Hans Meiser

Radio- / Fernsehmoderator und Journalist

Hans Meiser ist ein Mann, der in Deutschland inzwischen als Moderatoren-Legende gilt. Er war seit den 1990er-Jahren mit der ‚Hans Meiser-Talkshow’ das Gesicht von RTL, dann mit der Sendung ‚Notruf’ oder der Pannenshow ‚Dumm gelaufen’. Angefangen hat der 1946 geborene Moderator und Journalist beim damaligen Süddeutschen Rundfunk und dem Südwestfunk. Dann kam er über Radio Luxemburg zu RTL. Heute ist Hans Meiser unter anderem Moderator der Radioshow ‚Talk of the Town’, das ist die Show, die bei Radio Regenbogen jeden Sonntag von zehn bis eins läuft.

 

Herr Meiser, Sie wollten immer schon, auch als kleiner Junge, zum Radio.

Nach langer Fernsehkarriere sind Sie jetzt auch wieder beim Radio. Was ist eigentlich das Schönste am Moderatoren-Leben?
Das ist ja die schwierigste Frage überhaupt.

Jetzt sagen Sie nicht früh aufstehen (lacht)
Das habe ich auch gemacht. Ich habe auch Nachtsendungen gemacht und Nachrichtendienst bei Radio Luxemburg. Da musste man um halb drei aufstehen. Um vier Uhr spätestens war Dienstbeginn und um halb sechs liefen die ersten Nachrichten. Ich glaube, das Schöne ist, dass man erstens – ich will es jetzt mal ganz platt sagen – ich habe so viele Menschen in der Welt kennen gelernt, die ich sonst nie kennen gelernt hätte, wenn ich nicht diesen journalistischen Beruf ausgeübt hätte. Ich habe so viele Gegenden, Orte – man sagt ja Locations – kennen gelernt, habe da auch gearbeitet, die ich sonst nie kennen gelernt hätte. Von New York, San Francisco über die Philippinen, Israel, Marokko bis nach Moskau. Ich meine, das können sich andere für ihr ganzes Leben nicht leisten. Es war häufig auch sehr anstrengend, aber ich möchte das alles nicht missen, also wir können uns nachher zum Bier treffen, ich erzähle dann stundenlang Geschichten.“

Diese vielen Menschen, die Schicksale und Erlebnisse, von denen die Menschen dann erzählen – Sie haben ja das Geschick, Interessantes aus den Leuten heraus zu fragen – was bleibt in Erinnerung?
Auch manches Bedrückende. Und ich bin gefragt worden, wie man das eigentlich aushalten kann. Also ich kann mich erinnern – jetzt läuft ja gerade bei einer großen öffentlichen Anstalt eine neue Serie zur globalen sexuellen Aufklärung – dass ich mal eine Sendung machte über Transsexualität. Bis ich die gemacht habe, wusste ich gar nicht, dass es das gibt. Ich kannte den Begriff zwar, aber ich dachte, das sind irgendwelche fehlgeleiteten Figuren. Nein, da ist die richtige Seele im falschen Körper oder vielleicht die falsche Seele im richtigen Körper. Das war ein Ehepaar und der Mann war eben transsexuell. Das hat sich aber erst im Laufe der Zeit herausgestellt, dann hat er sich umoperieren lassen, mit allem was dazugehört. Damals gab es noch nicht die Möglichkeit der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft. Die mussten sich von Staats wegen scheiden lassen. Da saßen zwei Menschen vor mir und ich habe mir gedacht: ‚Mein Gott’. Die Frau sagte, sie habe ja schließlich den Menschen geliebt, egal ob der jetzt so oder so heißt. Sie hatten ja auch Kinder, und das ist zum Beispiel so eine Geschichte, die mich lange verfolgt hat. Es gibt natürlich auch lustige Geschichten und sehr schöne Geschichten.

Zum Beispiel? Eine möchte ich noch hören (lacht).
Einer Geschichte stehe ich ein bisschen zwiespältig gegenüber. Wir haben einmal mit jemandem von der – heute nennen wir es Charity – gesprochen, also im weitesten Sinne: Ich bin ein guter Mensch.

Spendenzwecke.
Ja. Und da war eine ältere Dame. Ich glaube, die war so Anfang siebzig, Ende sechzig, und sie hatte einen furchtbar reichen Mann. Sie hat sich immer überlegt, warum hat der so viel Geld und andere Menschen sind so arm? Sie hat sich dann reich scheiden lassen, weil die Gesetze es eben auch so hergaben und hat dieses Geld dann anderen Menschen zukommen lassen. Ich musste mich sehr zusammenreißen, weil ich gedacht habe: ‚Okay, du tust anderen Menschen Gutes, aber einen Menschen hast du im Zweifelsfall in Verzweiflung gestürzt’. Wobei, es gehören zu solchen Geschichten immer zwei und ich habe die andere Geschichte nicht gekannt. Oder noch eine Geschichte – ganz kurz angesprochen – ich hatte mal die Scientologen da, wir waren die erste Sendung, die drei bekennende Scientologen da hatte, und meine erste Frage: ‚Haben Sie heute schon gebetet?’. Da haben die nur gesagt: ‚Was ist denn das für eine komische Frage?’. Ich sagte, es gebe keine komischen Fragen, es sei eine ganz normale Frage. ‚Haben Sie heute schon gebetet?’. Die drei antworteten, sie verstünden die Frage nicht. Ich sagte: ‚Sie sind doch eine Kirche – Scientology Church?’. ‚Ja, und?’, antworteten die. Ich sagte: ‚Na, da betet man doch!’. Die Frage ist bis heute nicht beantwortet worden. Und ganz gegensätzlich – da bin ich auch sehr kontrovers rangegangen – war dann ein Interview mit Uriella, dieser selbst ernannten Sektenführerin aus Südbaden, die dann bei der zweiten Sendung unter Protest, weil ich Gotteslästerung betrieben habe, das Studio verlassen hatte.

Was war das in ihren Augen, diese Gotteslästerung? Wo sind Sie da aneinander geraten?
Ich habe gesagt: ‚Ich weiß, dass das nicht geht. Man kann nicht von Luft und der Liebe Gottes leben. Da verhungerst du’. Sie hat das aber behauptet. Und daran hat sich eine nicht geplante Diskussion entzündet. Und dann hat sie gesagt: ‚Okay, wir gehen, das lassen wir uns nicht bieten’. Sie hat ihren Mann an die Hand genommen und hat das Studio verlassen. Und ich fand das auch in Ordnung, sie sollte gehen.

Das ist ja schon ein tolles Spektrum, was Sie jetzt in diesen wenigen Sätzen aufgezeichnet haben.
Ich habe aber auch Aussagen gemacht, über die reden wir heute nicht mehr so gerne. Die wollen wir auch nicht unter den Tisch fallen lassen.

Wir reden ja jetzt über die anderen und über dieses große Spektrum. Als Moderator kommen Sie mit so vielen verschiedenen Meinungen und auch ethischen Einstellungen, religiösen Einstellungen zusammen. Wie ist das dann mit Ihrer eigenen Position? Nehmen Sie etwas davon mit? Stellen Sie manches in Frage?
Ich stelle sehr viel in Frage. Also ich habe in der Schule über den Gottesbeweis gelernt, oder besser, wir sind darüber unterrichtet worden. Und ich habe mir gesagt, für mich ist ein Beweis nur etwas, was ich sehe, was ich anfassen kann, was ich selbst höre und was ich verstehe. Ich bin von Hause aus evangelisch, und das wurde bei mir in der Familie auch gelebt.

In welcher Form?
Nicht so furchtbar intensiv, aber es gab Karfreitag zum Beispiel kein Fleisch, oder selten. Meine Großmutter wardie Haushälterin und hat dafür gesorgt, und wir sind nicht nur an Weihnachten in die Kirche gegangen. Aber wir sind nicht jeden Sonntag in die Kirche gegangen. Ich war dann in der evangelischen Jugendarbeit ziemlich aktiv. In Stuttgart war das, ich bin ja in Stuttgart aufgewachsen. Das war eine sehr blühende Gemeinde damals, und diese Jugendgruppe hat es geschafft, dass die Kirche sonntags zwar nicht voll, aber doch ganz gut besetzt war. Aber dem Gemeinderat war das alles zu viel, denn  es gab halt viermal im Jahr Tanzabende – heute sagt man Party – und der Gemeinderat sagte dazu, dass für solche Belange eine Kirche nicht da sei. Das ging so weit, dass der Pfarrer, der mich konfirmiert hat, den Kirchendienst niedergelegt hat, weil er mit der Kirche nicht mehr zurecht kam. Er ist dann in den Schuldienst gegangen – für Latein und Deutsch glaube ich. Ich habe das dann irgendwann auch alles niedergelegt. Die Gemeinde gibt es heute noch, und ich habe mir sagen lassen, weil da Freunde von mir wohnen, dass vielleicht 18, 20 Leute im Sonntagsgottesdienst sitzen. Vielleicht auch 25, aber mehr nicht.

Das ist jetzt eine schlechte Erfahrung mit Kirche – also es hört sich so an.
Nein, das ist keine schlechte Erfahrung. Ich bin einfach der Meinung, wenn einer sagt: ‚Ich glaube gar nichts’, dann ist das dummes Zeug, denn wer gar nichts glaubt, der hat da oben einen großen Hohlraum im Kopf, oberhalb der Augen. Und natürlich glaubt man etwas und natürlich stellt man Fragen. Aber ich bin inzwischen so weit, dass ich sage, ob das jetzt Gott ist oder Allah oder Jesus oder Mohammed, oder meinetwegen Buddha oder ich weiß nicht wer noch, der Dalei Lama, der mir aber einfach ein bisschen zu sehr Mensch geworden ist, muss ich zugeben.

Der Dalei Lama?
Der ist mir eigentlich egal. Ich glaube aber zu wissen, wobei mir hier der Beweis natürlich fehlt, dass es irgendetwas gibt, das dafür sorgt, dass es so ist, wie es ist.

Es geht ja nicht um den Namen.  Ich glaube, da kann ich Ihnen ganz gut zustimmen. Eigentlich steht ja sogar in der Bibel: ‚Man soll Gott keinen Namen geben’. Und was macht dann dieser, ich sage jetzt mal Gott? Was macht der für Sie?
Ich habe gestern auf der Fahrt hierher einen Anruf bekommen, da ist ein liebenswürdiger Kollege von mir gestorben, ganz überraschend. Für seine Familie nicht ganz so überraschend, aber die letzten fünf Monate ging das halt mit ihm ganz rapide bergab. Vor drei Wochen habe ich eine gute Freundin beerdigt. Da fragt man sich natürlich, warum lässt Gott das zu? Warum lässt Gott Somalia zu oder Syrien? Warum lässt Gott vieles zu, was nicht gut ist? Ich weiß gar nicht ob das Gott zulässt, aber ich denke es kann Trost bringen. Also ich bin zum Beispiel jemand, der – ich habe ja noch einen 14-jährigen Sohn aus zweiter Ehe, der leider bei seiner Mutter lebt – halt auch schon zwei Bauchlandungen hingelegt hat. Ich oder meine Frau, ich weiß es nicht.

Mit Bauchlandungen meinen Sie Scheidung?
Ja, aber ich finde das Wort so furchtbar. Er ist alle vierzehn Tage bei mir ist oder aber in den Schulferien. Wir waren zum Beispiel jetzt eine Woche unterwegs in Potsdam, Wismar und St. Peter-Ordingen und auf der Insel Borkum. Wenn irgendwo eine schöne Kirche ist, dann gehen wir da rein – er ist jetzt grade konfirmiert worden im Mai – und dann setzen wir uns hin. Das war in Wismar zum Beispiel so eine ganz alte gotische Backsteinkirche und ich weiß gar nicht, ob man das Beten oder Meditieren nennt, aber wir sitzen da und reden nicht. Wir schauen und lassen das auf uns wirken, auch die Ruhe. Draußen fährt die Ambulanz vorbei und du denkst: ‚Was ist da wohl passiert?’. Und dir geht es eigentlich richtig gut.

Das verbindet glaube ich auch stark, so etwas. Wenn man so einen Moment mit einem Vierzehnjährigen hat.
Ja, klar. Ich wundere mich auch manchmal, dass er das so von sich aus sagt: ‚Wollen wir mal da rein gehen?’. Das ist schön.

Sie haben vorhin gesagt, warum lässt Gott das zu? Aber das bringt Sie nicht dazu, Gott abzulehnen.
Nein, warum sollte ich denn? Ganz egal, ich habe auch schon einmal diesen blöden Spruch gebracht, also ich bin aus der evangelischen Kirche schlussendlich ausgetreten. Da gibt es eine Begebenheit, die dazu geführt hat. Ich bin damals einfach auch unglaublich böse geworden. Das hat dazu geführt, und Jahre später hat mir ein guter Freund, der war streng katholisch, und er wollte eigentlich Priester werden, gesagt: ‚Der Geist war stark, das Fleisch war schwach’. Er wollte später eigentlich Kinder bekommen mit seiner Frau, die er dann geheiratet hat. Als wir uns dann mal so über die Dinge unterhalten haben, die in den beiden Kirchen passieren, so auf menschlicher Seite, da sagte er: ‚Das sind Menschen, aber das ist nicht die Kirche’. Und ich finde das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Ich habe dann gesagt: ‚Weißt du Robert, ich bin der Meinung ich kann auch Tennis spielen ohne Mitglied im Tennisclub zu sein’. Das war eine sehr offene Diskussionsrunde. Er möchte halt gerne im Tennisverein sein, aber er ist auch bereit zu akzeptieren, dass ich das nicht möchte. Er sagte: ‚Das kann man auch so machen’. Es geht jetzt noch nicht um die Organisation Kirche als solche, denn da passiert ja auch nicht vieles, was wirklich überhaupt nicht zur Diskussion steht. Nichtsdestotrotz ist vielleicht der einzelne Mensch in der Kirche irgendwo auch zum Teil enttäuscht von der Organisation.

Ich frage Sie mal das Gleiche, was Sie vorhin gesagt haben: Haben Sie heute schon gebetet?
Nein, ich habe heute nicht gebetet, aber es gibt ja im Leben eines Menschen Situationen, wo man sich überlegt, was wir gerade gesagt haben: Warum ist das jetzt so? Und dieser Anruf gestern Abend, der hat mich ziemlich gerissen. Meine Tochter war bei mir, die hat das Gespräch auch mitbekommen, und ich stand heute Morgen im Hotelzimmer – sie war im Nachbarzimmer und ich war natürlich eher fertig als Frauen fertig sind – und hab das Fenster weit aufgemacht, und es war Totenstille, wie am Sonntagmorgen in Mannheim. Ich habe mir gedacht: ‚Das ist ein cooler Tag heute’. Man muss nicht immer sagen: ‚Lieber Gott mach’, sondern man muss einfach feststellen, dass irgendetwas gut ist, dass irgendetwas schön ist, dass irgendetwas positiv ist. Das ist vielleicht eine andere Art des Betens.

Das Gebet hat sehr viel mit Dankbarkeit zu tun, also ich kann das durchaus wiederfinden.
Und wir leben heute in einer Gesellschaft – mich macht das wirklich krank – wo nur noch gefordert wird. Die Forderungen, die wirklich wichtig sind, die werden aber überhaupt nicht gehört.

Zum Beispiel?
Also, ich finde die Diskussion über die Aufnahme von Syrien-Flüchtlingen oder von Flüchtlingen aus Nordafrika sowas von furchtbar in Deutschland. Meine Familie, wir sind Flüchtlinge. Das war nicht immer so ganz einfach. Gut, ich bin 1946 geboren, ich habe das auch nicht so direkt mitbekommen. Aber wir sind nach Stuttgart gezogen, und in Stuttgart, in Schwaben, Freunde zu finden ist schon schwer.

 

Sie mussten ja auch erst einmal die Sprache lernen.

Naja, ein bisschen schwäbisch kann ich auch, aber wenn du dann einen Freund gefunden hast bei den Schwaben, dann ist das eine Freundschaft bis ans Lebensende, die wirst du nicht mehr los.

Das ist aber schön so.
Ja, das ist auch schön. Und wenn mir dann jemand sagt, diese Diskussion mit den syrischen Flüchtlingen oder den Nordafrikanischen Flüchtlingen. Dann sage ich: ‚Kinder, Anfang der vierziger Jahre sind tausende von Juden in die Schweiz, und die Schweizer haben sie zurückgeschickt. Und wir müssen nicht lange darüber nachdenken, was mit diesen Menschen passiert ist. ‚Na, das sind alles Wirtschaftsflüchtlinge’, heißt es dann.  ‚Was ist denn Wirtschaft?’, frage ich. ‚Die wollen zu essen haben, die wollen zu trinken haben, die wollen ein Dach über dem Kopf haben und die wollen schlichtweg leben. Das ist Wirtschaft!’. So definiere ich das. Das mag vielleicht ein bisschen naiv sein.

Das sind die Grundbedürfnisse. Davon lebt die Wirtschaft. Die reichsten Leute sind ja auch die, die Lebensmittel verkaufen. Das ist ja auch eine Form von Beweis, was Wirtschaft kann.
Ja, und um Gewinne zu machen bis auf die dritte Stelle hinterm Komma. Das ist berechnend und das weiß auch kaum jemand. Also das ist schon sehr schwierig.

Wovor haben Sie Angst?
Vor Krankheit. Ich habe panische Angst vor Krankheit, vor allem die beiden Fälle, von denen ich gerade gesprochen habe. Die sind beide ganz kläglich verreckt, wenn nicht zugrunde gegangen. Und davor habe ich schon Angst. Wobei ich glaube, dass die genetischen Voraussetzungen in meiner Familie ganz positiv sind. Aber davor habe ich schon Angst. Ich habe nicht so sehr Angst vor Krieg. Sehen Sie, ich bin ein Kind des Kalten Krieges, ja. Wir hatten immer, ich weiß nicht, fünf Pfund Zucker im Kleiderschrank und drei Pfund Mehl und Haferflocken und ich weiß nicht, was noch alles. Margarine in Dosen eingeschweißt und so was. Das war damals so in den fünfziger und sechziger Jahren. Ich kann mich noch an meinen Schulunterricht erinnern, in dem wir dann aufgeklärt wurden, was im Falle eines Atomangriffs, wenn die bösen Leute aus dem Osten kommen, wer immer das sein mag, zu tun ist. Wir leben im Augenblick in einer der friedlichsten Phasen der deutschen Geschichte. Es gab noch nie eine so lange Phase des Friedens. Ob das alles wirklich Frieden ist, das ist die zweite Frage. Darüber bin ich auch sehr dankbar. Ich habe drei Kinder und drei Enkelkinder und es ist schön, dass die so aufwachsen können. Aber ich habe Angst vor Krankheit. Aber ich glaube davor hat jeder Mensch Angst.

Wenn Sie mal einen Wunsch frei hätten, einen einzigen, aber ganz frei. In welche Richtung könnte er gehen?
Wollen Sie jetzt eine konkrete Antwort oder eine mehr oder weniger philosophische?

Sie dürfen sich wünschen, was Sie wollen.
Dass die Sonne scheint. Ich meine das jetzt nicht meteorologisch. Ich meine das schlichtweg vom Empfinden her. Sonne auf der Haut löst ein Wohlempfinden aus und ich wünsche mir, dass die Menschen mehr Wohlempfinden empfinden. Das hat etwas mit Freundlichkeit zu tun. Wissen Sie, ich war jetzt mit meinem Sohn und meiner Lebensgefährtin drei Wochen in England unterwegs. Jeden zweiten, dritten Tag waren wir woanders. Man kann zu den Engländern sagen, was man will. Fisch und Chips muss man wirklich nicht essen – obwohl, wenn du Hunger hast, isst du auch das. Aber die Zuvorkommenheit der Engländer, das Bitte und Danke. Mein Hund sprang eine Frau aus Freude an und da hat die Frau sich entschuldigt, dass sie dem Hund im Weg stand. Ich meine, auf diese Idee musst du erst mal kommen. Im Supermarkt fällt mir Wechselgeld herunter, da springt die Kassiererin aus ihrem kleinen Stall heraus und hebt das Wechselgeld auf. Wahrscheinlich hat sie gedacht ‚der Mann ist instabil und uralt und schon fast tot, ich muss dem helfen’. Nein, aber die sind so, die Engländer. Und dann vielleicht noch ein bisschen mehr vom englischen, vom skurrilen Humor, dann wird das in Deutschland. Wir sind ein depressives Volk.

Freude, Fröhlichkeit und Dankbarkeit.
Ja, und das können manche andere Nationen, glaube ich, besser als wir. Ich habe neulich ein Buch gelesen, da stand über Polen drin: Die Polen seien auch immer so depressiv und sehen immer alles negativ – die Sonne scheine ja so furchtbar heiß und die Tiere hätten ja kaum genug Wasser. So sind wir aber auch, wir Deutschen. Es ist viel zu heiß jetzt. Ich denke, wir sollten einfach froh sein, dass es uns so geht, wie es uns geht. Wir sind immer noch eines der friedlichsten Länder, eines der Länder, in denen es den Menschen am besten geht. Und wenn auch nicht alles gut ist, so ist doch vieles bei uns besser als in anderen Völkern.

Dankeschön für das Gespräch.

 

Aktuell

Best of 500

Ruth-Maria Kubitschek, Wim Wenders, Udo Walz.

Best of 500

Roberto Blanco, Hartmut Engler und Steffen Wink, Hella von Sinnen

Best of 500

Jürgen von der Lippe, Sandra Maischberger, Jürgen Todenhöfer

Best of 500

Xavier Naidoo, Maybrit Illner, Winfried Kretschmann

2005: Franziska van
Almsick

Olympischer Schwimmstar


Weitere Interviews

Daniel Alter
Katrin Altpeter
Thomas Anders
Prinz Asfa-Wossen Asserate
Ayman
Seine Exzelenz Monsieur Anatole Bacanamwo
Joe Bausch
Rufus Beck
Volker Beck
Ben Becker
Dr. Günther Beckstein
Caroline Beil
Ben*Jammin
Prof. Dr. Ernst Benda
Dr. Christine Bergmann
Fredi Bobic
Wolfgang Bosbach
Jonathan Böttcher
† Pierre Brice
Fabian Bruck
Prof. Dr. Michael Buback
Frieder Burda
Geraldine Chaplin
Botschafter Daniel R. Coats und Marsha Coats
Luigi Colani
Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin
Michael Degen
† Dr. Heinz-Horst Deichmann
Ulrich Deppendorf
Hauke Diekamp
Kai Diekmann
Pater Domenico
Albie Donnelly
Ray Dorset
Heike Drechsler
Burkhard Driest
Katja Ebstein
Dr. Ursula Engelen-Kefer
Hartmut Engler
Andreas Englisch
Andreas Eschbach
Dieter Falk
Veronica Ferres
Fil da Elephant
Gotthilf Fischer
Dr. Ulrich Fischer
Ottfried Fischer
Gotthilf Fischer
Axel E. Fischer
Joy Fleming
Jürgen Fliege
Best of 500
Best of 500
Best of 500
Best of 500
Teflon Fonfara
Fools Garden
Dr. Peter Frey
Amelie Fried
Dr. Michel Friedman
Peter Friedrich
Andreas Fritzenkötter
† Joachim Fuchsberger
Jürgen Fürwitt, alias Jott
Galileo
Mario Galla
Cae Gauntt
Dr. Heiner Geißler
Dr. Heiner Geißler
Petra Gerster und Christian Nürnberger
Uschi Glas
Mario Gomez
Katrin Göring-Eckardt
Jürgen Gross
Friedlinde Gurr-Hirsch
Stefan Gwildis
Matthias Habich
Peter Hahne
Corinna Harfouch
Jimmy Hartwig
Dieter Thomas Heck
Gert Heidenreich
Ala Heiler
Hans-Olaf Henkel
Tony Henry
Ken Hensley
Eva Herman
High South
Dieter Hildebrandt
Klaus Hoffmann
Prof. Dr. Gertrud Höhler
Birgit Homburger
Christiane Hörbiger
Guildo Horn
Chris Howland
Bischof Dr. Wolfgang Huber
Prof. Dr. Claudia Hübner
Eddi Hüneke
Maybrit Illner
Janina and the Deeds
† Gottfried John
Jorginho
† Hellmuth Karasek
Volker Kauder
Brendan Keeley
Kathy Kelly
Kathy Kelly
Dr. Timm Kern
Dr. Katja Keßler
Arabella Kiesbauer
Ephraim Kishon
Matthias Kleinert
Prof. Dr. Guido Knopp
2003: Sebastian Koch
Juliane Köhler
Peter Kraus
Winfried Kretschmann
2011: Winfried
Kretschmann

Dr. Gabriele Krone-Schmalz
Ruth-Maria Kubitschek
Sven Kuntze
Heinz Rudolf Kunze
Leonard Lansink
Manfred Lautenschläger
Donna Leon
Hera Lind
Caroline Link
Joachim Llambi
Andrea Kathrin Loewig
Wolf Maahn
Paul Maar
2015: Motsi Mabuse
Roland Mack
2004: Peter Maffay
Kurt Salomon Maier
Sandra Maischberger
Marie-Luise Marjan
Tony Marshall
Marc Marshall & Jay Alexander
Carlos Martinez
Henry Maske
Maybebop Pop- Quartett
Gisela Mayer
Gerhard Meier-Röhn
Hans Meiser
Reinhold Messner
Meret Meyer
Middle of the Road
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther
Gary Mullen
Franz Müntefering
Xavier Naidoo
Dr. Rupert Neudeck
No Angels
Elisabeth Noelle-Neumann
Ulrich Noethen
Ingrid Noll
Normal Generation?
Chris Norman
Günther H. Oettinger
Mario Ohoven
Cem Özdemir
Peilomat
Phil
Hermann Poppen
Avi Primor
Seine Königliche Hoheit Bernhard Prinz von Baden
Johannes Rau
Heribert Rech
Maestro Gian Piero Reverberi
2000: Sir Cliff Richard
Sir Cliff Richard
Lars Riedel
Armin Rohde
Dr. med. Philipp Rösler
Claudia Roth
Dr. Norbert Röttgen
Wynton Rufer
Nina Ruge
Thomas Rühmann
Inga Rumpf
Barbara Rütting
Dr. Wolfgang Schäuble
Marco Schiefer
Schily
Rezzo Schlauch
Renate Schmidt
Ulla Schmidt
Doris Schmidts
Dr. Peter Scholl-Latour
Walter Scholz
Detlev Schönauer
Dietmar Schönherr
Birgit Schrowange
Martin Schulz MdEP
Alice Schwarzer
Ulrike Schweikert
Uwe Seeler
Florian Sitzmann
Werner Sonne
† Lothar Späth
Paul Spiegel
Walter Spindler
Willi Stächele
Rolf Stahlhofen
Thomas M. Stein
Bernd Stelter
Dr. Monika Stolz
Annika Strebel
2012: Christina Stürmer
Prof. Dr. Rita Suessmuth
Stephan Sulke
Jasmin Tabatabai
Horst Tappert
Erwin Teufel
The Temptations
Dr. h. c. Wolfgang Thierse
Olaf Thon
Prof. Dr. Klaus Töpfer
Ulrich Tukur
Tomi Ungerer
Franz Untersteller MdL
Sir Peter Ustinov
2005: Franziska van
Almsick

Herman van Veen
Ute Vogt
Berti Vogts
Dr. Antje Vollmer
Dr. Ursula von der Leyen
Jürgen von der Lippe
Jürgen von der Lippe
Frhr. von Gemmingen-
Guttenberg

Wolf von Lojewski
Hella von Sinnen
Margarethe von Trotta
Beatrice von Weizsäcker
Florian Wahl
Prof. Dr. Norbert Walter
Udo Walz
2014: Udo Walz
Willi Weber
Konstantin Wecker
Prof. Peter Weibel
René Weller
Wim Wenders
† Guido Westerwelle
Urich Wickert
Heidemarie Wieczorek-Zeul
† Roger Willemsen
Ron Williams
Steffen Wink
Harald Wohlfahrt
Guido Wolf
Sydney Youngblood
Andrea Zangemeister
Joana Zimmer
Dr. Robert Zollitsch
Rolf Zuckowski
Brigitte Zypries