The Temptations

die Black-Music-Stars mit dem großen Temperament

The Temptations
The Temptations im Gespräch mit Hanno Gerwin

Sie haben die Soulmusik mit der Muttermilch aufgenommen und sind damit über Jahrzehnte zur absoluten Musiklegende geworden. Ihr Leadsänger, Dennis Edwards, kam schon 1968 zu The Temptations. Seitdem kann er auf 14 goldene Alben zurückblicken, und hat 5 mal den Grammy, den renommierten Musikoscar, abgeräumt. Seit 1989 ist Dennis Edwards inzwischen in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen.

 

Dennis Edwards, mit zwei Jahren haben Sie angefangen zu singen. Welche Erinnerungen haben sie noch an diese Zeit?
Dennis Edwards: Ich war damals in der Kirche meines Vaters. Da war ich zwei Jahre alt und meine Mutter sagte zu mir, dass ich singen soll. Und das habe ich dann auch gemacht. Ich glaube, das war der Anfang meiner Karriere.

Ihr Vater war Pfarrer (Referend), und Sie haben in der Kirche das Singen gelernt. An was erinnern Sie sich in diesem Zusammenhang?
Dennis Edwards: Für mich war er der Größte. Als wir aufwuchsen, da war eine Vaterfigur noch sehr, sehr wichtig. Ich glaube, dass ist auch das Problem heute: es gibt nicht genug Vaterfiguren. Ich habe zu meinen Vater aufgeschaut, er hat mir Disziplin beigebracht. Ich war auch total von meinen Eltern abhängig. Sie haben uns eine Vorstellungen von Werten gegeben, und das hilft auch heute noch. Ich danke Gott, dass ich so einen Vater hatte.

Was ist das Wichtigste was ihnen ihre Eltern mitgegeben haben?
Dennis Edwards: Mir gefällt, dass sie mir beigebracht haben, ein guter Mensch zu sein. Dass sie mich gelehrt haben, jeden so zu behandeln, wie ich selbst gerne behandelt werden möchte, dass sie mich gelehrt haben, Gott zu dienen und ihm für alles zu danken.

Mike Patillo, auch Sie haben in der Kirche zu singen begonnen, wie ist heute Ihre Einstellung dazu?
Mike Patillo: Ich bin in der Kirche aufgewachsen, meine Mutter war Chorleiterin. Da bin ich natürlich so oft wie möglich zu den Chorproben mitgegangen.

Singen in schwarzen amerikanischen Gospelgottesdiensten ist so ganz anders als in den deutschen Kirchen gesungen wird, woran liegt das?
Temptations: Ich kenne die deutschen Gottesdienste nicht genau. Aber die Kirche, die ich besuchte, war eine sehr offensive Kirche. Jeder hat es genossen, zur Kirche zu gehen, wir liebten Gott und wir hatten alle ein sehr gute Zeit.

Warum sind die Gottesdienste so ausdrucksstark?
Temptations: Die Schwarzen sind sehr spirituell. In unseren Familien geht es sehr emotional zu. Wir gehen zur Kirche und lassen unsere Emotionen raus. So preisen wir Gott. Wir dienen aber demselben Gott wie die Deutschen. Wir drücken uns nur anders aus. Aber die Menschen in Deutschland tun das auch. Wie ich gehört habe, wird auch in deutschen Gottesdiensten gefeiert.

Wie ist ihre Einstellung zur Kirche heute?
Temptations: Vor jedem Auftritt beten wir, vor jeder Reise beten wir. Die Kirche hat großen Anteil an unserem Erfolg. Wir danken Gott jedes Mal, dass er uns nach Deutschland bringt und wieder sicher nach Hause. Für jede Vorstellung, die wir machen, danken wir.

Sie unterstützen die Organisation "Feed the children", die hungernde Kinder unterstützt. Worum geht es Ihnen bei diesem Engagement für Kinder?
Temptations: Es war einer der schönsten Momente in meiner Karriere, als ich Chance hatte, die Aktion "Feed the children" zu unterstützen. Überall auf der Welt gibt es Kinder, die hungern. Und wenn ich der Lage wäre, dann würde ich noch mehr tun. Wir alle müssen Kinder unterstützen. Sie sind unsere Zukunft. Und es gibt so viele Kinder, die hungern. Ich freue mich jedenfalls darüber, dass ich die Aktion unterstützen kann, und ich meine, dass alle Amerikaner und alle Deutschen "Feed the children" unterstützen sollten.

Haben sie selber Kinder?
Temptations: Ich habe vier Kinder und bin sehr stolz auf sie.

Was ist das Wichtigste , was Kinder lernen sollten?
Temptations: Ich glaube, wir müssen im 21. Jahrhundert bessere Eltern werden. Wir müssen unseren Kindern schon sehr früh Disziplin beibringen. Unser Väter bestraften uns, wenn wir etwas Unrechtes taten. Die junge Generation heute hat nicht soviel Disziplin. Ich versuche es meinen Kindern zu sagen, wenn sie etwas falsch machen, und ich sage Ihnen, dass sie im Unrecht sind. Manchmal, da muss ich sie eben auch ein bisschen schlagen.

Sind Sie ein strenger Vater?
Temptations: Ich versuche, streng zu sein. Streng, aber gerecht.

Der überraschende Tod Ihrer Band-Mitglieder (David Ruffin 1992, Eddie Kendrick 1993) hat Sie sehr mitgenommen, wie war das damals? Haben Sie selber Angst vorm Tod?
Temptations: Ich weiß nicht, ob ich Angst vorm Tod habe. Er ist ja unvermeidlich. Wir alle sterben eines Tages. Eddie... - Die Umstände waren schuld: David könnte noch hier sein und Eddie auch. Aber ich glaube, wenn Gott uns zu sich holen will, dann können wir nichts dagegen tun. Ich glaube, dass uns das zum Nachdenken bringt, und dass wir bessere Menschen werden. Wir realisieren so, dass das Leben wertvoll ist. Es war wirklich hart, zwei so großartige Menschen zu verlieren. Aber ich danke Gott, dass er mir geholfen hat, weiterzumachen. Und dass er mich mit zwei guten Bandmitgliedern gesegnet hat, um die beiden zu ersetzen. Deshalb beten wir.

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Temptations: Ich weiß nicht. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die an so etwas glauben. Ich glaube nur, dass wir in den Himmel kommen, wenn wir richtig handeln, und wenn wir falsch handeln, dann kommen wir in die Hölle. Wenn meine Zeit kommt, dann werde ich Gott danken, dass er mir die Gelegenheit gegeben hat, hier zu sein.

Was ändert sich mit dem Erfolg?
Temptations: Wenn ich zurückblicke und sehe, dass wir immer noch stark sind und die Leute unsere Musik immer noch hören wollen so erkenne ich darin meinen Erfolg. Ich habe lange gebraucht, bevor ich realisiert habe, dass wir etwas machen, was wir gerne machen. Wir waren erfolgreich damit und haben Geld verdient. Singen ist ein Geschenk Gottes, ich tue es gern und es ist sogar mein Beruf. Wenn man Erfolg damit haben will, dann muss man lernen, ein erfolgreicher Sänger zu sein. Man muss lernen, wie man mit Menschen umgeht, wie man sich richtig verhält. Und das sind Dinge, die mir der Erfolg beigebracht hat.

Sind Sie ehrgeizig?
Temptations: Ich bin sehr ehrgeizig. So ehrgeizig, dass ich glaube, dass wir mit der jetzigen Formation wieder ganz an die Spitze kommen können. Alles was wir brauchen ist ein bisschen Glück und ein bisschen Gottesgnade. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Gruppe.

Was wäre Ihr größter Wunsch, wenn Sie nur einen frei hätten?
Temptations: Ich wäre gern für drei Stunden Bill Gates... Ich würde mir wünschen, dass alle meine Bandmitglieder, auch die Verstorbenen, hier sein könnten. Und dass wir alle erfolgreiche Karrieren haben und wir alle gute Musik machen würden.

 

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