Wynton Rufer

den Starfußballer mit Vergangenheit

Wynton Rufer im Gespräch mit Hanno Gerwin
Wynton Rufer im Gespräch mit Hanno Gerwin
Wynton Rufer im Gespräch mit Hanno Gerwin

Er ist ein Profifußballer, der alle Höhen und Tiefen kennt, ein Starfußballer mit einer großen Vergangenheit. Mit Werder Bremen Deutscher Meister und Europameister. 1988 Fußballer des Jahres. Skandalumwittert erschien Ende der 80er Jahre ein anderer, geläuterter Wynton Ruferauf dem Fußballplatz. Der in Neuseeland geborene Star hatte sich zum christlichen Glauben bekannt und sein Leben radikal verändert. Seitdem redet der Profikicker genauso gerne über Jesus, wie über Fußball.

 

Wynton Rufer, Sie sind Mitglied der Weltauswahl. Das sind Menschen aus allen Nationen, die besten Fußballer. Welche Rolle spielt Fußball für Sie heute noch?
Ja, Fußball ist immer noch mein Hauptberuf. Jetzt bin ich kein aktiver Spieler mehr, aber ich habe eine Fußballschule in Neuseeland und auch hier in Deutschland bin ich mit 18 Kindern zusammen.

Diese Weltauswahl - ist die richtig gut oder sind das einfach nur die Promis?
Nein, es ist eine bunte Mischung mit den unterschiedlichsten Spielern. Es ist eine super Mannschaft.
Ich denke, das wichtigste beim Spiel ist, dass man den Zuschauern ein paar Tricks zeigt und dass sie viel Spaß daran haben, die Stars zu sehen. Das ist auch eine große Sache.

Ende der achtziger Jahre war der Höhepunkt Ihrer Fußballkarriere. Damals sind Sie Christ geworden oder Sie haben zumindest öffentlich darüber geredet. Vielleicht waren sie es schon vorher. Was ist da passiert, und wie kam es dazu?
Ende 86 habe ich einen Mann aus der Heilsarmee in der Schweiz kennen gelernt. Damals war ich Profi-Fußballer in der Schweiz und ich musste dort zum Militär, weil mein Vater in der Schweiz geboren ist. Als ich als Profi für die Schweiz spielte, lernte ich diesen Mann aus der Heilarmee kennen. Er hieß Bert. Er erzählte mir von Jesus. So habe ich eine radikale Veränderung erlebt in meinem Leben. Und es ist wirklich das Beste, was mir passiert ist.

Was hat sich für Sie genau verändert? Wie war der Wynton Rufer vorher? Ich habe gelesen, es gab eine Menge Skandale.
Na ja, so schlimm war ich nicht, nur ein kleiner Bandit.

Ein kleiner Bandit ist auch ein Bandit.
Die Presse hat immer etwas übertrieben. Als ich Christ geworden bin, habe ich wirklich Ruhe erfahren in meinem Leben. Und das war schon einmalig. Auch z.B. mit Alkohol. Gut, ich war kein Alkoholiker in dem Sinne, jedoch habe ich einfach von einem Tag zum anderen aufgehört Bier zu trinken. Und das war schon merkwürdig.

Es war wohl auch wichtig für Sie.
Es ist einfach passiert. Vielleicht durch Bert von der Heilsarmee. Er und die anderen seiner Organisation trinken keinen Alkohol. Sie helfen aber vielen Leuten mit Alkoholproblemen. Und so habe ich, als ich mich für Jesus entschieden habe, auch aufgehört Bier zu trinken, obwohl ich heute auch mal gerne ein Glas Wein trinke.

Mich würde interessieren, was in dem Moment passiert ist, als Sie, wie Sie sagten, Christ geworden sind. Können Sie sich daran zurückerinnern?
Bei mir war es so: Bert erzählte mir von Jesus, von der Bibel, von einer persönlichen Beziehung. Ich bin auch ein gläubiger Mensch, mehr oder weniger. Aber diese persönliche Beziehung mit Jesus hatte ich nicht. Damals war ich beim Militär und hätte man die Soldaten meiner Truppe gefragt, mit wem willst du tauschen? Wynton oder Bert? Alle hätten gesagt, ich will mit Wynton Rufer tauschen. Er ist Profi-Fußballer, hat viel Geld, fährt ein super Auto. Er hat alles! Ich aber wollte mit Bert tauschen, denn er hat, die „Frucht des Geistes“. Dazu gehören Liebe, Freude, Frieden, Güte.

Und das hat Sie beeindruckt an diesem Menschen aus der Heilsarmee.
Ja, richtig. Und wie gesagt, alle Soldaten hätte gesagt, ich will mit Wynton tauschen. Aber ich wollte mit Bert tauschen. Und dann sagte er mir, das könne du auch haben. Ich betete und bat Jesus, er solle mir ein neues Leben geben, einen neuen Beginn. Es war sensationell!

War das nicht überraschend für Sie, dass Sie plötzlich merken, da bedeutet mir jemand so viel und der Glaube und Jesus werden mir so viel wichtiger.
Vielleicht schon eine Überraschung. Aber es kam einfach. Ich habe nach dem Sinn des Lebens gesucht. Ich dachte, ich finde ihn im Profi-Fußball. Aber ich habe schon bald gemerkt, das ist es nicht. Heute weiß ich, das Wichtigste für mich ist diese persönliche Beziehung mit Jesus. Und ich habe auch eine super Frau, eine schöne Frau und zwei super Kinder

Und Ihre Frau ist auch Christin?
Ja sie ist auch Christ geworden.

Mit Ihnen zusammen?
Ja, kurz nach mir. Sie hat in mir diese Veränderung gesehen und sich auch für ein Leben mit Jesus entschieden.

Sie haben zwei Kinder. Wie erzieht man Kinder im Glauben? Das ist ja nicht so einfach. Viele Eltern, die das vielleicht ganz gern machen würden, kriegen das nicht hin.
Ich sehe da persönlich keine großen Probleme, denn meine Frau und ich gehen sonntags mit Begeisterung zur Gemeinde. Und dann nehmen wir ganz klar unsere Kinder mit. Jetzt sind sie noch jung, zehn und sechs Jahre alt. Der Zehnjährige hat auch Spaß daran. Für uns ist es ganz wichtig, im christlichen Glauben, also mit Jesus aufzuwachsen.

Man kann also sagen, es ist das Vorbild der Eltern, was die Kinder dazu bringt.
Du merkst, das kommt von allein.

Wie würden Sie einen Menschen, der von Gott nichts weiß oder nicht daran glaubt, davon erzählen?
Ich nutze jede Möglichkeit, die ich habe, wenn ich mich an einem Gespräch beteilige, dass ich Jesus mit hineinbringe.

Wovor haben Sie Angst? Sie machen einen sehr ruhigen, ausgeglichenen Eindruck. Gibt es auch Dinge, wovor Sie Angst haben?
Ja, sicher hat man Angst. Die ganzen Flugzeugabstürze und so.

Sie müssen von Neuseeland viel fliegen.
Bevor ich Christ wurde, hatte ich Probleme mit der Angst. Ich war damals etwa 22 Jahre alt. Ich hatte Angst vor dem, was ich nicht wusste, vor Dunkelheit und solchen Sachen.
Aber diese Angst ist auch weggegangen, als ich Christ geworden bin. Ich weiß nicht wie, sie ist einfach weggegangen. Ich hatte keine Angst mehr. Ich freue mich, eines Tages Jesus im Himmel zu treffen.

Haben Sie Angst vor dem Alter?
Nein. Ein paar Freunde machen Witze über meine grauen Haare und behaupten, ich hätte zugenommen. Aber so kommt das für jeden. Also ich sehe das nicht so dramatisch.

Wenn Sie einmal einen Wunsch frei hätten, egal was, Sie dürfen sich wünschen, was Sie wollen. Was wäre es?
Ich würde gerne den Menschen in Afrika helfen. Also das war schon immer ein kleiner Traum von mir.
Ich glaube, es wird nie so sein, weil ich zu viel in Sachen Fußball unterwegs bin. Da beziehe ich gerne den Glauben mit ein. Das mache ich auch gezielt mit meiner Fußballschule. Ein solches Projekt in Neuseeland wäre eine gute Sache auch in Afrika.

 

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