Maestro Gian Piero Reverberi

Chef des Kammer-Ensembles Rondò Veneziano

Rondò Veneziano mit dem Maestro.
Maestro Gian Piero Reverberi
Maestro Gian Piero Reverberi im Gespräch mit Hanno Gerwin

Er hat dafür gesorgt, dass die klassische Musik des 18. und 19. Jahrhunderts in fast jedem Wohnzimmer Einzug gehalten hat. „Rondò Veneziano“ heißt das Kammer-Ensemble, das ausschließlich Musik des Barock und Rokoko in historischen Kostümen spielt. Gegründet wurde es von Maestro Gian Piero Reverberi, der 1979 auf die Idee kam, klassische Musik mit Schlagzeug und Popelementen anzureichern. Damit machte er Klassik auch Menschen zugänglich, die zuvor noch Vorbehalte gegenüber dieser Klangwelt hegten. Über 20 Millionen Schallplatten und CDs hat „Rondò Veneziano“ in den letzten 20 Jahren verkauft. Ein Riesenerfolg für den Dirigenten, Arrangeur, Komponisten, Pianisten und Produzenten Maestro Reverberi. Der 1939 in Genua geborene Musiker hat das Paganini Konservatorium abgeschlossen, bevor er mit 24 Jahren seinen ersten Millionenhit landete.

 

Maestro Reverberi, Sie haben Ihr Leben lang Musik gemacht. Was bedeutet die Musik für Sie?
Die Musik bedeutet mir alles. Ich wurde geboren, um Musik zu machen. Ich kann mir nicht vorstellen, etwas anderes in meinem Leben zu tun. Musik ist das Zentrum meines Lebens.

Wie hat alles angefangen?
Ich war neun Jahre alt, als ich mit dem Klavierspielen begann. Mein erstes Konzert gab ich mit zwölf, mit 16 fing ich an zu komponieren. Von da an habe ich begriffen, dass dies meine Richtung ist.

Mit Ihrem Ensemble „Rondo Veneziano“ spielen Sie klassische Musik, lassen aber auch Elemente der Popmusik einfließen. Welcher klassische Komponist ist Ihr Lieblingskomponist?
Bach ist der Größte. Mozart liegt mir auch sehr, da sich meine Musik in seine Richtung orientiert. Beethoven ist noch mal eine andere Richtung, die mir zusagt und dann natürlich die Moderne mit Stravinski, Prokofieff und Wagner.

Und warum ist Ihnen Bach der Liebste?
Für mich Bach ist das Zentrum, ist Anfang und Ende der Musik. Alles was seit Bach in der Musik kreiert wurde, war von Bach bereits gemacht.

Welchen Interpreten aus der Popszene mögen Sie? Sind Sie mehr ein Beatles-Fan oder mögen Sie die Rolling Stones mehr?
Die Beatles. Das Lebensgefühl, das die Stones vermitteln, gefällt mir persönlich sehr, allerdings gefällt mir der Musikstil der Beatles besser.

Sie sind kein Sänger, sondern Pianist, Dirigent, Arrangeur und Produzent. Aber was singen Sie unter der Dusche?
Unter der Dusche gebe ich keinen Ton von mir.

Ein deutsches Sprichwort besagt: Wo man singt, da lass’ dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Was halten Sie davon?
Meine Musik ist lustig, fröhlich, immer positiv. Sie gibt mir positive Energie.

Über Ihre Musik hat man die respektlose Äußerung gemacht, es sei Bügelmusik, die man sich bei der Hausarbeit anhört. Hat Sie das geärgert?
Ja, diese Kritik habe ich sehr persönlich genommen. Es gibt seriöse, schwere Musik. Aber es gibt auch langweilige Musik. Meine Intention geht nicht dahin, etwas großartig zu machen. Mein Bestreben ist es, den Menschen eine Freude zu machen, dass es ihnen nach dem Konzert besser geht als vor dem Konzert. Wenn ich das erreiche, macht es mich glücklich.

Wie gehen Sie mit Gegnern um, mit Menschen, die vielleicht neidisch auf Sie sind?
Für mich gibt es kein Muss, jemanden zu akzeptieren. Viele Menschen, haben mir geschrieben und gesagt, dass Ihnen meine Musik eine gutes Gefühl vermittelt habe und Teil ihres Lebens sei. Es gibt allerdings auch solche, die meine Musik nicht mögen. Das ist ganz normal und stellt für mich kein Problem dar.

Ihre Musik ist sehr heiter. Gibt es Dinge, vor denen Sie Angst haben?
Nein, ich bin ein Mensch, der stets das halbvolle Glas sieht, nicht das halbleere, ein Optimist. In jeder Situation kann ich mir auch eine positive Seite abgewinnen.

Haben Sie Angst vor dem Alter?
Nein, schließlich bin ich schon alt. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Alter, und ich habe immer noch gut zu tun. So ist es perfekt.

Haben Sie Angst vor dem Tod?
Nein.

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Ja. Ich habe ein Requiem mit einem sehr fröhlichen Ende komponiert. Für mich ist das Leben nach dem Tod sehr positiv, für mich ist es das Licht.

Das ewige Leben, dieses Licht kommt also einer schönen Symphonie gleich?
Meine Requiem ist sehr, sehr erbaulich, weil ich glaube, dass das Lebens nach dem Tod besser ist als das hiesige. Auch der Buddhismus und viele andere Religionen lehren, dass das Leben nach dem Tod besser sei.

Können Sie sich vorstellen auch Kirchenmusik zu bearbeiten?
Ja, ich selbst habe sehr viel Kirchenmusik gespielt. Das Requiem allerdings, das ich zuletzt komponierte, habe ich ausschließlich für mich gemacht. Schon als Kind habe ich die Kirchenmusik von Bach geliebt, z.B. die große „Matthäus Passion“. Mich fasziniert auch Beethovens „Missa Solemnis“. Auch die gregorianischen Gesänge liebe ich sehr.

Kirchenmusik, Gregorianik oder auch die großen Requien versuchen auch die christliche Botschaft auszudrücken. Wie sehen Sie das?
Die Musik drückt noch mehr aus als Worte. Sie ist Gefühl. Das ist für mich ein guter Grund, Musik zu machen.

Dann sind die Worte mehr eine Sache des Kopfes, der Vernunft. Und die Musik ist eine Sache des Herzens.
Genau. Ich finde, Musik sollte nicht intellektuell sein, sondern eher sinnlich erlebt werden, aus dem Bauch heraus.

Kann man Ihres Erachtens Religiosität auch aus dem Bauch heraus empfinden?
Ja. Wenn ich schöne Musik höre, so empfinde ich sie zuerst mit meinem Herzen, dann mit den Augen, aber nie im Kopf. Der Prozess der Intuition findet natürlich im Kopf statt. Aber da ist immer etwas, das ich zuerst im Blut fühle.

Welche Werte sind Ihnen wichtig? Woran sollen sich die Menschen orientieren?
Die erste Haltung, die man einnimmt, sollte sein, erst zu hören und zu schauen ohne zu bewerten oder im Voraus zu verurteilen. Das gilt insbesondere für die Kunst. Der Mensch sollte ein sinnlicher sein. Ein Kind ist z.B. ein perfekter Mensch. Sobald es zur Schule geht, so fängt es an, über zu vieles nachzudenken, der Urinstinkt geht ein Stückweit verloren.

Ein Kind ist perfekt, weil es aus seinem Gefühl heraus denkt und handelt.
Ja, es unterliegt nicht übergeordneten Strukturen, ist natürlich und somit genial.

Wenn Sie einmal einen einzigen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Mein Requiem zu spielen und zu hören. Das ein kleiner Wunsch.

 

Aktuell

Best of 500

Ruth-Maria Kubitschek, Wim Wenders, Udo Walz.

Best of 500

Roberto Blanco, Hartmut Engler und Steffen Wink, Hella von Sinnen

Best of 500

Jürgen von der Lippe, Sandra Maischberger, Jürgen Todenhöfer

Best of 500

Xavier Naidoo, Maybrit Illner, Winfried Kretschmann

2005: Franziska van
Almsick

Olympischer Schwimmstar


Weitere Interviews

Daniel Alter
Katrin Altpeter
Thomas Anders
Prinz Asfa-Wossen Asserate
Ayman
Seine Exzelenz Monsieur Anatole Bacanamwo
Joe Bausch
Rufus Beck
Volker Beck
Ben Becker
Dr. Günther Beckstein
Caroline Beil
Ben*Jammin
Prof. Dr. Ernst Benda
Dr. Christine Bergmann
Fredi Bobic
Wolfgang Bosbach
Jonathan Böttcher
† Pierre Brice
Fabian Bruck
Prof. Dr. Michael Buback
Frieder Burda
Geraldine Chaplin
Botschafter Daniel R. Coats und Marsha Coats
Luigi Colani
Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin
Michael Degen
† Dr. Heinz-Horst Deichmann
Ulrich Deppendorf
Hauke Diekamp
Kai Diekmann
Pater Domenico
Albie Donnelly
Ray Dorset
Heike Drechsler
Burkhard Driest
Katja Ebstein
Dr. Ursula Engelen-Kefer
Hartmut Engler
Andreas Englisch
Andreas Eschbach
Dieter Falk
Veronica Ferres
Fil da Elephant
Gotthilf Fischer
Dr. Ulrich Fischer
Ottfried Fischer
Gotthilf Fischer
Axel E. Fischer
Joy Fleming
Jürgen Fliege
Best of 500
Best of 500
Best of 500
Best of 500
Teflon Fonfara
Fools Garden
Dr. Peter Frey
Amelie Fried
Dr. Michel Friedman
Peter Friedrich
Andreas Fritzenkötter
† Joachim Fuchsberger
Jürgen Fürwitt, alias Jott
Galileo
Mario Galla
Cae Gauntt
Dr. Heiner Geißler
Dr. Heiner Geißler
Petra Gerster und Christian Nürnberger
Uschi Glas
Mario Gomez
Katrin Göring-Eckardt
Jürgen Gross
Friedlinde Gurr-Hirsch
Stefan Gwildis
Matthias Habich
Peter Hahne
Corinna Harfouch
Jimmy Hartwig
Dieter Thomas Heck
Gert Heidenreich
Ala Heiler
Hans-Olaf Henkel
Tony Henry
Ken Hensley
Eva Herman
High South
Dieter Hildebrandt
Klaus Hoffmann
Prof. Dr. Gertrud Höhler
Birgit Homburger
Christiane Hörbiger
Guildo Horn
Chris Howland
Bischof Dr. Wolfgang Huber
Prof. Dr. Claudia Hübner
Eddi Hüneke
Maybrit Illner
Janina and the Deeds
† Gottfried John
Jorginho
† Hellmuth Karasek
Volker Kauder
Brendan Keeley
Kathy Kelly
Kathy Kelly
Dr. Timm Kern
Dr. Katja Keßler
Arabella Kiesbauer
Ephraim Kishon
Matthias Kleinert
Prof. Dr. Guido Knopp
2003: Sebastian Koch
Juliane Köhler
Peter Kraus
Winfried Kretschmann
2011: Winfried
Kretschmann

Dr. Gabriele Krone-Schmalz
Ruth-Maria Kubitschek
Sven Kuntze
Heinz Rudolf Kunze
Leonard Lansink
Manfred Lautenschläger
Donna Leon
Hera Lind
Caroline Link
Joachim Llambi
Andrea Kathrin Loewig
Wolf Maahn
Paul Maar
2015: Motsi Mabuse
Roland Mack
2004: Peter Maffay
Kurt Salomon Maier
Sandra Maischberger
Marie-Luise Marjan
Tony Marshall
Marc Marshall & Jay Alexander
Carlos Martinez
Henry Maske
Maybebop Pop- Quartett
Gisela Mayer
Gerhard Meier-Röhn
Hans Meiser
Reinhold Messner
Meret Meyer
Middle of the Road
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther
Gary Mullen
Franz Müntefering
Xavier Naidoo
Dr. Rupert Neudeck
No Angels
Elisabeth Noelle-Neumann
Ulrich Noethen
Ingrid Noll
Normal Generation?
Chris Norman
Günther H. Oettinger
Mario Ohoven
Cem Özdemir
Peilomat
Phil
Hermann Poppen
Avi Primor
Seine Königliche Hoheit Bernhard Prinz von Baden
Johannes Rau
Heribert Rech
Maestro Gian Piero Reverberi
2000: Sir Cliff Richard
Sir Cliff Richard
Lars Riedel
Armin Rohde
Dr. med. Philipp Rösler
Claudia Roth
Dr. Norbert Röttgen
Wynton Rufer
Nina Ruge
Thomas Rühmann
Inga Rumpf
Barbara Rütting
Dr. Wolfgang Schäuble
Marco Schiefer
Schily
Rezzo Schlauch
Renate Schmidt
Ulla Schmidt
Doris Schmidts
Dr. Peter Scholl-Latour
Walter Scholz
Detlev Schönauer
Dietmar Schönherr
Birgit Schrowange
Martin Schulz MdEP
Alice Schwarzer
Ulrike Schweikert
Uwe Seeler
Florian Sitzmann
Werner Sonne
† Lothar Späth
Paul Spiegel
Walter Spindler
Willi Stächele
Rolf Stahlhofen
Thomas M. Stein
Bernd Stelter
Dr. Monika Stolz
Annika Strebel
2012: Christina Stürmer
Prof. Dr. Rita Suessmuth
Stephan Sulke
Jasmin Tabatabai
Horst Tappert
Erwin Teufel
The Temptations
Dr. h. c. Wolfgang Thierse
Olaf Thon
Prof. Dr. Klaus Töpfer
Ulrich Tukur
Tomi Ungerer
Franz Untersteller MdL
Sir Peter Ustinov
2005: Franziska van
Almsick

Herman van Veen
Ute Vogt
Berti Vogts
Dr. Antje Vollmer
Dr. Ursula von der Leyen
Jürgen von der Lippe
Jürgen von der Lippe
Frhr. von Gemmingen-
Guttenberg

Wolf von Lojewski
Hella von Sinnen
Margarethe von Trotta
Beatrice von Weizsäcker
Florian Wahl
Prof. Dr. Norbert Walter
Udo Walz
2014: Udo Walz
Willi Weber
Konstantin Wecker
Prof. Peter Weibel
René Weller
Wim Wenders
† Guido Westerwelle
Urich Wickert
Heidemarie Wieczorek-Zeul
† Roger Willemsen
Ron Williams
Steffen Wink
Harald Wohlfahrt
Guido Wolf
Sydney Youngblood
Andrea Zangemeister
Joana Zimmer
Dr. Robert Zollitsch
Rolf Zuckowski
Brigitte Zypries