Birgit Schrowange

die abenteuerliche TV-Moderatorin

Sie sucht das Abenteuer, wann immer es geht. Birgit Schrowange wurde zur attraktivsten Fernsehmoderatorin gewählt. Die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin hielt es hinter dem Schreibtisch nicht lange aus und ging zum Fernsehen, wo sie zunächst beim WDR von der Pike auf lernte, was sie beim ZDF als Moderatorin und Programmansagerin bekannt gemacht hat. Bald erfolgte der Wechsel zu RTL. Sie wurde und wird immer magisch von Gefahr und persönlichen Herausforderungen angezogen. In ihrer RTL-Sendung „LIVE! Die Lust zu leben“ zeigt sie, was sie kann.

 

Frau Schrowange, wann haben Sie zum ersten Mal wahrgenommen, dass Sie hoch hinaus möchten?
Das war schon ganz früh. Ich wollte immer schon zum Fernsehen. Schon als Kind habe ich das gemerkt. Meine Lieblingssendung mit 13 Jahren war "Disco" mit Ilja Richter, und das hat mich sehr bewegt.

Was hat Sie daran so sehr bewegt?
Dieser Moderator war für mich absolut faszinierend. Ich habe früher meine ganze Familie genervt, indem ich mit einem alten Radiorekorder herumgerannt bin und alle interviewt habe: Opa, Oma, Mama, Papa, Schwester, Onkel und Tanten - sie mussten alle dran glauben! Ich bastelte mir aus Pappe einen Fernseher, setzte mich dahinter und sagte irgendwelche imaginären Shows an.
Ich stand immer ganz gerne im Mittelpunkt. Man muss ja eine etwas extrovertierte Art haben, sonst könnte man das gar nicht machen.

Wie hat Ihre Familie darauf reagiert?
Sie haben die ganze Zeit gefragt: „Ach das Kind, woher hat es das bloß?“ – Ich weiß selbst nicht, woher ich das habe. Ich weiß nur, dass mein Urgroßvater sehr kreativ war. Das bezog sich aber mehr auf das Schreiben. Er schrieb Gedichte und Kurzgeschichten und veröffentlichte diese in unserer Zeitung, der Westfalen Post. Meine Urgroßmutter war gar nicht begeistert davon, denn eigentlich sollte er Geld verdienen in der Landwirtschaft. Er hatte aber keine Lust dazu, sondern saß immer nur da und dachte sich etwas aus. Auch mein Großvater war ein überaus reger Rentner. Er war früher Waldarbeiter und hatte später eine Landwirtschaft. Er war Organist in der Kirche, und spielte außerdem Geige.

Sind Sie zur Kirche mitgegangen, wenn er gespielt hat?
Ja, ich musste vorbeten. Daher war es für mich nicht so langweilig. Ich hatte ja eine Aufgabe und konnte schon mal für später üben.
Einmal musste ich wieder vorbeten und sagen: „Heilige Mutter Maria bitte für uns.“ Meine Freundin saß neben mir und sagte dann immer "unzzzzzz", sodass dieser Zischlaut in der ganzen Kirche zu hören war: „Heilige Maria Mutter Gottes bitte für unszzzz...“ – Ich schwitzte Blut und Wasser! Meine Großmutter – sie war sehr streng – kam durch das ganze Kirchenschiff nach vorne, nahm mir mein Gebetbuch ab, gab mir links und rechts ein paar hinter die Löffel und verschwand wieder nach hinten. Das war sehr, sehr schlimm für mich.

Welche Einstellung haben Sie heute zur Kirche? Beten Sie?
Ja, ich bete. Die Heilige Messe besuche ich allerdings kaum noch. Ich wurde früher immer dazu gezwungen. Ich ging in die Klosterschule der Schwestern der Christlichen Liebe, wo auf Kirche und Religion sehr, sehr viel Wert gelegt wurde. Aber es war immer so ein Zwang dahinter.

Empfinden Sie heute eine Abneigung gegen die Kirche?
Nein. Aber ich bin einfach übersättigt. Ich habe keine wunderschönen Kindheitserinnerungen an die Kirche. Sonntags um 14 Uhr musste ich in die Andacht und Vorlesen, während meine Freunde "Flipper" im Fernsehen angeschaut haben. Ich habe nie in meinem Leben Flipper, weil ich in der Kirche immer vorbeten musste.

Sie sagten, dass Sie beten. Welche Rolle spielt der Glaube für Sie?
Ich empfinde mich als Christin. Man muss nicht unbedingt zur Kirche gehen, um Christ zu sein. Wenn ich bete, halte ich eine Art Zwiesprache, vielleicht auch mit mir selbst. Es ist vielleicht eine Art Meditation.

Zu welchen Anlässen beten Sie?
Ich bete, wenn es mir richtig gut geht. Ich bin auch dankbar dafür, dass es mir gut geht, und ich weiß es zu schätzen, dass ich im Leben so viel Glück gehabt habe.

Wann geht es Ihnen richtig gut?
Wenn ich morgens aufwache und z.B. einen freien Tag habe, den ich so gestalten kann, wie ich das möchte. Es geht mir fast immer gut. Mir geht es zum Beispiel auch dann gut, wenn ich in die Redaktion komme und ich meine Kollegen sehe, mit denen ich viel Spaß habe.
Meine Mutter sagte mir, es sei ein großer Pluspunkt für mich, dass ich überhaupt nicht nachtragend sei, auch als Kind war ich nicht nachtragend.

Haben Sie Feinde?
Ich hoffe nicht.

Neider?
Ja, Neider habe ich wahrscheinlich.

Wann haben Sie Erfahrung mit Neidern gemacht?
Diese Erfahrung mache ich ständig.

Wie gehen Sie damit um?
Ich versuche es zu ignorieren. Ich denke immer: Neid muss man sich erkaufen, Mitleid bekommt man geschenkt. Ich finde es teilweise sehr schlimm mit dem Neid. Manchmal sind Menschen betroffen, die gar nichts unmittelbar damit zu tun haben. Meine Eltern bekommen das zum Beispiel zu spüren. Sie leben in einem kleinen Dorf, wo sie sehr mit Neidern zu kämpfen haben, gerade in Bezug auf ihre Tochter. Sie leiden sehr darunter, und das tut mir leid. Meine Eltern können schließlich nichts dafür. Wenn in der Zeitung etwas Gutes über mich steht, spricht sie kein Mensch darauf an. Wenn aber ein vermeintlicher Skandal laut wird, bekommen sie von allen Seiten Kommentare.

Welche Rolle spielen Ihre Eltern für Sie? Was haben Ihre Eltern gut gemacht?
Sie spielen für mich eine große Rolle! Wir sehen uns selten, telefonieren aber fast jeden zweiten Tag miteinander. Meine Eltern haben fast alles gut gemacht. Ich bin total zufrieden mit meinen Eltern. Wir sind recht streng erzogen worden, aber sie haben uns auch viel mitgegeben. Wenn meine Eltern mich nicht so erzogen hätten, besäße ich heute nicht diese Disziplin, dieses Durchhaltevermögen und diese Zuverlässigkeit. Sie haben es uns einfach vorgelebt. Meine Eltern sind ganz einfach Leute. Mein Vater ist Fliesenleger, meine Mutter Hausfrau. Wir hatten früher nie viel Geld und wussten manchmal nicht, wie wir das Essen auf den Tisch bringen sollten. Heute versuche ich, meine Eltern ein bisschen dafür zu entschädigen, was sie früher für uns getan haben. Sie haben alles für ihre Kinder getan.
Meine Eltern sagen immer wieder, dass sie mit ihren drei Kindern wahnsinnig viel Glück gehabt haben. Das ist nicht die Regel.

Welche Rolle für Sie spielt Geld?
Geld bedeutet Unabhängigkeit und Freiheit. Allerdings haue ich das Geld nicht auf den Kopf. Ich habe sehr viel gespart, damit ich von meinen Ersparnissen leben kann, wenn ich mich mal zurückziehen sollte.

Unabhängigkeit und Freiheit sind für Sie also sehr wichtig?
Absolut wichtig! Ich habe stets das Risiko gesucht. Früher hatte eine feste Stelle. Für meine Eltern war es ganz schrecklich, dass ich immer wieder alles aufgegeben habe, um weiter zu kommen oder von vorne anzufangen. Ich fände es schrecklich, wenn ich bis an mein Lebensende im gleichen Büro sitzen müsste. Für mich persönlich wäre das überhaupt nicht geeignet. Meine Schwester hingegen liebt so ein Leben.

Wovor haben Sie Angst?
Ich habe Angst vor Krankheit und Siechtum.

Haben Sie auch Angst vor dem Alter?
Es ist natürlich nicht so schön, Wehwehchen zu bekommen oder zu sehen, dass die Haut ist nicht mehr so ist wie mit 20. Der Verlust der Attraktivität wird einem bewusster, das ist für eine Frau natürlich nicht so toll. Und wenn Frauen behaupten, das mache ihnen überhaupt nichts aus, dann glaube ich das nicht so recht.

Macht es Ihnen was aus?
Ich versuche mich davon frei zu machen. Im Grunde genommen macht es mir nicht so viel aus. Eine sehr gute Freundin von mir ist 72. Sie ist ein Vorbild für mich, weil sie absolut fit ist, im Kopf und auch körperlich. Sie liebt ihr Leben und ist ausgeglichen. So möchte ich mal werden, wenn ich mal alt bin.

Wenn Sie einmal einen einzigen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Ein Jahr Urlaub! Genau, ein Jahr aussteigen und dann da weiter machen, wo ich aufgehört habe.

 

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