2000: Sir Cliff Richard

Britische Poplegende

Der internationale Popstar war in diesem Jahr längere Zeit in ganz Deutschland auf Plakatwänden und in großformatigen Anzeigen zu sehen. Sir Cliff Richard, die britische Poplegende, hat die Aktion "Kraft zum Leben" persönlich unterstützt. Der inzwischen über 60jährige Star, der seit mehr als 20 Jahren seinen festen Platz in den internationalen Hitparaden hat, ist überzeugter Christ und will sich bewusst für den christlichen Glauben öffentlich engagieren. Sir Cliff Richard hat erstmals ausführlich über sein Engagement für die aus Amerika stammende Aktion "Kraft zum Leben" gesprochen.

 

Sir Cliff Richard, Sie waren in diesem Jahr auf Plakatwänden und in deutschen Zeitungen zu sehen, mit Ihrer Botschaft für die Aktion "Kraft zum Leben - Power for Living". Was sind die Gründe, weshalb Sie sich für diese Aktion engagiert haben?
Power for Living hat mir selbst und vielen anderen Menschen auch, die berühmt und in der Öffentlichkeit bekannt sind Gelegenheit gegeben, von ihrem Glauben zu sprechen. Ich bin seit mehr als 30 Jahren Christ, und wenn ich die Gelegenheit habe, von meinem Glauben zu sprechen, dann tue ich das. Wenn jemand das Buch kauft und nicht zustimmt, dann kann er es einfach wegwerfen. Aber mir zumindest gab mir das Buch die Gelegenheit von meinem Glauben zu sprechen. Und ich habe diese Gelegenheit gerne ergriffen.

Und was kann ein Buch wie Power for Living tun? Wie kann es helfen?
Ich glaube, dass Bücher wie "Power for Living" versuchen den Interessierten zu zeigen, woran man glauben kann, wie man es glaubt, ob man es in seinem eigenen Leben verwirklichen kann, ob man nun Lehrer, Banker oder Sänger ist.

Es gab in Deutschland eine ganze Reihe kritischer Stimmen zu der Aktion "Kraft zum Leben", die vor allen Dingen durch die großen Zeitungen verbreitet wurden. Ich würde Ihnen gerne die Hauptkritikpunkte vortragen und mich würde interessieren, wie Sie dazu Stellung nehmen. Der erste Kritikpunkt ist, dass die Aktion "Kraft zum Leben" einfach aus Amerika übernommen wurde ohne danach zu fragen, wie so etwas in Deutschland wirkt.
Sind die Deutschen denn anders als wir Briten oder die Amerikaner?

Ich glaube nicht. Ich denke die Botschaft ist hier die gleiche wie in jedem anderen christlichen Buch. Noch mal: Ich weiß, dass es viele Unterschiede innerhalb der Kirchen gibt. Ich erinnere mich, dass vor Jahren mal jemand gesagt: wir brauchen hier keinen Billy Graham. Das ist ein Amerikaner. Aber es gab keine Briten und ich kenne auch keine Deutschen, die so viele Millionen Menschen zusammenbringen und über Jesus sprechen. Billy Graham war notwendig. Es ist schwierig, ein solches Buch zu kritisieren. Denn wenn man wirklich denkt, dass das Buch zu amerikanisch ist und nicht für einen selbst ist, dann es ist ganz einfach: Man legt es weg. Es ist kostenlos, und jedem steht es frei, es zu vernichten oder wegzuwerfen, oder einfach komplett zu ignorieren.

Der zweite Punkt ist, dass die DeMoss-Stiftung oder die Witwe des Gründers, Nancy DeMoss angeblich Kontakte zu rechtsextremen evangelistischen Strömungen in Amerika unterhalten soll, die sich besonders für die Todesstrafe einsetzen, oder extrem gegen Homosexuelle vorgehen will.
Nun ja, Nancy DeMoss, ich weiß nicht, was sie glaubt, ich habe sie nie getroffen. Aber sie hat etwas für mich in das Buch geschrieben und das war eine sehr liebe Botschaft, wir haben offensichtlich denselben Glauben. Noch mal: Ich finde es sehr schwierig darüber zu urteilen, was andere mit ihrem Geld tun. Ich habe auch eine wohltätige Stiftung und niemand wird mir sagen wollen, wem ich mein Geld gebe. Das ist meine Angelegenheit. Nancy DeMoss und diese Stiftung haben das Buch finanziert, und mehr kann ich nicht verlangen. Und ich war sehr glücklich darüber, dass ich meinen Glauben auf den Seiten dieses Buch darlegen konnte. Das ist alles. Ich weiß nicht, wen Sie unterstützt. Das interessiert mich auch nicht. Das ist nicht mein Punkt, es gibt ganz andere Dinge, um die ich mich kümmern muss. Wir vergessen oft, dass wir alle frei sind. Wir können frei wählen Was mich anbetrifft, kann Nancy DeMoss jeden unterstützen, den sie unterstützen will. Wenn ich damit nicht übereinstimme, werde ich sie in dieser Sache dann nicht unterstützten. Aber mit "Power for living" stimme ich vollkommen überein. Das ist eine ganze einfache Botschaft: Liebe, Frieden, und ein Leben für sich selbst zu finden, das aus-gefüllt und von Mitgefühl bestimmt ist. Und ich kann nichts darin sehen, worüber ich streiten sollte.

Ein anderer kritischer Punkt, der in einer großen Zeitung stand, war, dass es angeblich Verbindungen zwischen der Moon-Sekte und der Stiftung von Nancy deMoss geben soll. Haben Sie davon etwas gehört?
Ich habe auch einiges gehört. Aber Zeitungen, seien es nun deutsche oder britische, sind oft ziemlich armselig. Sie sind armselig, weil sie eine Agenda haben, die nichts mit der simplen Tatsache zu tun hat. Und wenn es um die Kritik an dem Buch geht: Ich sehe darin keine Sekte repräsentiert. Würde ich den etwas mit einer Sekte zu tun haben wollen? Nein, ich bin ein rechtgläubiger Christ. Und ich konnte nichts in dem Buch finden. Es geht hier allein um Jesus.

Viele Leute, die das Buch kritisiert haben, haben es nicht gelesen. Und als sie es gelesen hatten, auch die Bischöfe, haben sie gesagt, dass es eigentlich ganz in Ordnung ist. Es ist auch theologisch ganz in Ordnung.
Ich glaube manchmal kritisieren die Leute und lesen nicht. Ich glaube, dass die Medien oft sehr kindisch sind. Vielleicht hätte die DeMoss-Stiftung Geld für das Buch verlangen sollen. Manchmal ist es für uns Menschen sehr schwer, etwas anzunehmen, das umsonst ist. Das ist es auch, weshalb die Welt nicht christlich ist. Die Botschaft von Jesus ist frei und umsonst. Und ich finde es wundervoll, dass das Buch auch frei erhältlich ist.

Sehr viele Leute haben das Buch bestellt und haben es gelesen und jetzt ist die Frage, wie kann es weitergehen? Was würden Sie sagen, wie soll so eine Aktion weitergehen?
Na, ja das Gute an der ganzen Kontroverse ist vielleicht, dass die Leute neugierig geworden sind. Das ist das wirklich Gute daran: wenn die Leute neugierig geworden sind. Für diese Leute ist das Buch bestimmt. Für Menschen, die sich fragen, ob es etwas Größeres in diesem Leben gibt, als sie selbst oder ihre eigene Gesellschaft oder ihr eige-nes Land. Und dieses Buch versucht zu zeigen, dass es so etwas gibt.

 

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