Bryan Adams

den internationalen Popstar

Bryan Adams
bei Studioarbeiten
und im Gespräch mit Hanno Gerwin

In der internationalen Popszene zählt er zu den Giganten. Bryan Adams hat in den letzten 20 Jahren riesige Hits gesungen: The Summer of 69 brachte den Durchbruch. 10 Jahre später war All for Love die Nummer 1 in Amerika. Und für Everything I do, I do it for you bekam er einen Grammy. Bryan Adams macht perfekte Popmusik, die in weltberühmten Filmen zu hören ist, wie z.B. für den Zeichentrickfilm Spirit, in dem es um Freiheit, Freundschaft und einen unbeugsamen Willen geht.

 

Bryan Adams, in dem Film "Spirit" geht es um einen unbeugsamen, freiheitsliebenden Mustang, der immer das tut, was er will und sich von den Menschen nicht gefangen nehmen lässt. Wie wichtig ist die Willenskraft?
Ich meine, dass der Film Parallelen ziehen möchte zum Leben vieler Menschen. Das Pferd Spirit lebt erst einmal sehr behütet und sicher, seine Familie ist um ihn herum. Doch dann, eines Tages, nimmt Spirit etwas außerhalb seiner Welt wahr und denkt, ich will sehen, was das ist. Das ist der Moment, in dem sich sein Leben verändert.
Ich denke, genau das ist es, was wir alle durchmachen. Unser Leben verläuft zunächst sicher und behütet innerhalb der Familie. Und dann eines Tages entscheiden wir uns auszubrechen und unser eigenes Ding zu machen. Diese Geschichte ist also gewissermaßen eine Jedermannsgeschichte. Der Hengst wird mit allen möglichen Widrigkeiten und vielen Veränderungen konfrontiert. - Meine Rolle in dem Film ist die des Erzählers. Ich soll dem Zuschauer deutlich machen, wie sich der Hengst fühlt, und wie er seine eigenen Veränderungen durchlebt. Die Figur spricht ja nicht. Es ist ein Musical, und die Geschichte wird durch die Musik, die Lieder transportiert.

Ist es für Ihr eigenes Leben auch wichtig gewesen, diesen eigenen festen Willen zu haben oder zu entwickeln, um diese große Karriere zu machen?
Ich hatte sehr viel Glück, als ich anfing. Schon meine Familie liebte es, zu reisen, wir hatten das Glück, in vielen Ländern zu leben. Damals war ich noch nicht einmal 13. Der Beruf meines Vaters brachte das mit sich und so habe ich schon früh viele Länder gesehen. In gewisser Weise war ich immer unterwegs. Die Welt zu sehen, herumzukommen, das ist das Wichtigste, was man für sich selbst tun kann. Man erfährt, wie andere Menschen denken und arbeiten. Man findet etwas ganz Wichtiges heraus: Die Menschen sind alle gleich! Menschen sind eben Menschen.  

Gab es am Anfang bei Ihnen diese Idee ich möchte Popstar werden und haben Sie geglaubt, dass Sie so groß damit herauskommen? 
Nein, daran habe ich nie gedacht. Ich wusste nur schon sehr früh, dass ich Musiker werden wollte. Ich wusste zwar nicht, wohin das führt, aber das spielte auch gar keine Rolle. Es hätte mir auch nichts ausgemacht in einem Schallplattenladen zu arbeiten. Für mich war es nur wichtig, etwas mit Musik zu machen. Ich bin einer der Glücklichen, die Musik machen können. Das Leben war wirklich gut zu mir. Ich sage immer, dass ich im Grunde das Leben von zwei Menschen lebe. Ich kann so viel reisen und ich kann Musik machen, und ich habe das Gefühl schon soviel gesehen zu haben. Ja, man kann sagen, dass auch die Musik einfach gut zu mir war.

Der Begriff Spirit hat ja fast so etwas wie eine religiöse Bedeutung. Dahinter steht eine große Kraft, eine unsichtbare mächtige Kraft, die die ganze Welt regiert. Es ist interessant, dass Sie Fragen zu religiösen Themen stellen. Eines der ersten Lieder, die für den Film geschrieben wurden, war nämlich "I will always return" (Ich werde immer wiederkehren) und das ist ein sehr untypisches Lied. Es ist nicht das traditionelle Vers-Refrain-Schema. Das Lied ist eher eine Art Hymne. Das ist fast wie religiöse Musik. Das ist auch das Interessante an Musik, man hat die Gelegenheit mit jemandem wie Hans Zimmer, dem Komponisten der Filmmusik, zu arbeiten. Ich konnte seine Melodien, Melodien, die ich selbst nie hätte schreiben können, verwerten und ein Lied daraus machen. Das bringt ganze andere Nuancen mit sich. Man darf Schauspieler sein, ohne eigentlich im Film mitzuspielen. Wissen Sie, viele Künstler wollen sich ja permanent selbst neu erfinden, interessieren sich auch nur für diesen Part in der Welt. Für mich ist das aber eher wie Getrieben-Sein. Die Musik treibt mich vorwärts. Egal, ob ich mit jemandem zusammenarbeite oder alleine: ich versuche mich von der Musik antreiben zu lassen. Und das scheint zu funktionieren.

Glauben Sie, dass Tiere eine Seele wie Menschen haben?
Alles was ich sagen kann ist, dass mich Hunde irgendwie an Menschen erinnern. Sie sind wie Menschen.

Aber sie haben keine Seele wie Menschen sie haben?!
Ich weiß nicht. Ich würde schon sagen, dass sie eine Seele haben. Ich unterscheide nicht so sehr zwischen Tieren und Menschen. Wir sind doch alle Geschöpfe der Erde. Ich denke, dass wir alle eine Seele haben.

Können Sie sich den Heiligen Geist vorstellen?
Das ist eine sehr persönliche Frage. Alles was ich dazu sagen kann ist, ich glaube, dass es etwas gibt, das uns alle bewegt. Es gibt ein Gesetz: Gehe mit anderen so um, wie du willst, dass man mit dir umgeht. Das ist ein Glaubenssatz, wie ich ihn mag. Ob wir nun alle an Gott glauben sollten oder nicht, das ist eine sehr individuelle und persönliche Sache. Ich denke immer, wenn es einem hilft den Tag zu überstehen und sein Leben zu leben, dann sollte man daran glauben.

Sie sind sehr engagiert, auch in wohltätigen, gemeinnützigen Organisationen. Green Peace, Amnesty International und andere. Warum machen Sie das?
Wenn man einen gewissen Status erreicht, sei es nun in der Musik oder auf einem anderen Gebiet, dann hat man die Möglichkeit, sich zu engagieren und Dinge zu verändern. Man hat Macht, man kann bei wichtigen Leuten anrufen. Man hat die Möglichkeit Leute zusammenzutrommeln. Man kann Ideen verändern, und den Lauf der Dinge beeinflussen. Ich bewundere die Musiker, die das tun und die Geschäftsleute, die Philanthropen sind. Ich bewundere diese Art von Charakter. Man kann Veränderungen in anderen bewirken, wenn man sich selbst verändert. Wenn man für einen einzigen Menschen einen Unterschied macht, dann hat man vielleicht seine Bestimmung als menschliches Wesen erfüllt.

Wenn Sie einen einzigen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Oh, das ist keine einfache Frage. Im Moment muss ich zugeben, habe ich nur einen Wunsch: Dass meine Hand gut heilt. Denn dieser Gips ist wirklich unangenehm.

Das hoffe ich für Sie. Vielen Dank.

 

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