Steffen Wink

den Schauspieler und Hartmut Engler, den Sänger der Popgruppe PUR

Steffen Wink
Hartmut Engler
Steffen Wink und Hartmut Engler im Gespräch mit Hanno Gerwin

Der eine ist bekannt, weil er so gut singen kann, der andere, weil er so schön spricht. Hartmut Engler ist der Sänger der Popgruppe PUR, die mit ihren engagierten und gefühlvollen Songs riesige Hallen füllt und die Zuhörer bei den Konzerten unglaublich begeistert. Steffen Wink ist Schauspieler und Synchronsprecher.
Beide, Hartmut Engler und Steffen Wink, haben an dem Zeichentrickfilm Spirit mitgewirkt: Erzählt wird die Geschichte eines stolzen und freiheitsliebenden Mustangs, der sich nicht von den Menschen gefangen nehmen lässt. Freundschaft und Unabhängigkeit sind die Eigenschaften, die Spirit auf besondere Weise auszeichnen.
Hartmut Engler singt die deutschen Songs und Steffen Wink ist der deutsche Erzähler in der ursprünglich amerikanischen Produktion.

 

Spirit ist ein stolzer, sehr freiheitsliebender Hengst, der sich von niemandem etwas sagen lässt. Ein solcher Wille, Herr Engler, der sich durch nichts beirren lässt, wo kriegt man den her und wie wichtig ist er?

Engler: Es ist schön, vor allem im Film, der auch sehr gut funktioniert. Was man allerdings davon realisieren kann, das steht auf einem anderen Blatt. Kampfgeist ist sicher etwas Positives. Sich nicht leicht unterkriegen zu lassen ist - denke ich - für jeden, der irgend ein Ziel vor Augen hat, wichtig. Aber ich glaube für ein so normales Leben in einer so normalen Gesellschaft sollte man schon auch kompromissbereit sein, sonst stößt man mit dem Schädel ganz schnell gegen eine dicke Mauer.

Mit PUR haben Sie in den vergangenen fast 20 Jahren auch einen eisernen Willen gezeigt und die Band und sich selbst kontinuierlich nach vorne und nach oben gebracht. Gab es Momente, wo Sie gedacht haben, ich geb's auf?

Engler: Ganz so schlimm war's nicht. Es gab aber Zeiten, da war klar, wenn nicht bald der richtige Schritt nach vorne kommt, dann müssen wir aufgeben. Jungs wie wir mussten auch Erfolg haben, um sich über Wasser zu halten. Dieser kam dann aber immer gerade dann, wenn wir anfingen uns Gedanken darüber zu machen, uns langsam nach was anderem umzusehen. Mittlerweile sind wir freudiger Weise von vielen Sachzwängen befreit. Das ist gut so.

Steffen Wink, Sie haben immer wieder versucht, Ihre Schauspielkarriere anzupacken. Wie ist es da mit dem Willen?

Wink: Nun, ich habe immer genau das gemacht, was ich wollte Das habe ich dann auch stets mit eisernem Willen durchgezogen, was manchmal auch zu Missverständnissen führte oder teilweise auf Unverständnis stieß. Jedoch für mich war oder ist es immer noch das A und O, dass ich genügend Freiheit und Freizeit habe. So kann ich mich entfalten und habe dann auch genügend Raum für die Projekte, die ich mache. Das ist für mich sehr wichtig.

Diese Kraft ist nach wie vor am Werke!?

Wink: Absolut! Ich sehe momentan auch keinen Grund, warum ich etwas anderes machen oder mich in eine anderen Richtung beugen sollte, nein.

Solange man krönenden Erfolg hat, der einen immer wieder antreibt. Das ist dann natürlich auch leicht.

Wink: Sicherlich. Ich stand auch schon vor Situationen, vor finanziell verlockenden Angeboten, die ich ablehnte. Warum soll ich jetzt mein Konto noch mehr anhäufen? Es reicht mir, was ich habe. So mache ich nur das, worauf ich Lust habe.

Ist also ein gesundes Selbstvertrauen eine Basis für einen festen Willen?

Wink: Ja, ich glaube schon. Jeder Künstler, ob Musiker oder Maler hat feste Vorstellungen von dem, was er macht.

Im Film "Spirit" wird davon ausgegangen, früher sei alles besser gewesen. Mich hat er an das Lied "Wo sind all die Indianer hin?" erinnert. Sie auch, Herr Engler?

Engler: Ich wusste zunächst nicht, dass im Film Indianer vorkommen. Man hat mir nur etwas vom Pferd erzählt, im wahrsten Sinne des Wortes.

War früher wirklich alles besser? Der Song enthält sehr schöne Bilder. Er spricht jeden an, der über 40 ist.

Engler:
Es war eine Zielsetzung da, als man zur Schule ging und im Freundeskreis gemeint hat, wenn wir größer werden, dann wird die Welt besser. Der eine springt ab und verrät sich und der andere gibt auf und zieht nicht durch, was er vor hatte. Zehn Jahre später trifft man sich und stellt fest, es gibt nicht mehr so viele Indianer. Es ist nicht irgendein Kinderlied, sondern ein Lied, in dem es um echte Freundschaft geht... Eine Verbindung zu dem Film Spirit habe ich allerdings nicht gezogen. Denn dieser ist an american pathos. Das ist die große Geschichte, in der alles stimmt, die wunderbar ist. Ich hab's genossen.

Spirit bedeutet Geist, ein fast religiöser Begriff schwingt mit. Wie würden Sie diesen Geist beschreiben?

Wink: Sprit, der Geist des wilden Westens. Dieser Spirit, der Geist des Pferdes Spirit, dieser Freiheitsdrang, dieses Unbändige, das steckt hinter dem Geist von Spirit.

Engler: Ich finde, dies müsste man George Bush erklären lassen, diesen Freiheitsdrang! Wir Europäer haben solche Weiten nicht, in die wir flüchten könnten. Die Amerikaner aber haben immer noch weites Land. Bei uns ist alles sehr eng und man muss kompromissbereit sein, aufeinander zugehen, miteinander umgehen. das ist das krasse Gegenteil von komplettem Freiheitsdrang.

Ich würde diesen Begriff ganz gerne noch etwas weiter fassen. Spirit, Geist kann man auch als religiösen Begriff nehmen. Sprechen wir vom Heiligen Geist. Glauben Sie an diese Kraft, die sozusagen unsichtbar ist aber sehr mächtig und im Hintergrund regiert?

Wink: Ja, sicher glaube ich daran! Er durchflutet die ganze Welt, die ganze Natur, was auch im Film spürbar ist. Es wird etwas vom Paradies vermittelt. Von Perfektion, von Harmonie.

Engler: Wenn ich am texten bin, komme ich in solche Denkstrukturen rein, die mir keiner beigebracht hat, die ich nicht gelernt habe. Und am Ende ist da ein Text, der es mir ermöglicht hat, ein freies Leben zu führen, und zwar, weil er all die Jahre über so viele Leute angesprochen hat. Ich denke, da ist irgendwie ein Spirit in mir, den ich mir von einer Gottheit oder von einem Großen und Ganzen nehmen kann, ohne dass ich weiß, wie das funktioniert. Das kann auch indirekt erklären, was ich unter Gott verstehe.

Ich denke, dieser Geist ist da und schafft auch.

Wink: Er führt mich. Ich lass' mich durchaus von diesem Geist leiten und vertraue ihm. Ich vertraue auf den Gang der Dinge, weil ich ganz einfach weiß, ich brauche mich nur dem Fluss hinzugeben und ich werde auch heil ankommen in dem See oder in dem Meer, wo immer es mich hinführt.

Wie nehmen Sie das wahr? Wo ist die Antenne hierfür?

Wink:
Ich nehme das wahr, indem ich das Rationale versuche auszuschalten und mich nicht ablenken lassen durch Stress und äußere Widrigkeiten.

Auch Freundschaft spielt im Film eine große Rolle. Wie unterscheiden Sie als Songwriter und Sänger, der viele Liebeslieder komponiert hat, Freundschaft und Liebe?

Engler: Ich kann ganz intensive, tolle Freundschaften zu Männern haben, in einer Weise, wie ich sie zu Frauen so nicht haben kann. Denn ich kann eine bestimmte Form von Liebe zu einer Frau entwickeln, wie ich sie zu einem Mann nicht entwickeln kann. Dann gibt es noch eine ganz eigenständige Liebe, das ist die Liebe zu Kindern, zu den eigenen Kindern. Diese Liebe ist einfach da. Man muss sie nicht erst erfahren, lernen, sich wieder neu erkämpfen, daran basteln, damit sie nicht vergeht Diese Liebe ist einfach da, ohne dass man viel dafür tun muss. Das ist die einzige Liebe, die es einfach so gibt.

Was sollen ihre Kinder unbedingt mal können oder glauben, wenn es nach Ihnen geht?

Engler: Ich denke, ich kann nur dort ein gutes Vorbild sein, wo ich das, was ich für richtig und falsch halte, vorlebe. Ansonsten werden die Kinder später sowieso machen, was ihnen eingegeben ist. Ich glaube nicht, dass man da wirklich allzu viel beeinflussen kann. Ich glaube, man kann Rahmenbedingungen schaffen, die optimal sind, damit sich der Geist weiter entfalten kann. Ich habe das an mir selbst festgestellt. Meine Eltern hatten nicht vorgesehen, dass ich von Beruf Sänger oder in Anführungszeichen Popstar werde. Das war aber in mir drin, dieses Wollen, dieses Unbedingtdahinkommen.

Was haben Ihre Eltern richtig gut gemacht, wo Sie sagen, das behalte ich bis an mein Lebensende, weil es toll war?

Wink: Sie haben mich frühzeitig in meinem Vorhaben unterstützt, Schauspieler zu werden, obwohl dies am Anfang völlig absurd war. Ich habe einen eisernen Willen, plötzlich auch so eine Vision gehabt. Ich habe mir gesagt, diesen Weg werde ich jetzt gehen. Ihr könnt mich unterstützen oder nicht, ich werde meinen Weg trotzdem gehen. Das hat damals meinem Vater sehr imponiert.

Wenn Sie einmal einen Wunsch frei hätten, was wäre das?

Wink: Ich wünsche mir eine Wunschmaschine mit Einschaltknopf.

Engler: Mir fällt nichts profaneres ein, als gesund bleiben.

Wink: Aber ich würde mich da anschließen. Für mich ist es das Wichtigste, gesund zu sein vor allem auch geistig gesund zu sein, also mit sich selbst im reinen zu sein.

 

Aktuell

Best of 500

Ruth-Maria Kubitschek, Wim Wenders, Udo Walz.

Best of 500

Roberto Blanco, Hartmut Engler und Steffen Wink, Hella von Sinnen

Best of 500

Jürgen von der Lippe, Sandra Maischberger, Jürgen Todenhöfer

Best of 500

Xavier Naidoo, Maybrit Illner, Winfried Kretschmann

2005: Franziska van
Almsick

Olympischer Schwimmstar


Weitere Interviews

Daniel Alter
Katrin Altpeter
Thomas Anders
Prinz Asfa-Wossen Asserate
Ayman
Seine Exzelenz Monsieur Anatole Bacanamwo
Joe Bausch
Rufus Beck
Volker Beck
Ben Becker
Dr. Günther Beckstein
Caroline Beil
Ben*Jammin
Prof. Dr. Ernst Benda
Dr. Christine Bergmann
Fredi Bobic
Wolfgang Bosbach
Jonathan Böttcher
† Pierre Brice
Fabian Bruck
Prof. Dr. Michael Buback
Frieder Burda
Geraldine Chaplin
Botschafter Daniel R. Coats und Marsha Coats
Luigi Colani
Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin
Michael Degen
† Dr. Heinz-Horst Deichmann
Ulrich Deppendorf
Hauke Diekamp
Kai Diekmann
Pater Domenico
Albie Donnelly
Ray Dorset
Heike Drechsler
Burkhard Driest
Katja Ebstein
Dr. Ursula Engelen-Kefer
Hartmut Engler
Andreas Englisch
Andreas Eschbach
Dieter Falk
Veronica Ferres
Fil da Elephant
Gotthilf Fischer
Dr. Ulrich Fischer
Ottfried Fischer
Gotthilf Fischer
Axel E. Fischer
Joy Fleming
Jürgen Fliege
Best of 500
Best of 500
Best of 500
Best of 500
Teflon Fonfara
Fools Garden
Dr. Peter Frey
Amelie Fried
Dr. Michel Friedman
Peter Friedrich
Andreas Fritzenkötter
† Joachim Fuchsberger
Jürgen Fürwitt, alias Jott
Galileo
Mario Galla
Cae Gauntt
Dr. Heiner Geißler
Dr. Heiner Geißler
Petra Gerster und Christian Nürnberger
Uschi Glas
Mario Gomez
Katrin Göring-Eckardt
Jürgen Gross
Friedlinde Gurr-Hirsch
Stefan Gwildis
Matthias Habich
Peter Hahne
Corinna Harfouch
Jimmy Hartwig
Dieter Thomas Heck
Gert Heidenreich
Ala Heiler
Hans-Olaf Henkel
Tony Henry
Ken Hensley
Eva Herman
High South
Dieter Hildebrandt
Klaus Hoffmann
Prof. Dr. Gertrud Höhler
Birgit Homburger
Christiane Hörbiger
Guildo Horn
Chris Howland
Bischof Dr. Wolfgang Huber
Prof. Dr. Claudia Hübner
Eddi Hüneke
Maybrit Illner
Janina and the Deeds
† Gottfried John
Jorginho
† Hellmuth Karasek
Volker Kauder
Brendan Keeley
Kathy Kelly
Kathy Kelly
Dr. Timm Kern
Dr. Katja Keßler
Arabella Kiesbauer
Ephraim Kishon
Matthias Kleinert
Prof. Dr. Guido Knopp
2003: Sebastian Koch
Juliane Köhler
Peter Kraus
Winfried Kretschmann
2011: Winfried
Kretschmann

Dr. Gabriele Krone-Schmalz
Ruth-Maria Kubitschek
Sven Kuntze
Heinz Rudolf Kunze
Leonard Lansink
Manfred Lautenschläger
Donna Leon
Hera Lind
Caroline Link
Joachim Llambi
Andrea Kathrin Loewig
Wolf Maahn
Paul Maar
2015: Motsi Mabuse
Roland Mack
2004: Peter Maffay
Kurt Salomon Maier
Sandra Maischberger
Marie-Luise Marjan
Tony Marshall
Marc Marshall & Jay Alexander
Carlos Martinez
Henry Maske
Maybebop Pop- Quartett
Gisela Mayer
Gerhard Meier-Röhn
Hans Meiser
Reinhold Messner
Meret Meyer
Middle of the Road
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther
Gary Mullen
Franz Müntefering
Xavier Naidoo
Dr. Rupert Neudeck
No Angels
Elisabeth Noelle-Neumann
Ulrich Noethen
Ingrid Noll
Normal Generation?
Chris Norman
Günther H. Oettinger
Mario Ohoven
Cem Özdemir
Peilomat
Phil
Hermann Poppen
Avi Primor
Seine Königliche Hoheit Bernhard Prinz von Baden
Johannes Rau
Heribert Rech
Maestro Gian Piero Reverberi
2000: Sir Cliff Richard
Sir Cliff Richard
Lars Riedel
Armin Rohde
Dr. med. Philipp Rösler
Claudia Roth
Dr. Norbert Röttgen
Wynton Rufer
Nina Ruge
Thomas Rühmann
Inga Rumpf
Barbara Rütting
Dr. Wolfgang Schäuble
Marco Schiefer
Schily
Rezzo Schlauch
Renate Schmidt
Ulla Schmidt
Doris Schmidts
Dr. Peter Scholl-Latour
Walter Scholz
Detlev Schönauer
Dietmar Schönherr
Birgit Schrowange
Martin Schulz MdEP
Alice Schwarzer
Ulrike Schweikert
Uwe Seeler
Florian Sitzmann
Werner Sonne
† Lothar Späth
Paul Spiegel
Walter Spindler
Willi Stächele
Rolf Stahlhofen
Thomas M. Stein
Bernd Stelter
Dr. Monika Stolz
Annika Strebel
2012: Christina Stürmer
Prof. Dr. Rita Suessmuth
Stephan Sulke
Jasmin Tabatabai
Horst Tappert
Erwin Teufel
The Temptations
Dr. h. c. Wolfgang Thierse
Olaf Thon
Prof. Dr. Klaus Töpfer
Ulrich Tukur
Tomi Ungerer
Franz Untersteller MdL
Sir Peter Ustinov
2005: Franziska van
Almsick

Herman van Veen
Ute Vogt
Berti Vogts
Dr. Antje Vollmer
Dr. Ursula von der Leyen
Jürgen von der Lippe
Jürgen von der Lippe
Frhr. von Gemmingen-
Guttenberg

Wolf von Lojewski
Hella von Sinnen
Margarethe von Trotta
Beatrice von Weizsäcker
Florian Wahl
Prof. Dr. Norbert Walter
Udo Walz
2014: Udo Walz
Willi Weber
Konstantin Wecker
Prof. Peter Weibel
René Weller
Wim Wenders
† Guido Westerwelle
Urich Wickert
Heidemarie Wieczorek-Zeul
† Roger Willemsen
Ron Williams
Steffen Wink
Harald Wohlfahrt
Guido Wolf
Sydney Youngblood
Andrea Zangemeister
Joana Zimmer
Dr. Robert Zollitsch
Rolf Zuckowski
Brigitte Zypries