Maybebop Pop- Quartett

a-capella-Band

Maybebop, das a-capella-Pop-Quartett bestehend aus Jan Malte Bürger, Lukas Herbet Helmut Teske, Heinrich Sebastian Schröder und Oliver Gies, dem Gründungsmitglied vom Maybebop.

 

Zu dem A-capella-Pop-Quartett Maybebop gehören: Sebastian oder Heinrich Sebastian Schröder, Lukas oder Lukas Herbert Helmut Teske, Oliver oder Oliver Gies, der ist der Älteste und auch Gründungsmitglied von Maybebop und Jan oder Jan Malte Bürger. Die Wurzeln liegen in der hannoverschen Musikhochschule und so können die Vier vor allem eines: singen und mit ihren Stimmen Musik machen. Herzlich Willkommen!


Musikimprovisation


Da sind wir eigentlich mitten im Thema, die Stimme soll ja angeblich Ausdruck des Charakters sein, wenn wir also hier vier verschiedene Stimmen anschauen. Im Song heißt es: Er ist „Kein Mann für eine Nacht“. Wie ist es bei Ihnen Sebastian?

Sebastian Schröder:
Ich weiß nicht, ob ich das sagen soll, oder lieber die anderen. Ich habe bei Maybebop schon etwas die Rolle des dunklen Typs.

Auch wegen der Stimme?

Sebastian Schröder:
Ja, wegen der Stimme bestimmt - vielleicht auch ein Stück weit psychisch angedätscht,. Das ist meine Rolle. Nicht in Echt aber auf der Bühne.

Und in Echt?

Sebastian Schröder:
Ziemlich ausgeglichen und auch sehr ignorant.

Und stimmt es, dass die Stimme auch über den Charakter Ausdruck gibt? Kann man, wenn man gut hinhört da etwas feststellen – und Sie hören gut hin, da man gut hören können muss, um gut singen zu können?

Oliver Gies:
Ich glaube man hört einer Stimme z.B. an, wenn ein sehr angespannter Mensch dahinter steckt oder wenn Menschen keine Erdung haben, dann atmen sie sehr flach und dann wird die Stimme auch sehr flach. Da gibt es schon einige Dinge, aus denen man sich den Charakter etwas herdenken kann.

Wenn man für den Charakter etwas tut, verändert sich dann die Stimme? Oder wenn man etwas für die Stimme tut, hat das Auswirkungen auf den Charakter?

Jan Bürger:
Man kann natürlich bestimmte Charakterfarben mit bestimmten Stimmfarben prägen oder beeinflussen oder eben herbeizaubern - wenn wir bei der morbiden Rolle von Sebastian bleiben, dass er ganz dunkel und tief spricht, sehr stark ohne Melodien spricht, um eine Boshaftigkeit oder etwas Düsteres herbei zu holen. Das kann man natürlich alles mit der Stimme beeinflussen. Das ist das Handwerkszeug eines jeden Sängers oder Schauspielers.

Muss man sehr viel üben, um diese Art des A-capella-Gesangs einzuüben?

Jan Bürger:
Ja, man muss schon sehr viel üben.

Also ist es letztlich wie ein Instrument. So, wie man sonst Klavier üben müsste?

Jan Bürger:
Das ist das Eine, das man beherrschen muss. Aber wenn wir vier zusammen musizieren, zeichnet uns nicht die einzelne Qualität aus, sondern der Gesamtklang. Da muss man wissen, wo in diesem Klang, diesem Vierstimmenklang der eigene Platz ist. Und das bedarf einer Menge Abstimmung. Das hört auch nie auf.

Was sind jetzt beim A-capella Gesang, bei dieser Art vom Musizieren, die Knackpunkte, was ist besonders schwierig?

Sebastian Schröder:
Ich habe ja auch in anderen Projekten Musik gemacht und mache seit fast neun Jahren Musik mit Maybebop. Da ist es mir als derjenige, der am wenigsten musikalischen Hintergrund hat, schwergefallen, sich von den anderen Stimmen und Melodien, die stattfinden, nicht rausbringen zu lassen. Also wir singen ja immer möglichst in einer Tonart, aber meine Stimme zu singen und nicht rauszukommen, in eine andere Stimme oder Melodie reinzurutschen - das ist ziemlich tricky. Da braucht man Training.

Jan Bürger:
Ja, das ist für alle so. Am Anfang ist es schwierig in einem Kanon seine eigene Stimme zu halten.

Zumal andere Leute da nicht mitsingen. Es gibt ja Kanons, wo mehrere Gruppen singen.

Jan Bürger:
Das kann man am Lagerfeuer mal probieren und das ist bei uns natürlich auf die Spitze getrieben. A-capella heißt ja unbegleitet, das heißt, wir haben nichts, auf das wir uns verlassen können. In einer richtigen Band, da trommelt das Schlagzeug und der Sänger kann da drüber grunzen, wie er möchte.

Aber der Rhythmus ist ganz entscheidend, bei der Musik!

Jan Bürger:
Auf jeden Fall.

Gibt es so etwas wie einen Bandleader, der die Funktion des „Dirigenten“ übernimmt?

Jan Bürger:
Den gibt es in dem Sinne bei uns nicht. Oliver ist letztendlich schon unser - ich sage mal „musikalischer Dreh- und Angelpunkt“, da er unser Hauptsongwriter ist und auch die Engagements schreibt. Musikalisch dreht es sich schon hauptsächlich um ihn - da ist er unsere Sonne. Auf der Bühne ist es nicht so, dass einer jetzt diktiert, wo es lang geht. Ich glaube auch in Proben sind wir recht gleichberechtigt unterwegs. Da gibt es von verschiedenen Leuten dann einfach mal verschiedene Inputs, an was gearbeitet werden muss. Man merkt ja bei sich selbst ganz oft nicht, was gerade im Zusammenhang falsch läuft und dann ist Kritik von Außen immer gut. Und das kann jeder von uns.

Habt ihr während der Stücke das Gefühl, dass Sebastian den Bass und somit auch den Grundriss vorgibt?

Sebastian Schröder:
Da wir ja keine richtige Musikband mit Instrumenten sind, bin ich quasi die Rhythmusfraktion, also Bass und Schlagzeug. Wobei Lucas das Schlagzeug noch viel besser kann, aber er hat meistens keine Zeit, da er ja singen muss.

Wie kann man Schlagzeug?

Lukas Teske:
Man muss nur ganz wenige Vokabeln beherrschen und das klingt dann ungefähr so:
„Beatboxing“

Die Musik ist ja anspruchsvoll. Man muss zuhören, die Texte sind durchdacht komponiert – eigentlich bis zum Schluss. Welche Themen sind euch wichtig?

Oliver Gies
Wir haben tatsächlich recht viele Texte, denen man gut folgen muss. Ich finde, wir sind von unseren Inhalten urdeutsch. Wir schauen immer wieder die deutsche Seele, das deutsche Gemüt an und versuchen das von unterschiedlichen Seiten auszuloten.

Was zählt zum Urdeutschen, was macht es aus?

Oliver Gies:
Zum Urdeutsche haben wir aktuell ein Stück im Programm, das heißt „German Angst“. Das beschäftigt sich mit diesem Begriff „German Angst“, der ja in Amerika ein geflügeltes Wort ist, was wir gar nicht wissen. Diese ängstliche Befindlichkeit, die wir Deutschen haben – zum Beispiel sind ja jetzt wegen der Katastrophe in Japan Geigerzähler überall ausverkauft - so etwas gibt es, glaube ich, nur in Deutschland.

Ist das dann ein gesellschaftspolitisches Thema, das auf eine freundliche und unterhaltsame Art verpackt ist?

Oliver Gies:
Es ist im Subtext, auf jeden Fall gesellschaftspolitisch. Das hängen wir aber nicht an die große Glocke. Es soll immer leichtfüßig daherkommen.

Und so etwas hören wir uns jetzt an, denn wir haben noch ein Stück, das hat auch einen gesellschaftspolitischen Hintergrund, vielleicht sogar ein sozialpolitisch-diakonischen. Da geht es nämlich um die Sprache und um einen Sprachfehler. Das wollen wir jetzt hören.

Musikimprovisation

In diesem Song geht es um einen Mann, der einen Sprachfehler hat und dann das Beste daraus macht. Das ist ja schon fast ein sozialpolitisches Thema – der Umgang mit Behinderten - oder ist das überinterpretiert?

Jan Bürger:
Vielleicht ist es ein Stück weit überinterpretiert. Entstanden ist der Song aus einem Erlebnis von Oliver, der mit seiner Mutter bei einem Semino Rossi Konzert war. Semino Rossi spielt ja quasi damit, dass er schlecht deutsch spricht. Das ist einfach eine sehr charmante Erscheinung auf der Bühne, die von Schlagersängern gerne ein bisschen übertrieben wird, um das auszunutzen und so einen gewissen Charakter über die Stimme zu transportieren. Und das parodieren wir ein bisschen.

Die Parodie ist ja schön, mich würde trotzdem mal interessieren, wie viel Ernsthaftigkeit noch drin steckt?
Man hat schon den Eindruck, dass Ihr euch mit dem Thema im Einzelnen sehr stark auseinandergesetzt habt und auch gesungen habt - um das noch als kleinen Impuls zu geben - bei der Einführung des hannoverschen Landesbischofs. Das ist ein recht seriöser Anlass. Wie ist eure Einstellung zu so einem Auftritt in der Kirche?


Oliver Gies:
Wir werden ja älter und man setzt sich damit natürlich auch auseinander. Ich habe das Gefühl, dass in den letzten fünf Jahren die Themen unseren Songs viel reifer geworden sind. Auch alberne Lieder, die wir singen, haben immer einen Hintergrund mit dem man etwas anfangen kann. Auch bei der Bischofseinführung haben wir uns sehr wohl gefühlt in diesem Rahmen.

Heißt das, dass Ihr Euch in der Kirche sehr wohl gefühlt habt?

Sebastian Schröder:
Das ist einfach die Marktkirche in Hannover, die traumhaft schön ist. So wie ich mir eine schöne Kirche tatsächlich vorstelle, mit tollen roten Backsteinen und sehr bescheiden, aber trotzdem in sich total schön. Sie strahlt sehr viel aus. Und die Atmosphäre war einfach sehr besonders, sehr feierlich. Da wir normalerweise eher auf Theaterbühnen stehen, hatte das schon eine eigene Farbe und dadurch für uns auch eine eigene Spannung gehabt.

Wie ist eure Einstellung zur Religion selbst?

Jan Bürger:
Unterschiedlich glaube ich. Das ist bei uns in der Band und für unser tägliches Arbeiten kein Thema.

Sebastian Schröder:
Wir sind keine Kirchenband und keine Anti-Kirchenband. Ich glaube wir sind sehr tolerant. Wir sagen einfach, Leute die glauben wollen, sollen glauben und es kann auch jeder glauben was er will. Ob das jetzt evangelisch, katholisch oder muslimisch ist, solange man andere nicht denunziert, respektlos behandelt oder wie auch immer, ist das eigentlich jedem selbst überlassen. Das ist dann eher unsere Bandeinstellung, wenn ich das mal so sagen darf.

Das ist die Gemeinschaftseinstellung, aber ist z. B. Ihr Sohn getauft, Oliver?

Oliver Gies:
Mein Sohn ist nicht getauft, ich bin auch selber nicht in der Kirche. Das soll mein Sohn irgendwann selbst für sich entscheiden, ob er das machen möchte.

Gibt es dafür einen bestimmten Grund, warum Sie aus der Kirche ausgetreten sind?

Oliver Gies:
Das habe ich mir sehr gut überlegt. Allein die Tatsache, dass es so viele unterschiedliche Religionen gibt, hat für mich, der ich aus einem christlichen Haushalt komme, irgendwann ausgeschlossen zu sagen: „Ich glaube an den einen Gott“. Ich glaube schon, dass es irgendetwas Weltumspannendes gibt. Wenn ich jetzt ruhige Momente habe oder auch wenn ich tausend Menschen beim Singen zuhöre, dann spüre ich, dass mich irgendetwas berührt, das man nicht fassen kann. Da kann ich sagen: „Das ist etwas Göttliches“. Ich kann das auch anders definieren. Ich glaube schon, dass es etwas gibt, was mich berührt und finde mich trotzdem in der Kirche als solche nicht wieder.

Sehen Sie das anders, Lukas?

Lukas Teske:
Ja, ein bisschen. Mein Sohn ist getauft und ich selbst bin auch noch in der Kirche. Ich bin zwar zu selten da, aber eigentlich ganz gerne im Gottesdienst. Zu der Kirche bin ich ein bisschen zwiespältig eingestellt, weil ich die Organisation als solche ganz gut finde, da ich dort groß geworden bin und auch in der Jugend viel gemacht habe und auch konfirmiert bin. Die Gemeinschaftssache finde ich super, aber es gibt einfach zu wenig gute Gottesdienste, die sind oft zu starr. Die Gottesdienste sind das Aushängeschild der Kirche und die machen zu 80 % keinen Spaß. Deswegen bin ich auch nicht so gerne zum Gottesdienst in der Kirche.

Hat das Etwas mit der Musik zu tun?

Lukas Teske:
Nein, gar nicht. Das hat vor Allem mit den Predigten zu tun. Die Art der Pfarrer, mit der Gemeinde umzugehen und mit dem Glauben und der Kirche umzugehen, ist oft so starr. Dem kann ich einfach nichts mehr abgewinnen. Ich habe es ja nicht wirklich anders erlebt, aber damit hadere ich.

Das ist eine wichtige Kritik.

Sebastian Schröder:
Der Mann meiner Mutter ist Pfarrer a. D., er ist also schon ein bisschen älter. Dadurch, dass ich durch meine ursprünglichen Eltern gar nicht an die Kirche herangetragen wurde - 68er Generation, die hatten andere Sachen im Kopf als Kirche- war das für mich schon interessant, dadurch wieder Kontakt zu kriegen, da ich, um es mal ganz blöd zu sagen, nicht konditioniert bin auf Kirche. Meine Tochter ist beispielsweise deswegen auch nicht getauft. Wenn ich jetzt ein bisschen älter werde, merke ich, dass ich anfange darüber nachzudenken. Ich werde wahrscheinlich nie jemand sein, der jetzt jeden Tag in die Kirche geht. Ich fand aber das Erlebnis, bei der Einführung des Bischofs, emotional sehr ergreifend. Wie der Oli schon gesagt hat, da ist schon irgendwie was. Ich kenne halt Leute in der Kirche, bei denen ich denke: „Die sind ja ganz nah dran.“. Bei der Kirche hat man das Problem, dass soviel Distanz zwischen der Gemeinde und dem Pfarrer ist. Irgendwie hat man das Gefühl, man müsste schauen, dass man das Ganze etwas schmackhafter macht. Ich glaube, dass es viele gute Pfarrer gibt und sie bemühen sich ja um Nähe. Ich glaube, dass es noch einen Weg geben muss, das an mehr Menschen heranzutragen. Das wirkt manchmal ein bisschen zu kitschig, nicht ganz „zeitgeistmäßig“. Das fällt mir noch ein bisschen schwer.

Ich finde das von der Biografie her ziemlich interessant. Wie war das in dem Moment, wenn die Mutter wieder heiratet und sie heiratet einen Pfarrer?

Sebastian Schröder:
Für mich war das super, denn ich habe damit überhaupt kein Problem. Ich finde Kirche total in Ordnung.

Wie alt waren Sie da?

Sebastian Schröder:
Ich war zu diesem Zeitpunkt dreizehn Jahre alt.

Das ist ein Alter, was nicht so ganz einfach ist.

Sebastian Schröder:
Nein, überhaupt nicht. Aber es war für mich einfach zu spät. Ich hatte dann in meiner Klasse irgendwie die Hälfte meiner Mitschüler, die sich haben nur konfirmieren lassen, um Geld zu bekommen und das darf es ja auch nun nicht sein. Ich habe darüber nachgedacht - und nur deswegen wieder einzutreten - dass finde ich nicht in Ordnung. Wenn man an die Kirche oder an Gott glaubt, dann macht man das nicht wegen des Geldes, sondern aus Überzeugung. Aber ich glaube tatsächlich, dass man sich in dem Alter mit ganz anderen Dingen beschäftigt und wenn man älter wird, eher zur Kirche kommt. Das ist glaube ich schon so eine Tendenz.

Ist Ihre Mutter in dem Zusammenhang auch frommer geworden?

Sebastian Schröder:
Gute Frage, darüber habe ich noch gar nicht mit ihr gesprochen. Ich denke schon, wobei es auch nicht so ist, dass sie jetzt regelmäßig betet und immer in die Kirche geht. Aber ich glaube schon, dass sie die Institution oder den Glauben an sich schon mehr für sich annimmt und mehr darüber nachdenkt.

Es gibt ja auch Paare, die dieses pastörliche nicht ständig vor sich her tragen. Das ist nicht zwangsläufig, aber ich denke, wenn jemand Pfarrer ist, dann setzt man sich mit dem Beruf mehr auseinander, als wenn einer Malermeister wäre?

Sebastian Schröder:
Logisch.

Und Sie kommen mit ihm auch gut klar?

Sebastian Schröder:
Super, ja. Ganz entspannt.

Wie ist es bei Ihnen, Jan?

Jan Bürger:
Um diesen Gottesdienst bei der Einführung des Bischofs nochmal aufzugreifen: Für mich war das quasi eine Kindheitserinnerung. Das hat mich zurückversetzt in meine Kindheit, weil ich in einem Knabenchor groß geworden bin, der sehr geistlich geprägt war. Ich habe im Gottesdienst mitgewirkt und viel in Kirchen gesungen. Damit habe ich mich sehr intensiv auseinandergesetzt. Ich bin, genauso wie Oli, auch aus der Kirche ausgetreten. Ich habe irgendwann einmal ein Interview mit Blacky Fuchsberger gesehen, der sagte, er sei gläubig, aber er glaube nicht an die Institutionalisierung der Kirche - darin habe ich mich sehr gut wiedergefunden. Die Kirche macht viele tolle Sachen als Institution, aber mich auf eine Richtung festzunageln, es als das zu bezeichnen, an was man glaubt, das ist mir auch zu eng. Ich würde mich aber letztendlich auch als gläubigen Menschen bezeichnen.

Was heißt „gläubig“, ist das dann mehr eine Art Gefühlssache oder beten Sie z.B. auch?

Jan Bürger:
Beten tue ich nicht. Ich hatte eine Zeit in meinem Leben, in der ich dem Buddhismus und der Meditation gegenüber sehr aufgeschlossen war und habe da so ein bisschen Zugang gefunden. Letztendlich ist es jetzt für mich so, dass, wenn man glaubt, dann kann man sich alles anschauen, was es gibt an Glaubensrichtungen, um sich das, was für einen passt herausnehmen. Ich glaube, dass man sich das Positive überall herausnehmen kann und die anderen Sachen für sich weglassen kann. Das ist das, was Sebastian sagt. Dass man seine Umwelt mit seinem Glauben nicht negativ beinflusst, sondern jeder das für sich selbst entscheiden kann. Und das, glaube ich, findet dann auch jeder für sich selbst so, dass es richtig ist.

Ist singen eine Möglichkeit, ein bisschen von dieser Gefühlslage widerzugeben?

Jan Bürger:
Singen ist eindeutig spirituell. In diesem Gottesdienst hat der glaube ich der Bach-Chor mitgewirkt und „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ gesungen, was für mich eines der schönsten Musik-Stücke ist, das ich kenne, aus meiner Knabenchor-Zeit. Da habe ich schon bei der Probe mit den Tränen gerungen. Das ist für mich auf jeden Fall eine spirituelle Erfahrung.

Das kann einen sehr tief berühren, das ist das Interessante daran. Kirchenmusik, in Anführungszeichen, so interpretiert, wie Sie das sonst in Ihren anderen Stücken machen – Wäre das was oder eher nicht?

Oliver Gies
Ich persönlich müsste dem Inhalt schon etwas abgewinnen können. Und dann wäre das auf jeden Fall eine feine Sache.

Also zum Beispiel Paul Gerhardt Stücke, die ja sehr melodisch sind?

Oliver Gies:
Die Melodien sind ja überhaupt keine Frage. Da gibt es ja wunderschöne Sachen. Aber textlich müsste ich mich wiederfinden. Alle sind ja auf der Suche, die ganze Menschheit ringt damit: „Warum sind wir hier?“. Man sucht und findet seine Zuflucht zum Beispiel bei Gott und diese Suche habe ich natürlich auch. Meine Antwort heißt nicht Gott. Ich bin der Meinung, die Antwort liegt bei jedem selbst. Aber trotzdem können ja kirchliche Texte genau das gleiche Gefühl transportieren, auf das ich mich auch zurückgeworfen fühle. Wenn ich mich darin wiederfinde, bin ich der kirchlichen Musik und den Texten gegenüber auf jeden Fall aufgeschlossen.

Wie ist es mit einer Person wie Jesus Christus? Können Sie mit der etwas anfangen?

Oliver Gies:
Ich kann mit der Person natürlich etwas anfangen und sehe was für einen Stand sie hat und wofür dieses Symbol „Jesus Christus“ steht. Ich finde das in der Kirche gut aufgehoben aber auch da kann ich sagen: „Ok, das verstehe ich alles. Aber das ist nicht mein Weg.“.

Jan Bürger:
Aufgrund der Tatsache, dass er der Sohn Gottes sein soll, oder ist - wie man es auch immer bezeichnen würde - hätte ich große Lust ihn kennenzulernen. Weil ich glaube er ist ein richtig knorke Typ gewesen.

Warum?

Jan Bürger:
Er hat sich den Menschen geöffnet, er wollte sie immer einbeziehen. Er war immer für den Dialog und immer für positives Miteinander. Das finde ich super angenehm. Das ist einfach eine Art, die ich total befürworten kann.

Ja, ich glaube das würde den Menschen insgesamt guttun. Jeder, der ihm ähnelt hat eine gute Aura und eine gute Außenwirkung. Was sind die nächsten Projekte, wo soll es hingehen, gibt es schon eine neue CD?

Sebastian Schröder:
Die neue CD heißt „Extrem nah dran“ – so, wie wir auch rüberkommen wollen. Dann gibt es natürlich viele, viele Konzerte im deutschsprachigen Raum, von Süd bis Nord, West bis Ost. Am 25. Mai sind wir zum Beispiel in Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Aber es gibt noch zahlreiche Termine auf unserer Homepage: www.maybebop.de.
Demnächst haben wir ein tolles Projekt mit dem NDR Orchester zusammen. Da werden wir gemeinsam unsere Stücke mit einem 80-Mann Symphonie-Orchester vertonen und aufführen. Das ist eine sehr aufregende Sache.

Ist es das erste Mal, dass so etwas zustande kommt?

Sebastian Schröder:
Ja. Das ist eine dicke Nummer, aber toll. Dann öffnen wir uns ein bisschen der Jazz-Szene und werden im Frühsommer auch beim „Swinging Hannover“ mitmachen. Das ist ein sehr großes Jazz-Festival und sehr bekannt. Wir machen ja auch ein bisschen Jazz in unserem Repertoire aber da werden wir den Crossover zur Big Band suchen und hoffentlich auch finden.

Mann sollte vielleicht auch sagen, dass „Maybebop“ vom Jazz kommt.

Sebastian Schröder:
Ja und deswegen ist es höchste Zeit, dass wir das mal machen.

Ich bedanke mich ganz herzlich für das Hiersein!

 

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