Dieter Thomas Heck

König des deutschen Schlagers

Dieter Thomas Heck
Dieter Thomas Heck im Gespräch mit Hanno Gerwin
Dieter Thomas Heck im Gespräch mit Hanno Gerwin

Man kann ihn getrost als den König des deutschen Schlagers bezeichnen. Dieter Thomas Heck ist für die ganz großen deutschen Schlagersendungen verantwortlich, angefangen bei der "Goldenen Stimmgabel", der "ZDF Hitparade" und der "Deutschen Schlagerparade" bis hin zur "Schlagerparade der Volksmusik" und vieles mehr. Aber in all den Jahren ging es Dieter Thomas Heck nicht nur um die Musik, sondern auch um das Engagement für die Benachteiligten in unserer Gesellschaft. Große Wohltätigkeitssendungen lagen ihm immer am Herzen, beispielsweise "Ein Herz für Kinder", "Melodien für Millionen" für die deutsche Krebshilfe oder die "Superhitparade" zu Gunsten der deutschen Welthungerhilfe. Der Fernsehmoderator, der selbst gerne singt, ist auch begeisterter Radiomoderator und erhielt für viele seiner Sendungen Auszeichnungen. Dieter Thomas Heck lebt und arbeitet seinem Schlösschen Aubach im Schwarzwald.

 

Dieter Thomas Heck, Ihr Engagement galt für die deutsche Schlagermusik sowie Wohltätigkeitssendungen gleichermaßen. Das ist ja nicht selbstverständlich.
"Melodien für Millionen", war sicherlich eine der erfolgreichsten Sendungen für den deutschen Schlager. Bei der Sendung zu Gunsten der deutschen Welthungerhilfe beispielsweise wurde aber nicht nur deutsch gesungen. Ich bin der Meinung, wenn man Menschen mit einer bunten Sendung eine Freude macht - es werden ja leider immer weniger Sendungen dieser Form produziert - sollte man versuchen, Fröhlichkeit ins Haus zu bringen, auch ein bisschen Nachdenklichkeit. Das ist eine gute Kombination: zu helfen und zu unterhalten.

Das klingt sehr spannend, weil es zunächst widersprüchlich klingt. Auf der einen Seite die fröhliche Musik, auf der anderen Problemthemen wie Hunger oder Krankheiten.
Wenn man fröhlich ist, sollte man auch nachdenken. Es kann nicht immer nur die Fröhlichkeit vorherrschen. Das hängt wohl ein bisschen mit unserem Glauben zusammen, bei dem man auch nachdenken muss.

Welche Rolle spielt der Glaube für Sie persönlich?
Ich glaube einen sehr großen. Wer nicht glaubt, wird wohl nie wissen, wie das Leben wirklich ist. Es gibt so viele Situationen, in denen man - wie ich es immer etwas salopp ausdrücke - dem Jungen da oben etwas sagen, ihn fragen oder dankbar sein möchte. Denn es ist ja nicht alles selbstverständlich. Ich muss eigentlich jeden Tag fünfmal beten. Aber dafür muss ich nicht in die Kirche gehen, obgleich ich nach wie vor in der Kirche bin und nach wie vor Kirchensteuer zahle. Was viele nicht mehr tun. Das kann ich nicht. Aber ich habe meine Kirche in meinem Herzen. Das ist wichtiger.

Tradition kann man sich nicht selber geben. Wer hat Ihnen das Praktizieren des Glaubens beigebracht?
Zu Hause betete ich jeden Abend mit meiner Mutter oder mit meinem Vater, als er aus der Krieggefangenschaft zurückkam. Das haben wir auch mit unseren Kindern jeden Abend getan und gesagt: "Danke, lieber Gott!" - Es war immer so schön. Jetzt habe ich ein Buch mit Gebeten geschrieben.

Wenn man Ihre Biografie anschaut, so weist Ihr Leben einen ständigen Weg nach oben auf. Sie hatten nie irgendeinen Karriereknick, ein Problem oder einen Skandal. Solches gab es um Dieter Thomas Heck nicht, in all den Jahrzehnten in denen Sie im Fernsehen sind. Ist das ein Grund für Dankbarkeit?
Ganz sicher ist das ein Grund für Dankbarkeit. Es gab sicherlich auch Tiefs, aber die muss man nicht nach außen tragen. Man muss sich auch mal in sein Kämmerchen einschließen dürfen und sich die Frage stellen, wie man damit fertig wird.

Wie werden Sie damit fertig? Wie gehen Sie mit einem Tief um?
Indem ich mit mir selber rede, vor allem aber auch mit meinem Partner, mit meiner Frau. Das ist ein ganz wichtiger und entscheidender Punkt. Es gab sicherlich Situationen, wo es nicht so gut aussah. Ich bin zum zweiten Mal verheiratet und einmal geschieden. Das ist keine leichte Situation, ganz sicher nicht. Schließlich sagte man sich, man bleibe bis zum Ende des Lebens zusammen.

Wie wichtig sind Ihnen Versprechen?
Sie sind in meinem Leben immer etwas wichtiges gewesen. Wenn ich ja sagte, meinte ich ja. Wenn ich nein sagte, meinte ich nein und auch entsprechend gehandelt.

Das ist ganz wichtig, um einen Weg gradlinig gehen zu können.
Ich glaube, ich kann nicht anders. In Sendungen sage ich nie "Ich", höchstens dann, wenn ich um Verzeihung bitte. An einer Sendung arbeiten immer viele Menschen. Ob das meine Frau ist, unsere Tochter oder unser Redakteur, alle möglichen Menschen, die dazugehören. Jeder einzelne trägt zum Gesamten bei.

Sie sind als Moderator und Entertainer auch bei Ihrer Crew beliebt. Das ist nicht bei jedem so, auch wenn er beim Publikum beliebt ist.
Ich könnte ja gar nicht ohne Crew. Was wäre das für eine Überheblichkeit, ständig "Ich" zu sagen. Das könnte ich nicht, weil ich's nicht fühle.

Wenn Sie einmal einen einzigen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Ich wünsche mir Gesundheit.

 

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