft. Der Soul, Gospel- und Rockstar Joy Fleming ist mit Power und Fröhlichkeit ausgestattet, ist mittlerweile über 60 Jahre alt und lebt im Kraichgau in einem Bauernhaus. Müdigkeit oder Temperamentsmangel kennt sie nicht.

 

Joy Fleming, 60 Jahre und kein bisschen leise. Wie fühlt man sich da?
Genauso wie vorher. Da gibt es keine Unterschiede.

In den letzten 20 Jahren haben Sie sich nicht verändert. Warum sollten Sie sich dann ausgerechnet mit 60 verändern.
Genau! Warum sollte ich mich denn mit 60 verändern? Es gibt Leute, die mit 60 die Midlifecrisis oder andere Krisen bekommen. Bei mir ist das aber nicht der Fall, vielleicht durch die Musik.

Hatten Sie die Midlifecrisis?
Nein. Ich hatte nur einmal Angst, als ich 30 wurde. Warum weiß ich nicht. Es war ganz komisch. Ich war sehr aggressiv und dachte: In zehn Jahren bin ich 40! Als ich 60 wurde, habe ich davon gar nichts gemerkt. Ich gebe auch nicht so viel auf das Alter, weil ich mir sage: Heute lebe ich und morgen ist ein anderer Tag.

D.h., Sie haben auch keine Angst, vor dem Älterwerden?
Das wäre schön! Man hat ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder man wird alt oder man bringt sich um, oder, was sehr traurig wäre, man stirbt an einer Krankheit.

Haben Sie Angst vor dem Tod?
Ja, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie das sein soll, nicht mehr da zu sein. Ich denke, das wird so sein, wie wenn ich einschlafe.

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Ja, auf jeden Fall.

Wie stellen Sie sich ein Leben nach dem Tod vor?
Dass ich alles beguck und bespitzel, was auf der Welt passiert. Dass ich noch irgendwie, irgendwo lebe. Nicht als Geist, aber dass vielleicht in Verbindung zu meinen Kindern, damit sie spüren, dass ich in ihnen weiterlebe.

Wie ist ihre Einstellung zur Religion? Religion hat sehr viel mit einem Leben nach dem Tod zu tun.
Ich bin sehr religiös und glaube sehr stark an Gott. Ich bete auch manchmal nachts, nicht immer, aber manchmal. Und ich glaube, dass mir das Beten geholfen hat. Wenn mir jemand sagt, es gäbe keinen Gott, werde ich ganz böse. Es gibt Schicksalsschläge, wo die Menschen dann sagen: „Es gibt keinen Gott! Ich glaube nicht an Gott! Und wenn es ihn gäbe, warum lässt er das zu?!“
Es gibt einen Gott, in welcher Form auch immer, vielleicht auch in mir selbst. Wenn ich sehr stark an Gott glaube, so kann ich möglicherweise vieles ändern.

Also indem Gott durch Sie hindurchwirkt. Hat Ihnen Gott nach Schicksalsschlägen auch weitergeholfen?
Ja. Ich hatte mal eine problematische Zeit gehabt. Aber da war der liebe Gott da und hat mir geholfen.

Man sagt ja auch, Gott ist die Liebe. Das müssten Sie bestätigen können.
Ja, Gott ist die Liebe. Auch in Bezug auf geschäftliche Dinge denke ich oft, oh lieber Gott, lass es weiter gehen! Und es geht weiter. Auch da war mein Glaube so stark und ist so stark geblieben, dass ich böse werde, wenn man sagt, es gäbt keinen Gott. Wenn man sieht, was armen Kindern, z.B. in Afrika widerfährt, redet man von „gottlos“. Warum? Der liebe Gott kann nicht alles regeln.

Weihnachten ist das Fest der Geburt Christi. Man muss es immer wieder sagen, weil es die Leute überm Weihnachtsgeschäft manchmal ganz vergessen. Wer ist dieser Jesus für Sie?
Ich glaube, dass es vielleicht einen Jesus gab, einen Messias, der durch die Welt ging und den Glauben gepredigt hat, der den armen Menschen etwas erzählt hat. Aber ich denke, er war ein normaler Mensch.
Vielleicht hat die Natur bei seiner Geburt ein Licht auf das Kind geworfen. Naturgewalten waren gerade damals beeindruckende Erlebnisse für die Menschen.

Wie feiern Sie Weihnachten?
Dieses Jahr möchte ich zu Hause feiern, zusammen mit meinen beiden Söhnen, deren Freunde und Freundinnen und meinem Partner Bruno. Und - was mir sehr am Herzen liegt und mir wichtig ist - ich werde meine Mutter zu mir holen. Sie ist 81 Jahre alt und wohnt in einem Altersheim. Sie ist geistig weggetreten, jedoch nicht für mich. Für mich ist sie meine Mutter. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk ist es, meine Mama zu holen, ob sie es mitkriegt oder nicht. Für mich persönlich ist es beruhigend zu wissen, dass sie bei wenigstens einem ihrer Kinder ist. Meine zwei Söhne sind beide Altenpfleger und können mir helfen, wenn etwas wäre.

Dann feiern Sie ein richtiges Familienweihnachten.
Ja, ein richtiges, traditionelles Weihnachten, mit Pute, Knödel, Rotkraut und Spätzle.

Kochen Sie auch selbst?
Ich koch alles selber. Ich möchte nichts fertiges. Nein, ich koche gern.

Bekommen Sie auch etwas geschenkt?
Das ist mir einerlei. Ich muss nichts geschenkt bekommen. Ich bin ein Mensch, der zufrieden ist, wenn die Kinder gesund sind, wenn meine Mama noch eine Weile lebt und wenn wir zusammensitzen und feiern können und uns darüber freuen, dass wir noch alle da sind.

Sie haben eine CD mit Weihnachtsliedern herausgebracht: „Jesus Christ is born“.
Ich habe versucht, der Weihnachtsmusik eine andere Richtung zu geben. Ich singe auch die traditionellen Lieder. Ohne Stille Nacht gehe ich auf kein Konzert. Ich liebe dieses Lied! Aber ich dachte mir, man könne Weihnachten auch peppiger machen, ein bisschen frischer. Es muss nicht immer alles so einschläfernd sein, sondern es darf auch mal gerapt werden.
In Amerika gibt es auch die leicht jazzigen, angerockten oder souligen Weihnachtslieder. Warum sollen wir das in Deutschland nicht auch machen.

Es wirkt gleich viel fröhlicher und man merkt, dass Weihnachten ein fröhliches Fest ist.
Weihnachten ist ein Fest der Freude. Natürlich ist Weihnachten für viele eher traurig. Wir sitzen zu Hause, haben es warm, haben zu essen und unsere Familie um uns. Viele Menschen, die auf der Straße leben, haben das nicht.
Ich habe mir auch schon mal überlegt, ob ich ein Weihnachtsfest mache, wo ich ein paar Leute mal einlade, vielleicht Kinder aus dem Kinderheim oder Leute, die unter der Brücke leben.
Oder ich gehe irgendwann mal an Weihnachten selbst auf die Straße, stelle irgendwo einen Baum hin und singe. Ich könnte mich auch in Mannheim auf den Marktplatz neben den Christbaum stellen und Musik machen und ein Metzger könnte selbstlos den Leuten schenken ein paar Würstchen schenken oder man könnte Glühwein ausgeben. So was wäre auch mal was schönes.

Da wäre dann etwas los. Eine klasse Idee.
Ja, das sollte man auch mal ganz frech machen. Und dem Bürgermeister müsste man sagen: Machen Sie mal einen Metzger locker und ein paar Getränke für die armen Leute, die nichts haben.

Wenn Sie Kummer haben, was machen Sie dann?
Dann weine ich. Viele Leute sagen, die Fleming könne nichts erschüttern. Das ist nicht wahr. Ich bin ein sehr sensibler Mensch. Wenn ich Kummer habe, ziehe ich mich in mein Schneckenhaus zurück. Dann singe ich, schreibe Texte, male oder schaue Fern. Das lenkt mich dann ein bisschen ab.

Wenn Sie einmal einen einzigen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Mein allergrößter Wunsch wäre, dass es auf der ganzen Welt endlich Frieden gäbe.

 

Aktuell

Best of 500

Ruth-Maria Kubitschek, Wim Wenders, Udo Walz.

Best of 500

Roberto Blanco, Hartmut Engler und Steffen Wink, Hella von Sinnen

Best of 500

Jürgen von der Lippe, Sandra Maischberger, Jürgen Todenhöfer

Best of 500

Xavier Naidoo, Maybrit Illner, Winfried Kretschmann

2005: Franziska van
Almsick

Olympischer Schwimmstar


Weitere Interviews

Daniel Alter
Katrin Altpeter
Thomas Anders
Prinz Asfa-Wossen Asserate
Ayman
Seine Exzelenz Monsieur Anatole Bacanamwo
Joe Bausch
Rufus Beck
Volker Beck
Ben Becker
Dr. Günther Beckstein
Caroline Beil
Ben*Jammin
Prof. Dr. Ernst Benda
Dr. Christine Bergmann
Fredi Bobic
Wolfgang Bosbach
Jonathan Böttcher
† Pierre Brice
Fabian Bruck
Prof. Dr. Michael Buback
Frieder Burda
Geraldine Chaplin
Botschafter Daniel R. Coats und Marsha Coats
Luigi Colani
Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin
Michael Degen
† Dr. Heinz-Horst Deichmann
Ulrich Deppendorf
Hauke Diekamp
Kai Diekmann
Pater Domenico
Albie Donnelly
Ray Dorset
Heike Drechsler
Burkhard Driest
Katja Ebstein
Dr. Ursula Engelen-Kefer
Hartmut Engler
Andreas Englisch
Andreas Eschbach
Dieter Falk
Veronica Ferres
Fil da Elephant
Gotthilf Fischer
Dr. Ulrich Fischer
Ottfried Fischer
Gotthilf Fischer
Axel E. Fischer
Joy Fleming
Jürgen Fliege
Best of 500
Best of 500
Best of 500
Best of 500
Teflon Fonfara
Fools Garden
Dr. Peter Frey
Amelie Fried
Dr. Michel Friedman
Peter Friedrich
Andreas Fritzenkötter
† Joachim Fuchsberger
Jürgen Fürwitt, alias Jott
Galileo
Mario Galla
Cae Gauntt
Dr. Heiner Geißler
Dr. Heiner Geißler
Petra Gerster und Christian Nürnberger
Uschi Glas
Mario Gomez
Katrin Göring-Eckardt
Jürgen Gross
Friedlinde Gurr-Hirsch
Stefan Gwildis
Matthias Habich
Peter Hahne
Corinna Harfouch
Jimmy Hartwig
Dieter Thomas Heck
Gert Heidenreich
Ala Heiler
Hans-Olaf Henkel
Tony Henry
Ken Hensley
Eva Herman
High South
Dieter Hildebrandt
Klaus Hoffmann
Prof. Dr. Gertrud Höhler
Birgit Homburger
Christiane Hörbiger
Guildo Horn
Chris Howland
Bischof Dr. Wolfgang Huber
Prof. Dr. Claudia Hübner
Eddi Hüneke
Maybrit Illner
Janina and the Deeds
† Gottfried John
Jorginho
† Hellmuth Karasek
Volker Kauder
Brendan Keeley
Kathy Kelly
Kathy Kelly
Dr. Timm Kern
Dr. Katja Keßler
Arabella Kiesbauer
Ephraim Kishon
Matthias Kleinert
Prof. Dr. Guido Knopp
2003: Sebastian Koch
Juliane Köhler
Peter Kraus
Winfried Kretschmann
2011: Winfried
Kretschmann

Dr. Gabriele Krone-Schmalz
Ruth-Maria Kubitschek
Sven Kuntze
Heinz Rudolf Kunze
Leonard Lansink
Manfred Lautenschläger
Donna Leon
Hera Lind
Caroline Link
Joachim Llambi
Andrea Kathrin Loewig
Wolf Maahn
Paul Maar
2015: Motsi Mabuse
Roland Mack
2004: Peter Maffay
Kurt Salomon Maier
Sandra Maischberger
Marie-Luise Marjan
Tony Marshall
Marc Marshall & Jay Alexander
Carlos Martinez
Henry Maske
Maybebop Pop- Quartett
Gisela Mayer
Gerhard Meier-Röhn
Hans Meiser
Reinhold Messner
Meret Meyer
Middle of the Road
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther
Gary Mullen
Franz Müntefering
Xavier Naidoo
Dr. Rupert Neudeck
No Angels
Elisabeth Noelle-Neumann
Ulrich Noethen
Ingrid Noll
Normal Generation?
Chris Norman
Günther H. Oettinger
Mario Ohoven
Cem Özdemir
Peilomat
Phil
Hermann Poppen
Avi Primor
Seine Königliche Hoheit Bernhard Prinz von Baden
Johannes Rau
Heribert Rech
Maestro Gian Piero Reverberi
2000: Sir Cliff Richard
Sir Cliff Richard
Lars Riedel
Armin Rohde
Dr. med. Philipp Rösler
Claudia Roth
Dr. Norbert Röttgen
Wynton Rufer
Nina Ruge
Thomas Rühmann
Inga Rumpf
Barbara Rütting
Dr. Wolfgang Schäuble
Marco Schiefer
Schily
Rezzo Schlauch
Renate Schmidt
Ulla Schmidt
Doris Schmidts
Dr. Peter Scholl-Latour
Walter Scholz
Detlev Schönauer
Dietmar Schönherr
Birgit Schrowange
Martin Schulz MdEP
Alice Schwarzer
Ulrike Schweikert
Uwe Seeler
Florian Sitzmann
Werner Sonne
† Lothar Späth
Paul Spiegel
Walter Spindler
Willi Stächele
Rolf Stahlhofen
Thomas M. Stein
Bernd Stelter
Dr. Monika Stolz
Annika Strebel
2012: Christina Stürmer
Prof. Dr. Rita Suessmuth
Stephan Sulke
Jasmin Tabatabai
Horst Tappert
Erwin Teufel
The Temptations
Dr. h. c. Wolfgang Thierse
Olaf Thon
Prof. Dr. Klaus Töpfer
Ulrich Tukur
Tomi Ungerer
Franz Untersteller MdL
Sir Peter Ustinov
2005: Franziska van
Almsick

Herman van Veen
Ute Vogt
Berti Vogts
Dr. Antje Vollmer
Dr. Ursula von der Leyen
Jürgen von der Lippe
Jürgen von der Lippe
Frhr. von Gemmingen-
Guttenberg

Wolf von Lojewski
Hella von Sinnen
Margarethe von Trotta
Beatrice von Weizsäcker
Florian Wahl
Prof. Dr. Norbert Walter
Udo Walz
2014: Udo Walz
Willi Weber
Konstantin Wecker
Prof. Peter Weibel
René Weller
Wim Wenders
† Guido Westerwelle
Urich Wickert
Heidemarie Wieczorek-Zeul
† Roger Willemsen
Ron Williams
Steffen Wink
Harald Wohlfahrt
Guido Wolf
Sydney Youngblood
Andrea Zangemeister
Joana Zimmer
Dr. Robert Zollitsch
Rolf Zuckowski
Brigitte Zypries