Renate Schmidt

die Bundesfamilienministerin

Renate Schmidt im Gespräch mit Hanno Gerwin
Renate Schmidt im Gespräch mit Hanno Gerwin
Renate Schmidt im Gespräch mit Hanno Gerwin

Sie versteht etwas von Familie. Schließlich hat sie selber drei - inzwischen erwachsene - Kinder und vier Enkel. Das ist auch gut so, denn Renate Schmidt ist Bundesministerin der SPD für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie ist also für einen sehr großen Teil der Gesellschaftspolitik verantwortlich. Seit über 30 Jahren ist sie in der SPD. Bereits 1980 war sie im Bundestag vertreten. Schon als Betriebsrätin engagierte sie sich jahrelang in der Basisarbeit, war im Vorsitz der Gewerkschaft HBV und arbeitete sich hoch bis an die Spitze der bayerischen SPD. Renate Schmidt hat eine interessante kirchliche Vergangenheit und ist in Sachen Glauben sehr engagiert.

 

Frau Ministerin, die Familie steht im Zentrum Ihres Familienministeriums. Auch die Senioren werden extra angeführt, die Frauen und die Jugend. Die Männer kommen offensichtlich nicht vor. Warum?
Die Frauen sind deshalb besonders genannt, weil wir immer noch Benachteiligungen von Frauen zur Kenntnis zu nehmen haben. Zwar haben wir die juristische Gleichstellung erreicht, jedoch noch nicht die faktische. Darum ist es notwendig, für die Frauen Besonderes zu tun.

Wäre es nicht von Vorteil, die Männer mit der Familie auch de Facto und richtig laut mit in Verbindung zu bringen?
Es ist für mich schon manchmal erstaunlich, dass die Männer sich immer gleich benachteiligt fühlen, wenn sie nicht im Zentrum von irgendwelchen Dingen stehen.
Dass manche Männer mit ihrer Rolle, die sie in den Familie haben, nicht einverstanden sind und eine größere Rolle haben sollten, das stimmt. Aber das ist ein so kleiner Teil der Männer. Häufig erkennen manche Männer erst, was sie versäumt haben, wenn eine Beziehung gescheitert ist und sagen: „Ich bin doch aber auch Vater und warum werde ich als Vater nicht ernstgenommen?!“ Ich nehme das sehr ernst. Aber ich sage auch, dass die Männer etwas mehr tun müssen, wie es die Frauen über Jahrzehnte auch getan haben. Man muss selber auch aktiver werden. Ich finde, die Männer kommen in unserer Gesellschaft sehr ausdrücklich, sehr breit und sehr intensiv vor. Wir brauchen jetzt nicht auch noch ein Männerministerium.

Bevor Sie Bundesfamilienministerin geworden sind, haben Sie sehr unterschiedliche Dinge gemacht. Sie haben sich an verschiedensten Stellen durchgesetzt. Bei der Gewerkschaft, im Betriebsrat, in der bayrischen SPD. Was ist Ihr Erfolgsrezept? Wie gehen Sie vor, wenn Sie etwas erreichen wollen?
Von all dem gab es nichts, was ich angestrebt hätte. Sondern ich habe mich an bestimmten Wegmarken in meinem Leben im Regelfall für das Neue entschieden. Wenn ich mich für das Neue entscheide, so möchte ich im Rahmen des Möglichen dort auch Erfolg haben. Das ganz einfache Erfolgsrezept lautet - wie in allen anderen Berufen auch - möglichst viel arbeiten, möglichst kompetent und sachkundig sein, sich also möglichst für die anvertrauten Menschen oder Themen, einzusetzen. Man muss sich dafür Verbündete suchen und laut darüber erzählen. Wenn ich auf ein paar Jahrzehnte der Erwerbstätigkeit zurückblicke, so ist das etwas, was ich als mein Erfolgsrezept bezeichnen kann. Sich für das Neue entscheiden und nicht für das, was man bisher gemacht hat, zählt auch dazu.

Das ist natürlich eine große Stärke. Schließlich fällt manchen Leuten gerade dies nicht leicht, und sie halten am Althergebrachten fest. Wie sehen Sie das?
Schrecklich, wenn alle Menschen gleich wären. Es muss Menschen geben, die sich ganz beharrlich einem Thema verschrieben haben und drei oder vier Jahrzehnte dabei durchhalten. Dann muss es natürlich auch andere Menschen geben, die sich für das Neue entscheiden und sagen, jetzt mache ich das. Ich glaube, dass eine gute Mischung von beidem wahrscheinlich zu einem guten Erfolg führt.

Können Sie sich noch daran erinnern, wie Sie sich für die Politik entschieden haben? War das ein bewusster Schritt?
Nein. Ich bin wegen Willy Brandt in die SPD eingetreten. Eigentlich wollte ich schon zehn Jahre zuvor eintreten. Damals bin ich wegen zu jugendlichen Aussehens nicht genommen worden. Ich war damals gerade 18 Jahre alt, hatte allerdings schon ein Kind und war berufstätig. Ich habe meine kleine Familie mit meinem Einkommen ernährt. Mein Mann studierte. Eine Dame im SPD Büro hat mich von oben bis unten angeschaut und gesagt: „Komm’ wieder, wenn du 16 bist!“
Das war für eine 18-Jährige, die immerhin schon verheiratet und Mutter war, eine ziemliche Diffamierung. Und dann habe ich auf dem Absatz kehrt gemacht und bin wieder gegangen. Das war 1962. Erst zehn Jahre später bin ich dann eingetreten. Denn drei Kinder zu haben, früh erwerbstätig zu sein, das war so anstrengend, dass mir nicht viel Luft für anderes blieb. 1972 bin ich über die gewerkschaftliche Arbeit, aber vor allen wegen Willy Brandt - die Ostverträge, das Misstrauensvotum - in die SPD eingetreten. Niemals mit Absicht, jemals hauptberuflich Politik zu machen! Das war jenseits meiner Vorstellungsmöglichkeiten. 1978 habe ich noch zu meinem Mann anlässlich einer Landtagswahl gesagt: „Weißt du was, so was könnte ich nie machen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich wochenlang an meinem Plakat vorbeifahren müsste, das wäre absurd. Niemals würde ich so etwas tun!“ Ein gutes Jahr später war ich Bundestagskandidatin.

Und wie war es dann, als Sie im Bundestag waren?
Es ist immer noch so. Ich werde mich nie daran gewöhnen. Wenn ich aus einem Kaufhaus komme und glotze mir selber vom Plakatständer entgegen, so halte ich das nach wie vor für eine sehr komische Geschichte. Auf der anderen Seite ärgere ich mich natürlich, wenn nicht ordentlich plakatiert ist und die andere Partei das Übergewicht hat.

Demnach zu urteilen sind Sie nicht eitel, oder doch?
Ich bin sehr eitel! Wer ist denn unter Politikerinnen und Politikern - da schließe ich die Männer ausdrücklich mit ein - nicht eitel? Um all das aushalten zu können, haben wir wahrscheinlich sogar ein etwas größeres Maß an Eitelkeit, als der Durchschnitt der Bevölkerung. Ich finde alle Fotos von mit absurd und blöd. Und die Plakatfotos gleich drei mal.
Selbst auf Familienfotos finde ich, dass ich die am wenigsten Gelungene bin und alle anderen viel schöner sind. Aber das geht doch allen Menschen so.

Sie haben auch eine sehr interessante kirchliche Vergangenheit. In den sechziger Jahren sind Sie ausgetreten, in den Neunzigern wieder eingetreten. Was hat sie dazu bewegt?
Ich war immer eine gläubige Christin und eine sehr engagierte Konfirmandin. Aber damals habe ich wohl schon den ersten Knacks im Verhältnis zur Kirche bekommen. Für den Pfarrer, der mich und meine Freunde und Freundinnen konfirmiert hatte, gab es nur einen Gott, der Regeln aufstellt und schaut, dass diese Regeln eingehalten werden, der straft, der zürnt, der droht. Der liebende Gott hat so gut wie keine Rolle gespielt. Damals habe ich mir zunehmend die Frage gestellt, was ich damit eigentlich zu tun habe. Je mehr mein politisches und gesellschaftliches Bewusstsein gewachsen ist, desto mehr hat mir die Kirche gestunken. Anfang der sechziger Jahre habe ich gerade auch die evangelische Kirche als eine Institution empfunden, die sich nicht mit ihrer eigenen Vergangenheit in der Nazizeit auseinandergesetzt hat. Als Jugendliche habe ich intensiv „Das Tagebuch der Anne Frank“ gelesen. Ich war sehr interessiert an diesen Themen. Das war für mich politische Motivation, schon deshalb, damit so etwas nie wieder passiert. Die Kirche war stets auf der Seite der Mächtigen, nie auf der Seite der Schwachen. Damals wurden innerhalb der beiden Kirchen Worte wie „Sozial“ oder „Sozialpolitik“ u.ä. nicht angesprochen.
In Bayern gab es außerdem die absolute Abgrenzung zwischen evangelischer und katholischer Kirche. Denken Sie an die Konfessionsschulen. Es war völlig absurd. Ich habe in Coburg eine reine Mädchenklasse besucht. Außerdem waren wir noch mal nach Konfessionen getrennt. Das war schon sehr speziell. All das hat letztendlich dazu geführt, mir gesagt habe: „Und jetzt ist Schluss, jetzt trete ich aus der Kirche aus!“ Damals war ich bereits verheiratet und hatte Kinder. Ich habe diesen Schritt getan, ohne den Glauben verloren zu haben.
Ende der Siebziger, auf dem evangelischen Kirchentag in Nürnberg, trat für mich eine neue Zeit an. Ich dachte mir, das ist aber jetzt eine andere Kirche als die, aus der du ausgetreten bist. Ich fragte mich, ob ich wieder eintreten sollte. Das hätte bedeutet, dass ich mich auf lange Diskussion mit meinem Mann hätte einlassen müssen. Das hat mich jedoch nicht geschreckt. Ich schob diesen Schritt zunächst auf. Als Abgeordnete dachte ich mir, jetzt kannst du es nicht machen, sonst wird dir das sofort falsch ausgelegt. Dann habe ich einmal mit der bayerischen Oberkirchenrätin, Frau Breit-Kessler gesprochen. Das war auf einem Kirchentag auf dem Hesselberg, wo ich als Spitzenkandidatin zur Landesvorsitzenden eingeladen war. Sie sagte mir: „Frau Schmidt, der Zeitpunkt, der für Sie der richtige ist, den wird es nie mehr geben. Den haben Sie gründlich versäumt. Wollen Sie so lange warten, bis Sie jenseits von Gut und Böse sind?“ - Das wollte ich natürlich nicht. Ich wollte auch nicht, dass der Eindruck entstand, ich wolle vielleicht kurz vor dem Tod noch schnell eine Rückversicherung abschließen, nach dem Motto, vielleicht sei doch was dran. Ich bin also wieder in die Kirche eingetreten und habe mit Fassung ertragen, dass mir falsche Motivationen unterstellt wurde. Ich habe auch an Aktionen teilgenommen, wie „Ich trete ein!“

Sie waren damals schon sehr bekannt und eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Wie hat die Kirche darauf reagiert?
Oh, mit einer gewissen Freude, glaube ich. Die Resonanz war positiv. Unmittelbar nach meinem Eintritt, stand es in der Zeitung, was ich niemals beabsichtigt hatte. Mir wurde unterstellt, ich wäre eingetreten, um mehr Stimmen zu bekommen. So etwas funktioniert jedoch nicht, und ich glaube zurecht, dass für die meisten Wählerinnen und Wähler die Religionszugehörigkeit bei ihrer Wahlentscheidung Gott sei Dank nicht das herausragende Motiv ist.

Sie sind in Bayern sehr erfolgreich gewesen. Hat Ihnen Ihre Kirchenmitgliedschaft keine zusätzlichen Stimmen gebracht?
Nein. Wenn ich jedoch katholisch wäre und aus Altbayern käme, dann würde das sicherlich etwas bewirken. Aber als evangelische Fränkin bin ich - trotz Kirchenmitgliedschaft - immer noch in der absoluten Minderheit. Als evangelische Christen befinden wir uns in Bayern in der „Diaspora“. In Nordbayern sind wir etwas stärker. In Südbayern kann man es jedoch vergessen.

Ich habe in Franken studiert und festgestellt, dass die evangelischen Christen in Franken sehr selbstbewusst sind. Können Sie das bestätigen?
Das sehe ich auch so und das ist auch gut so. Aber von den Kirchenmitgliedern sind gerade mal in Bayern 25 % evangelische Christen und der Rest sind katholische Christen. Also insoweit ist es wirklich eine Minderheit.
Aber es ist gut, wenn diese Minderheit selbstbewusst auftritt. Und bei uns in Nürnberg sind wir in der Mehrheit.

Wozu brauchen Sie die Kirche heute?
Man braucht auch einen Ort, des Zusammenkommens, einen Ort, wo man sich ganz konzentriert mit der Frage des eigenen Glaubens auseinandersetzen kann. Man braucht die Symbolkraft der Kirche für das Gemeinschaftsgefühl, um sagen zu können, ja, wir sind Christen.
Das heißt nicht, dass ich plötzlich zur regelmäßigen Kirchgängerin geworden bin. Meine berufliche Tätigkeit macht mir das leider meistens unmöglich. Trotzdem gibt es eine innere Bindung. Ich lese unsere Kirchennachrichten. Ich gehe zu den Wahlen des Kirchenvorstandes. Ich bin hin und wieder mal, zu besonderen Anlässen in der Kirche, z.B. der Einführung eines Pfarrers oder einer Pfarrerin oder Verabschiedung von jemandem aus der Kirche. Ich bin häufig auch in anderen Kirchen in Nürnberg.
Kirche als Ort der Besinnung, als Ort des Glaubens, als Ort der Meditation, ist für mich eine ganz wichtige Angelegenheit.

Über den Glauben zu sprechen, fällt vielen Leuten eher schwer. Sprechen Sie mit anderen darüber?
Ich bin Christin und ich glaube an Gott. Mich zu trauen, das zu sagen, bedeutet mir etwas. Die Kirche hat momentan zu kämpfen und es ist gut, dass sie kämpft. Aber dazu braucht sie auch Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die sich nicht verstecken. Auf meinem Nachttisch liegt eine Bibel, in der ich manchmal nachschlage. Ich rede auch darüber, dass ich bete, nicht nur in prekären Situationen, sondern als Zwiesprache mit Gott. Das ist etwas, was mich zu mir selber kommen lässt. Ich spüre, dass Gott auch in einem ist und nicht nur irgendwo. Ich bin fest davon überzeugt, dass man darüber reden sollte.

Das ist ein schönes Plädoyer für das Beten. Schwieriger ist es jedoch, mit Kindern darüber zu reden und sie an den Glauben heranzuführen. Viele Eltern sind froh, wenn der Kindergarten diese Aufgabe übernimmt oder wenn die Kinder im Kindergottesdienst herangeführt werden. Sie haben selber Kinder und Enkel. Was würden Sie empfehlen, wie fängt man’s an?
Ich glaube, dass man erwachsenen Kindern hier nicht hineinreden kann. Religiöse Erziehung muss früh beginnen. Das habe ich in einem gewissen Ausmaß versäumt, da wir früher nicht in der Kirche waren. Wir haben unsere Kinder immer dazu erzogen, die unterschiedlichen Einstellungen zum Glauben zu akzeptieren. Darüber haben wir mit ihnen auch geredet.
Mein Sohn fragte uns früher einmal, welche Bedeutung das Kruzifix habe. Mein Mann sagte sehr deutlich, dass glaubende Menschen jeden Respekt verdienen. Obwohl er einen atheistischen Standpunkt vertrat und zum damaligen Zeitpunkt in einem hohen Ausmaß die Kinder erzogen hatte.

Haben sich Ihre Kinder für die Kirche entschieden?
Nein. Man braucht schon als Kind Führung und Anleitung. Das gilt auch für meine größeren Enkelinnen. Ich bin überzeugt davon, dass die ältere von den beiden nicht glaubt. Bei der zweiten weiß ich es nicht so ganz genau.

Ist es schwer mit Ihren Enkeln darüber zu reden?
Bei den kleinen Enkeln ist es so, dass ihre Mutter, meine Schwiegertochter, eine sehr engagierte evangelische Christin ist. Mein Sohn, ihr Mann, ist genau so wie mein Mann. Ich bin gespannt, wie das in dieser Familie geregelt wird. Ich denke, man sollte entsprechend der eigenen Einstellung mit den Kindern reden, ihnen jedoch nicht vorschreiben, wie sie es selber zu praktizieren haben. Wenn man sie aber nicht hinführt, dann glaube ich nicht, dass von selber etwas entsteht.

Würden Sie sagen, man sollte es den Kindern selbst überlassen, ob sie getauft werden wollen?
Ich würde es den Eltern überlassen, ob sie ihr Kind unmittelbar nach der Geburt taufen lassen möchten. Aber das Reden über Gott, würde ich schon mit kleinen Kindern machen.

Die „Familie“ steht schon lange in den Schlagzeilen, wegen des Rückgangs der Kinderzahl. Was kann Ihr Ministerium, was können Sie tun, um die Situation zu verbessern?
Wir wissen über den Rückgang der Kinderzahl schon sehr lange. Allmählich wird uns bewusst, was das für unsere Gesellschaft bedeutet. Ich kann jungen Menschen nicht einreden, sie sollen Kinder bekommen. Junge Menschen wünschen sich Kinder, heute wie zu allen anderen Zeiten auch. Der Kinderwunsch ist ungebrochen. Ich rede von der Mehrzahl. Trotzdem wird dieser Kinderwunsch in sehr vielen Paarbeziehungen immer weiter nach hinten verschoben, bis die Frau ein Alter erreicht hat, in dem das Kinderkriegen mit höheren Risiken verbunden wäre. Also ist es im Prinzip ein versäumter Kinderwunsch, der nicht realisiert worden ist.
An dieser Stelle muss man ansetzen und fragen, warum ist das bei uns so. Das Problem besteht nicht in der Zunahme von Einkindfamilien, denn in dem Moment, wo die Entscheidung für ein Kind gefallen ist, fällt meistens auch die Entscheidung für das zweite oder gar für mehrere Kinder.
Trotzdem haben wir in Deutschland die höchste Kinderlosigkeitsrate in der gesamten europäischen Union. Bei den Frauen, die 1965 geboren sind, beträgt die Kinderlosigkeitsrate rund 30 %. Diejenigen des Geburtsjahrgangs `65, die noch ein Kind bekommen werden, werden dies nicht signifikant verändern. Unter den Akademikerinnen sind sogar rund 40 % kinderlos.
In unserem Land gelingt es nicht, Kinder und Erwerbstätigkeit unter einen Hut zu bringen. Die Frauen haben heute angesichts ihrer guten Ausbildung den Wunsch, ihre gute Qualifikation auch nutzen zu können. Wenn sie bei Kolleginnen oder Freundinnen aber sehen, wie schwierig es ist, Kinder und Beruf in Einklang zu bringen, dass es vielleicht sogar den Abschied aus dem Beruf bedeutet oder man wieder ganz von vorn anfangen muss, um bei qualifizierten Tätigkeiten mithalten zu können, dann sagen sie sich, das ist mir eine Warnung, momentan möchte ich das nicht.
Wir müssen das Problem zweigleisig angehen. Zunächst müssen wir eine Verbesserung der Betreuungsmöglichkeiten schaffen: Mehr Ganztagskindergärten und auch mehr Ganztagsschulen. Nicht als Verpflichtung, sondern als ein ausreichendes Angebot, was wir in Deutschland nirgendwo haben.
Da kein Elternpaar und auch keine alleinerziehende Mutter ihr Kind nach der Geburt in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter abgeben möchte, brauchen wir außerdem familienfreundliche Arbeitszeiten. Wir brauchen Karrieremöglichkeiten auch jenseits des stolzen Alters von 40 Jahren. Wir brauchen Verbindungen zum Betrieb während der Familienphase. Wir müssen dafür sorgen, dass Familientätigkeit nicht Dequalifikation bedeutet, sondern Qualifikation. Und natürlich müssen wir die Väter - und damit sind wir wieder bei den Männern - mehr in die alltägliche Familien und Hausarbeit einbeziehen.

Wenn Sie einmal einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Ich möchte gerne uralt werden, trotzdem aber vor meinen Kindern sterben. Ich möchte gemeinsam mit meinem Mann alt werden und wünsche mir, dass alle, die ich liebe, gesund bleiben, einschließlich mir selbst.

 

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