Rolf Stahlhofen

Soulsänger und Sohn Mannheims

Rolf Stahlhofen im Gespräch mit Hanno Gerwin
Rolf Stahlhofen im Gespräch mit Hanno Gerwin
Rolf Stahlhofen im Gespräch mit Hanno Gerwin

Mit seiner gefühlvollen und kräftigen Stimme hat er in kurzer Zeit die Herzen seiner Fans erobert. Rolf Stahlhofen ist ein Soulsänger und engagierter "Sohn Mannheims". 1968 in der Oberpfalz geboren, in Saudi Arabien, Nigeria, Algerien und England aufgewachsen, verschlug es Rolf Stahlhofen schließlich nach Mannheim, wo er ganz klein anfing und ganz groß rauskam. An der Seite von Xavier Naidoo wurde er als einer der "Söhne Mannheims" bekannt. Vor Kurzem veröffentlichte er sein Debütalbum, arbeitete an der Seite Peter Maffay und engagierte sich sozial und regelmäßig auf Benefizkonzerten.
Rolf Stahlhofen weiß, was es bedeutet unten anzufangen und oben anzukommen - und das merkt man seinen Texten auch an.

 

Rolf Stahlhofen, Sie schreiben Ihre Liedtexte zum größten Teil selbst. Was möchten Sie mit Ihren Texten gern erzählen?
Die Texte sind Eindrücke von mir. Ich versuche, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und schreibe auf, was mir auffällt. Es sind meine Gedanken, meine Meinungen. Aber ich versuche, es nicht Belehrungen sein zu lassen, sondern möchte zeigen, wie meine Sicht der Dinge ist.

Ihre CD heißt "Zeit was zu ändern". Das klingt gut. Aber ist es nicht unglaublich schwierig etwas zu ändern, wenn man sich überlegt, wie viel Kraft man dazu braucht, und hinterher bleibt doch alles beim Alten?
Wenn jeder einzelne versucht, sich bewusst zu machen, wie die Situation ist, fällt jedem sofort auf, was man ändern könnte: Z.B. mit Leuten bewusster oder respektvoller umgehen oder einfach mit offenen Augen durchs Leben zu laufen. Das fängt im Kleinen an. Schon da kann man was ändern.

Haben Sie Ideale?
Ich versuche, Ideale zu haben. Ich möchte gerne, dass man sich mir gegenüber so verhält, wie ich mich anderen Leuten gegenüber verhalte. Ich glaube z.B. ganz fest daran, dass meine Wenigkeit ein Spiegel meiner Umwelt ist und umgekehrt. So, wie ich andern Leuten gegenüber auftrete, treten die mir gegenüber auf.

D.h. Sie gehen mit anderen Leuten anständig um und Sie erwarten das gleiche auch von anderen?
Das versuche ich. Manchmal bin ich bestimmt unmöglich oder fordere zu viel. Aber versuche es.

Sind Sie ein friedfertiger Mensch? Sie waren ja irgendwann mal Türsteher. Da muss man eigentlich grimmig sein.
Ach, gar nicht. Wenn man mit einem Lächeln an der Tür steht, kommt man viel weiter. Ich mag gerne eine friedvolle Umgebung. Ich habe genug Stress in meinem Leben. Da bin ich froh, wenn ich liebe Menschen um mich herum habe.

Sie haben breite Schultern, d.h. es ist auch gut für jemanden, wenn er sich bei Ihnen ein bisschen anlehnen kann. Ist das für Sie o.k.?
Ja, ich biete meine Schultern schon mal an. Ich habe auch eine große Klappe und bin hin und wieder mal etwas aufbrausend. Bei mir lässt sich aber mit einem Lächeln mehr lösen.

In einem Ihrer Songs heißt es "Wo ist er Ort, wo die Einsicht wohnt". Sie singen weiter, Sie wissen es nicht, aber suchen danach. Wie darf man sich das vorstellen?
Das geht wahrscheinlich nicht nur mir so. Ich treffe viele Leute, rede mit vielen Menschen. Und sie sind alle auf der Suche, sind ruhe- und rastlos. Ich habe festgestellt, dass ich Ruhe am ehesten bei mir selbst finde. Am Ende des Liedes kläre ich die Frage auf und sage, dass die Ruhe wahrscheinlich in mir ist und ich sie mir nur selber zugänglich machen muss.

Im Liedschluss singen Sie, dass Sie beten oder gebetet haben. Wann tun Sie das?
Ich bin mir ziemlich oft bewusst darüber, was für ein wunderschönes Leben ich habe. Ich bin in der glücklichen Lage, das zu machen, was ich liebe. Wenn Sie es niemandem weitererzählen: Ich würde auch umsonst Musik machen. Aber ich zahle meine Miete und kann davon leben, und das macht mir eine wahnsinnige Freude. Das macht mich sehr dankbar. Dessen bin ich mir bewusst und sage auch oft danke. Denn morgen könnte es vorbei sein. Wenn mir der Herrgott morgen meine Stimme nehmen will, dann kann ich sagen, ich war mal ein geiler Sänger.

Bitten Sie darum, dass Ihnen der Herrgott die Stimme erhält.
Der weiß schon, was er macht. Ich bin erst mal nur dankbar, dass es so ist, wie es ist.

Wie stellen Sie sich den Herrgott vor? Nehmen wir an, Sie müssten ein Bild malen. Wie würde es aussehen?
Wahrscheinlich würde ich die Mutter Erde malen. Wenn ich durch die Gegend laufe und mir z.B. den Odenwald oder die Pfalz anschaue, dann ist das für mich so göttlich. Das würde ich malen. Aber so perfekt bekäme ich es nie hin. Gott ist viel zu groß für meinen Verstand. Darum versuche ich, ihn zu spüren.

Haben Sie das Gefühl, dass Gott bei Ihnen ist? Ist das eine Gefühls- oder eher eine Kopfsache?
Nein es ist auf jeden Fall eine Gefühlssache. Doch. Nicht vom Kopf her. Der Kopf versucht ja immer logisch zu sein. Ich glaube, Gott ist nicht logisch.

Eher unlogisch?
Ja. Er ist phantastisch aber nicht logisch. Wie gesagt, Gott ist nicht zu beschreiben.

Was halte ich von den Zehn Geboten?
Ich versuche, sie zu leben. Die Zehn Gebote sind wie ein Knigge, der uns auf den Lebensweg mitgegeben wurde.

Würden Sie sagen, sie seien unverändert sinnvoll und brauchbar, auch wenn sie schon ein paar tausend Jährchen alt sind?
Sie sind auf jeden Fall sinnvoll.

Eine Person wie Jesus Christus - wer ist das für Sie?
Das ist eine schwierige Frage. Jesus Christus war einzigartig. Aber es gab und gibt viele bemerkenswerte Menschen. Trotzdem war Jesus ein Mensch, der nach 2000 Jahren noch so präsent ist und in fast jeder Religion anerkannt und beschrieben wird. Dergleichen fallen mir nicht viele ein. Da gibt es z.B. Xavier Naidoos Mama. Mir fällt immer wieder auf, was für eine fantastische Frau das ist. Das kann man natürlich nicht mit dieser Faszination für Jesus vergleichen.

Was gefällt Ihnen an Jesus?
Seine klare Linie, seine Güte. Und was ich ganz klasse finde istdie Sache mit der Vergebung. Und das hat er bedingungslos gemacht.

Fällt es Ihnen leicht zu vergeben oder wurmt es Sie lange, wenn Ihnen jemand Unrecht angetan hat?
Zu vergeben fällt mir immer leichter. Ich bin natürlich auch manchmal ein Dickkopf. Das dauert bei mir zwei oder drei Tage, und dann hat sich die Sache erledigt. Mit dem Vergeben ist es viel einfacher als sich zu entschuldigen. Ich hatte viel größere Schwierigkeiten, mich zu entschuldigen, wenn ich Bockmist gebaut hatte.

Weil man sich hörbar für andere entschuldigen muss?
Ja, genau das ist mir früher schwer gefallen. Da bin ich ganz gut geworden.

Gibt es ein Wort oder eine Geschichte in der Bibel, die Ihnen besonders gut gefällt? Haben Sie einen Lieblingsbibelspruch?
Ich bin nicht so bibelfest, dass ich Bibelsprüche rezitieren könnte. Nur einzelne Sprüche oder Kapitel rauszunehmen, anstatt das Gesamtwerk zu sehen, das ist nicht mein Ding.

Geht es Ihnen mehr um die Botschaft insgesamt, um den Geist?
Genau. Hier tendiere ich mehr zum Neuen als zum Alten Testament.

Xavier Naidoo ist jemand, der sehr, sehr stark dem Alten Testament verbunden fühlt.
Ja. Mir ist das aber zu krass, all die Plagen, Kriege und Schlachten usw. Das macht mich traurig. Das macht mich einfach nicht glücklich. Das Neue Testament ist eine frohere Botschaft. Ich versuche ein positiver Mensch zu sein und für mich lese ich aus dem Neuen Testament mehr heraus.

Sie sind eine Zeitlang in der arabischen Welt aufgewachsen, in einem islamischen, muslimischen Umfeld. Hat Sie das geprägt? Haben Sie das bewusst als eine andere Religion wahrgenommen?
Ich glaube, es hat mich toleranter für andere Religionen gemacht. Ich nehme Sie auch bewusster wahr. Ich kann akzeptieren, wenn jemand sagt, ich bin Moslem oder Buddhist oder Christ.

Also sind Sie eher ein schlechter Missionar?
Ich bin überhaupt kein Missionar, weil ich die Weisheit sowieso nicht mit Löffeln gefressen habe. Jeder sollte die Weisheit für sich selbst finden. Man kann jemandem von einer Sache erzählen, an die man glaubt. Trotzdem ist jeder für sein Glück selbst verantwortlich und muss es annehmen. Das hat der Herrgott gut eingerichtet. Aber ich glaube nicht, dass es in seinem Repertoire steht, dass Religionskriege geführt werden müssten. Das dies geschieht liegt daran, dass Menschen die Bibel geschrieben haben und Menschen den Koran geschrieben haben, als Eingebung. Ich denke, sie haben bestimmt auch das zu ihrem eigenen Nutzen gemacht.

Wenn Sie einmal einen einzigen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Ich würde mir mehr Toleranz, mehr Respekt wünschen.

Und für Sie persönlich?
Momentan bin ich super zufrieden.

 

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